Eine Hochsensible in den Bergen…

…oder: wie es einem High-Sensation-Seeker (HSS) gelingt, im Wanderurlaub die richtige Balance zu wahren.

Hallo zusammen,

am Sonntag kam ich von einem wunderschönen, verlängerten Wochenende in den Alpen zurück – es war eine Mädels-Wandertour im Berchtesgadener Land, wir waren zu fünft.

Im Folgenden versuche ich, einen kurzen Bericht zu schreiben, auf wertvolle hochsensible Momente einzugehen und ab und an ein Bild einzustreuen (zoomen könnt ihr mit Klick auf das Bild) – ganz unten kommt dann die Kurzversion mit den Punkten, die gut und die nicht so gut gelaufen sind. Ein guter Lerneffekt dann auch für mich 🙂

Also, los gehts…

Der Donnerstag begann schon sehr früh mit 5 Uhr losfahren. Deshalb bin ich schon um 4 Uhr aufgestanden, hatte nicht wirklich viel Schlaf – eigentlich ein Horror für jeden Hochsensiblen. Umso mehr hat es mich gewundert, dass ich nach mehr als 5 Stunden am Steuer sitzen noch so leicht und locker den Aufstieg zur Neuen Traunsteiner Hütte bewältigen konnte (von Oberjettenberg aus).

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Schön sieht es aus im Berchtesgadener Land, gell? 🙂 An der Hütte angekommen erstmal die Wasserspeicher des Körper wieder auffüllen, das tut richtig gut! Ganz wichtig: ich selbst habe, wenn ich mit mehreren Personen in Urlaub oder sonstwohin fahre, das Problem, dass ich meine, alles mitbekommen zu müssen. Und vor allem auch immer reagieren zu müssen. Es ist oft eine Grundanspannung da. Grundsatz: Keep cool! Erstmal auf die eigenen Bedürfnisse hören – jaja, das geht und ich darf das sogar 🙂 Dann fällt es mir auch später leichter, den anderen in Gesprächen zu folgen und mich auch Julia-typisch in Konversationen einzubringen, perfekt 🙂

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Unsere Hütte, die Neue Traunsteiner Hütte, liegt übrigens auf der wunderschönen und idyllischen Reiter Alpe – ein Ort, dem ich nur jedem Hochsensiblen ans Herz legen kann. Ruhe, Stille und Natur… Ach so – die Kühe bimmeln natürlich, aber das macht nix – und süß gucken tun sie auch – seht selbst…

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Der Aufstieg zu dieser Hütte ist übrigens nicht zu unterschätzen – es sind an die 1000 Höhenmeter zu bewältigen. Eine gewisse Grundkondition sollte also schon vorhanden sein.

So – nachdem wir dann unseren Durst gestillt hatten, ging es an die organisatorischen Dinge wie Bezahlung, Alpenvereinsausweis vorzeigen, Zimmer beziehen. Was sich hier für mich als ganz wichtig erachtet hat: Ruhe bewahren, aufpassen, mich ordnen. Früher habe ich mich durch die anderen durcheinanderbringen und ablenken lassen – oh, was macht die denn jetzt, oder wie auch immer… Schön auf mich selbst konzentriert ging es ab ins Bettenlager und ein schönes Plätzchen habe ich auch bekommen – sogar mit Fenster und Blick auf die Berge 🙂

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Besonders auf Berghütten kann es schon mal vor Menschen wuseln – je nach Zeit. Morgens und abends kann in den Waschräumen sehr viel los sein. Oder die lange Schlange beim Frühstück. Oder das gemeinsame Verlassen der Berghütte zur nächsten Wandertour, wo alle ihre Bergschuhe aus dem Schuhraum holen usw. Für mich gibt es nichts Schlimmeres, als mich durch Menschenmassen hindurchkämpfen zu müssen. Es geht natürlich schon irgendwie – aber wenn es sich vermeiden lässt, umso besser. Deshalb habe ich immer versucht, antizyklisch zu arbeiten 😉 Hat wunderbar geklappt. Ich habe immer zuerst die anderen vorrennen lassen und habe währenddessen andere Dinge erledigt, wie zum Beispiel meinen Rucksack für die nächste Wandertour gerichtet oder was auch immer.

Beim Frühstück morgens hatte ich auch eine sehr nette Situation. Alle waren schon mit dem Frühstück fertig und ich aß immer noch mein Müsli. Ich hatte meinen Rucksack schon fix und fertig gepackt, die anderen mussten alle nochmal ran. Es standen alle auf und einer Wanderin tat es richtig leid, dass sie mich da jetzt alleine sitzen lassen muss. Insgeheim war ich ja froh drüber, dass ich jetzt mal ein paar Minuten für mich hatte – ihr kennt das vielleicht. Daraufhin entgegnete ihr eine andere Mitwanderin, eine sehr gute Freundin von mir, die über meine Hochsensibilität Bescheid weiß, dass mir das gerade gar nichts ausmacht und hat sie einfach weggezerrt – hihi… Sie weiß gar nicht, was für einen großen Gefallen sie mir damit gemacht und mir so schnell zu meiner Ruhe verholfen hat, ohne dass ich noch weiter argumentieren musste 😉 Danke!

Der High-Sensation-Seeker in mir kam natürlich nicht zu kurz. Dafür sind ja die Berge da :-))) Im Hintergrund des folgenden Bildes seht ihr das große Häuselhorn (und das kleine rechts nebendran), welches ich am zweiten Tag erklommen habe. Kein einfacher Berg, aber interessant, da die Kletterei nicht zu kurz kam. Vorher waren wir noch auf dem Wagendrischelhorn. Am dritten Tag waren wir dann noch auf dem schönen Edelweißlahnerkopf.

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Die Schönheit der Natur kam natürlich auch nicht zu kurz. Dieses Mal hatte es mir irgendwie der Alpen-Mauerpfeffer (Fetthenne) angetan. Falls ich mit meiner Blumenbezeichnung falsch liegen sollte, gebt mir bitte Bescheid 😉

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Am dritten Wandertag begegneten mir 2 wunderhübsche Flockenblumen-Blüten, die ich natürlich unbedingt fotografieren wollte. Und schwups – kam ein Flattermann angeflogen. Das Ergebnis seht ihr hier…

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Mein letztes Bild ist übrigens ein Suchbild. Eine Kröte Ein Frosch hat sich versteckt 😉 Wer findet sie ihn?

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So, das wars mit meinem Bericht aus den Bergen. Es war ein herrlicher, erholsamer, bewusster, naturnaher und auch sportlicher Urlaub – wunderbar!

Euch allen wünsche ich einen guten Start in den Mittwoch und bis bald!

Eure Julia

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Zusammenfassung:

🙂   Hochsensible haben einen Blick fürs Schöne, für das noch so kleinste Blümchen am Wegesrand und die vielen Bienen und Hummeln und Schmetterlinge darauf; ich selbst habe gut daran getan, diese Momente in der Natur einfach nur bewusst zu genießen und mich nicht ablenken zu lassen – sich fallen lassen und schauen… Das gibt Kraft!

🙂   In der Stille, Einsamkeit und in der Natur tankt der Hochsensible Kraft und findet zu sich selbst.

🙂   Immer die eigenen Bedürfnisse im Blick! Ja, ihr dürft zu Egoisten werden. Das geht tatsächlich auch, ohne seine Nettigkeit und die schönen HS-Seiten zu verlieren 😉

🙂   Es ist gut, regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse zu besuchen. Vor allem, wenn man in die Berge geht. Ach so – und vor allem dann auch ein Erste-Hilfe-Päckchen parat zu haben 😉

🙂   Oh ja – auch Hochsensible können Massenlager bzw. Mehrbettzimmer überstehen – mit Ohrstöpsel und Schlafmaske ist man immer gut bedient.

🙂   Menschenansammlungen meiden wenn möglich. Antizyklisch arbeiten.

🙂   Es kann (!) sehr wertvoll sein, sein nahes Umfeld – also sehr gute Freunde, Eltern, den Partner – über Hochsensibilität zu informieren bzw. ihnen zu erklären, warum man so tickt wie man tickt. Das kann einem viele weitere Erklärungen und Diskussionen ersparen.

😦   Zu wenig Schlaf kann einem Hochsensiblen den ganzen Tag vermiesen. Darauf achten, bewusst und mit sehr viel Selbstliebe durch den Tag zu gehen. Ganz großen Wert darauf legen, sich selbst zu verzeihen – an solchen Tagen gelingt einem nicht immer alles so wie man es gerne hätte.

😦   Alkohol vor dem Schlafen gehen, selbst in Maßen getrunken, kann einem den Schlaf vermiesen (Zirben- und Marillenschnaps, waren beide sehr lecker, aber ich hatte in dieser Nacht nur 3-4 Stunden Schlaf)

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12 Gedanken zu „Eine Hochsensible in den Bergen…

  1. arnovonrosen

    Was bin ich? Hochsensibel? Nach deinem schönen Bericht, den ich aus eigener Anschauung nachempfinden kann, gehe ich davon aus, nicht hochsensibel zu sein. Ich komme immer mit wenig Schlaf aus und ein bewegtes Menschenmeer stört mich nur, wenn ich mich darin bewegen soll, beim Anschauen kommen mir oft interessante Gedanken. Einsamkeit ist nur beim Arbeiten für mich wichtig, um in Ruhe meine Gedanken sortieren zu können. Übrigens sieht diese Kröte verdächtig nach einem Waldfrosch aus, aber ich bin kein Experte – danke für die kleine Reise 😉

    Gefällt 1 Person

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    1. Highly Sensitive Person (High Sensation Seeker) Autor

      Hallo Arno 🙂
      Gute Frage – ich trinke für mein Leben gerne Kaffee und Hochsensiblen wird nachgesagt, sie würden alle ganz empfindlich auf Koffein reagieren. Oder auch ganz empfindlich auf sämtliche Medikamente – ist bei mir auch nicht so.
      Nun ja – auch bei Hochsensiblen gibt es Unterschiede was Schlafdauer/-intensität oder Menschenmengen angeht. Man darf hier nicht all zu leichtfertig generalisieren.
      Was allen Hochsensiblen gemein ist, sind folgende 4 Punkte (DOES), die Elaine Aron so formuliert (zitiert von Aurum Cordis; http://www.aurum-cordis.de/forschungsstand-hochsensibilitaet, abgerufen am 22.07.2015):

      D – Depth of Processing, im Deutschen als Verarbeitungstiefe von Informationen zu verstehen.
      O – Easily Overstimulated. Aufgrund der vorhandenen Verarbeitungstiefe ist die persönliche Reizschwelle schneller erreicht
      E – Emotional Reactivity and High Empathy. Emotionale Berührbarkeit, die sich speziell in der Ansprechbarkeit auf negative Reize verstärkt.
      S – Sensitivity to Subtile Stimuli. Wahrnehmung auch für subtile Reize, Bewusstsein und Wahrnehmung von Feinheiten.

      Ich hoffe, das hilft dir etwas weiter.

      Und lieben Dank für den Kommentar zur Kröte, die eigentlich ein Frosch ist 🙂 Da ich multipassioniert bin, habe ich auch gleich diese Seite gefunden, sehr interessant ist das:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Froschlurche

      Was hälst du vom Grasfrosch anstatt vom (amerikanischen) Waldfrosch?

      Liebe Grüße,
      Julia

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  2. missparkerc

    Liebe Julia, deine Wanderungen klingen toll. Danke für den schönen Bericht, die Tipps und die herrlichen Fotos. Habe die Kröte auch entdeckt, aber zugegeben erst nach einiger Sucherei. Die hat echt eine super Tarnfarbe. 🙂

    Die Hitze vertrage ich nicht so gut, mein Hirn ist lahm und neigt zu Fehlern. 😦 Was tust du gegen die Hitze? Hast du ein paar Tipps für mich bzw. alle?

    Herzliche Grüße aus dem heißen Wien,

    Caroline

    Gefällt 2 Personen

    Antwort
    1. Highly Sensitive Person (High Sensation Seeker) Autor

      Danke dir 🙂

      Hm – was ich tue, um die Hitze besser zu ertragen? Ich mach mal eine Liste 😉

      1) Viel Wasser ohne Blubber trinken. Am besten noch einen kleinen Schuss Zitronensaft rein, dann bekommt man die Flüssigkeit noch besser runter 🙂

      2) Morgens im Büro durchlüften bzw. frische Luft reinlassen, auch wenn diese nicht mehr ganz so kühl sein sollte 😉 So ab 9 Uhr alle Fenster zu, Jalousie runter… Wenn nötig, den Ventilator so platzieren, dass er die Luft vom Gang hineinpustet – da ist die Luft nämlich etwas kühler – und die Luftzirkulation tut gut.

      3) Beim Händewaschen nach der Toilette mit kaltem Wasser das Gesicht und die Ellenbogen kühlen. Das tut gut und erfrischt 🙂

      4) Regelmäßig Pausen machen und Beine hoch – hilft dem Kreislauf irgendwie, zumindest meinem 😉

      5) Wenn möglich, den Tag so früh wie möglich beginnen und früh nach Hause. Klappt bei mir aber nicht oft.

      6) Nichts schwer Verdauliches essen – leichte Kost hält einen fit und belastet den Körper nicht noch zusätzlich.

      7) Gute Stimmung verbreiten; zusammen mit Kollegen ein Eis essen; …

      So, das wars 🙂

      Liebe Grüße,
      Julia

      Gefällt 2 Personen

      Antwort
      1. missparkerc

        Liebe Julia, danke herzlich für deine lange Liste an Tipps!! Da ist der eine oder andere dabei, den ich sicher nachmachen werden. Ich habe eh kaum Hunger bei der Hitze, aber dafür könnte ich eine Badewanne Wasser trinken ;-), da ist sowieso leichte Kost angesagt.

        Liebe Grüße aus dem nicht mehr ganz so heißen Wien,

        Caroline

        Gefällt 1 Person

        Antwort
  3. iloartbonn

    Ich reagiere gerade mal wieder äußerst sensibel auf die Hitze…dein Bericht klingt toll und das alles sieht sehr entspannt aus! Ich habe die Kröte übrigens gefunden 😉

    Gefällt 3 Personen

    Antwort

Ich freue mich über deine Meinung...

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