Ein positiver Gedankenblitz für zwischendurch…

Gerade ist mir mal wieder aufgefallen, dass in den Medien das Thema Hochsensibilität zwar thematisiert und so auch breiter aufgestellt wird – nur bin ich mit dem „Wie“ nicht immer einverstanden.

Ich finde es so unglaublich schade und schubladisierend, wenn oft nur von den Nachteilen der Hochsensiblen die Rede ist. Und vor allem: was ist mit den Normalsensiblen? Die Evolution hat sich darauf ausgerichtet, sowohl Hoch- als auch Normal- oder auch sogar Niedersensiblen ihren Platz zu geben. Und diesen sollten wir nutzen. In jedem steckt ein Potential – da fände ich es hilfreicher, den Fokus auf genau dieses zu legen und die ein oder andere Fraktion nicht immer in die Jammer- oder was auch immer für eine -schublade zu stecken.

Ich überlege gerade, demnächst verstärkt über die guten Seiten der Hochsensibilität zu berichten – was selbst mich vor eine Herausforderung stellt 😉 . Vielleicht sogar auch über das Zusammenspiel von Normal- als auch Hochsensiblen, die gemeinsam in einer Gruppe agieren. Denn genau da liegt meines Erachtens der Schlüssel zum Erfolg für die Gesellschaft. Respekt vor der Wahrnehmung anderer – auch wenn sie nicht mit meiner eigenen Wahrnehmung einhergeht. Nur eben bezogen auf das Thema Sensibilität – welche in unserer Leistungsgesellschaft im Moment nicht gerade in der Blüte steht.

Auch in meinem Gesprächskreis für Hochsensible ist genau das ein Thema – beim letzten Mal haben wir tatsächlich versucht, über die guten Seiten und gute Erfahrungen zu reden. Das war eine ganz wundervolle Erfahrung, da jeder ein Lächeln im Gesicht hatte und der Raum eine ganz besondere Wärme ausstrahlte.

Wir sollten mehr darüber reden, was uns Kraft gibt und nicht ganz so viel, was uns die Kraft raubt. Immer schön an beiden Seiten arbeiten…

Denn was bringt es mir, mich zwar vor Reizen zu schützen, aber nicht das zu machen, was ein Leben lebenswert macht?

Lasst uns doch lieber mal unsere Energietöpfe füllen – wer macht mit? 🙂

Alles Liebe und gute Gedanken wünscht Euch
Julia

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16 Gedanken zu „Ein positiver Gedankenblitz für zwischendurch…

  1. wolfundschmetterling

    Hallo 🙂

    ich habe selbst eben auf meinem Blog ein paar persönliche Gedanken zu diesem Thema formuliert, das für mich noch recht neu ist, und dachte dann „mal sehen, was andere so schreiben…“
    Was mich besonders beschäftigt, auch nachdem ich die Kommentare hier gelesen habe, ist die Frage, ob nicht vielleicht auch einfach irgendwo der Wunsch dahintersteckt, besonders sein zu wollen…, einer von wenigen..? Allein schon durch diese Differenzierungen – obwohl die Übergänge ja fließend sein müssten, von ‚Normal-Sensibel‘ zu ‚Hoch-Sensibel’…
    Ich will damit wahrlich nicht sagen, dass es keine HSP gibt! Ich grübele bloß.

    Liebe Grüße,
    wolvesnbutterflies

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    1. Highly Sensitive Person (High Sensation Seeker) Autor

      Hallo 🙂 (du kennst diese Worte bereits 😉 )
      Ich kenne deine Zweifel sehr gut und es ist ganz normal, dass Hochsensible an ihrer eigenen Hochsensibilität zweifeln 😉
      Der Informations- und Forschungsverbund Hochsensibilität e.V. empfiehlt, den Gedanken hochsensibel zu sein, einfach eine Weile mit sich herumträgt um zu sehen, wie man selbst in reizvollen bzw. reizarmen Situationen agiert. Und deine Zweifel werden immer wieder auftauchen aber mit der Zeit lernst du dich immer besser kennen – und somit auch die guten Seiten dieses Persönlichkeitsmerkmals.
      Wie kommst du eigentlich drauf, dass man damit den Anspruch erhebt, etwas besonderes zu sein? Hochsensibilität ist eine Charaktereigenschaft, ein Wesenszug, den man hat oder nicht. Das ist wie Links- oder Rechtshänder zu sein, oder braune oder blonde oder schwarze Haare zu haben. Es ist ein vererbter Wesenszug.
      Wie du richtig angemerkt hast, ist die Wissenschaft dabei, das Thema immer gründlicher zu untersuchen. Im letzten Jahr wurden die ersten beiden deutschsprachigen Dissertationen zum Thema publiziert, eine davon an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg.
      Für mich selbst war es unglaublich erleichternd festzustellen, dass es so etwas wie Hochsensibilität gibt, da ich nun endlich eine Erklärung dafür gefunden habe, warum ich in manchen Situationen einfach anders reagiere und andere Dinge benötige als andere. Es geht dabei nicht darum, besonders zu sein, sondern sich selbst zu sein. Und das führt hin zu gesunder Selbstakzepanz und Selbstliebe. Die Gesellschaft kann davon nur profitieren, da so immer mehr Menschen ihr Potential leben können (im Idealfall 😉 ).

      Alles Gute wünscht dir
      Julia

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      1. wolfundschmetterling

        Hallo Julia :)!

        Ich war lange nicht online, aber jetzt nehme ich mir etwas Zeit.
        Das mit der Erleichterung kommt mir auf jeden Fall bekannt vor. Dieses „hey wow, was die da schreiben, das klingt ja als käme es von mir“ und dieses Dochinordnungsein.
        Vielleicht ist das mit dem Besonderen-Anspruch auch ein persönliches Problem… Naürlich hat das Hochsensiblen-Dasein auch negative Seiten, bei den einen mehr, bei den anderen weniger… Aber es klingt teilweise auch einfach unglaublich positiv, begabt, außergewöhnlich. Und ich bemerke da bei mir ein „ob ich so bin oder nicht, ich MÖCHTE gerne hochsensibel sein“. Die Erkenntnis dieses Wunsches äußert sich dann wiederum in einem „siehst du, es ist bloß der Wunsch…“. Also zum einen der Wunsch so zu sein und zum anderen es mir nicht eingestehen können, dass ich es doch wahrscheinlich irgendwie bin. Es ist verwirrend :D.
        Jedenfalls habe ich das Gefühl, dass bei manchen Dingen, die ich so dazu lese, die Person hintendran doch irgendwie ganz schön stolz darauf ist. An sich theoretisch kein Problem… Nur habe ich noch nirgendwo gelesen, dass alle anderen Menschen auch toll sind. Dass jeder Mensch irgendeine Art von Begabung hat, ob man dieser jetzt einen Namen geben kann oder nicht. Irgendwie fehlt mir da ein bisschen der Ausgleich :). Aber vielleicht ist das auch wie bei Tierrechts-Aktionen zu fragen „und was ist mit den Menschenrechten, die noch nicht durchgesetzt werden?“ 😀 keine Ahnung.

        Ganz liebe Grüße!
        wolvesnbutterflies

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        1. Highly Sensitive Person (High Sensation Seeker) Autor

          Ich denke ganz am Ende steht dann doch die Erkenntnis im Raum, dass einfach jeder so sein darf, wie er wirklich ist. Punkt. 🙂
          Aber dazu muss man erstmal erkennen, wer man ist. Und ob einem jetzt das oder das Label behilflich ist, ist schnurz wie piep.
          Aber ich gebe dir recht – das Label schützt einen nicht vor dem Effekt, dass man jetzt das Recht haben darf so und so zu sein. Weil ich hochsensibel bin, müsst ihr jetzt mehr Rücksicht auf mich nehmen. Weil ich hochsensibel bin, bin ich jetzt was Außergewöhnliches und Besonderes. Nein! Es gibt wohl genug Menschen, die sich im narzisstischen Bereich wühlen und denken, Hochsensibilität für ihre Zwecke missbrauchen zu können und sich Sonderrechte einfordern zu können. So tut das natürlich nicht 😉

          Aber ich sehe – wir verstehen uns 🙂

          Ganz liebe Grüße zurück,
          Julia

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  2. begabthoch3

    Hallo Julia,
    ich bin neu, Du hast meinen Blog bereits entdeckt und kann Dich da nur unterstützen. Jeder hat seinen Platz in der Gesellschaft, auch die 2%, die wir Hochsensiblen ausmachen. Meinen Freunden ist es auch immer ein Genuss, meine Fähigkeit zu nutzen, dass ich zu hören kann, den Sinn erfassen kann und auch Dinge darüber hinaus erfasse, die andere nicht wahrnehmen, weil sie eben „normal“ sensibel sind. Aber wo bleiben eigentlich wir?

    Einen Schönen Tag, Julia

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    1. Highly Sensitive Person (High Sensation Seeker) Autor

      Hallo – und ganz lieben Dank für deine Worte 🙂
      Mit 2% meinst du sicherlich die Hochbegabten – die Hochsensiblen nehmen etwas mehr Platz ein, Elaine Aron und weitere Wissenschaftler sprechen von 15-20%, also fast jeder fünfte.
      Da sprichst du einen guten Punkt an – die anderen wissen meist sehr gut, wo sie mich sehen oder gerne sehen würden. Doch will ich das auch? Ein sehr, sehr wichtiger Punkt, der den eigenen Energiehaushalt nachhaltig beeinflusst.

      Dir wünsche ich auch einen schönen Tag und bis bald,
      Julia

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  3. Arno von Rosen

    Liebe Julia, ich weiß gar nicht, ob ich den Menschen in meinem Umfeld (außer Familie und Freunde) von meiner Sensibiltät erzählen würde. Die einen würde es sicher als Schwäche auslegen, bei anderen geht mir vielleicht der Vorteil verloren, sie durchschauen zu können, da entgegenkommen dann gerne mit Höflichkeit verwechselt wird, obwohl ich nur einen anderen Weg beschreite um mein eigenes Ziel zu erreichen. Ich bin aber schon sehr gespannt was hier so kommt 😉

    Gefällt 2 Personen

    Antwort
    1. Highly Sensitive Person (High Sensation Seeker) Autor

      Lieber Arno,

      ein ganz wichtiger Punkt! Mir ging es auch nicht darum, den Menschen von meiner Hochsensibilität zu erzählen… Damit sollte man sehr vorsichtig sein:
      https://hochsensibel1753.wordpress.com/2015/08/02/hochsensibilitaet-erklaeren-ja-nein-wieso-wieso-nicht-wem-und-ueberhaupt/

      Und ich stimme dir zu: Manche legen einem die eigene Sensibilität als Schwäche aus – vielleicht auch deshalb, weil sie sich ihrer eigenen Sensibilität schämen. Wie auch immer 🙂

      Alles Liebe und viele Grüße,
      Julia

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  4. Ilaina

    Was mich persönlich an der steigenden Thematisierung stört, ist dass auf einmal gefühlt jeder hochsensibel ist. Und wenn man nicht selbst, dann eben das eigene Kind. Dabei werden, zum Teil normale, Verhaltensweise hergenommen und uminterpretiert. Wenn ich mich in einer bestimmten Umgebung nicht wohl fühle (sei es beim Einkaufen, im Krankenhaus oder sonst was), dann bin ich nicht zwangsläufig hochsensibel. Aber genau das scheint, durch die Medienpräsenz der Thematik, sich als Gedanke zu etablieren. Was sehr schade ist, denn Hochsensibilität ist soviel mehr. Sowohl in der einen, als auch in der anderen Richtung. Und, wie ich so in meinem Umfeld festgestellt habe, Hochsensibilität taucht selten allein auf, sondern bringt immer nochmal andere „komische“ Wesenszüge mit sich (ich bin z.B. Synästhetiker). Hochsensibel zu sein ist nicht einfach, aber es ist auch ein Quell von Inspiration und Energie, eröffnet Möglichkeiten für zwischenmenschlichen Umgang, die man sich nur erschließen muss.

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    1. Highly Sensitive Person (High Sensation Seeker) Autor

      Liebe Ilaina,

      herzlichen Dank für deinen Kommentar!
      Ja, für manche Menschen dient Hochsensibilität als Projektionsfläche für Entschuldigungen, dass sie dieses und jenes nicht machen können. Das ist in der Tat sehr schade und genau dieses Verhalten trägt dazu bei, dass das Thema einen sehr negativen Beigeschmack oder sogar Hauptgeschmack bekommt.
      Hat man sich mal mit den Schattenseiten der Hochsensibilität und mit sich versöhnt, kommen auch irgendwann die so wertvollen Gaben und Fähigkeiten zutage, die die Hochsensibilität einem schenkt – und diese sind so unglaublich kostbar.

      Liebe Grüße,
      Julia

      Gefällt 1 Person

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