Archiv des Autors: Highly Sensitive Person (High Sensation Seeker)

Yale

No comment, just a tweet…

Oh, probably one short comment indeed: Please let your students know about the Polyvagal Theory from Stephen Porges. Nothing else is necessary. Good luck!

So long, and thanks for all the…

42 towel babel fish

Perle vor die Säue?

Seit ich das Glasperlenspiel von Hermann Hesse gelesen habe, beschäftigte und irritierte mich einer der drei Lebensläufe daraus: Der Beichtvater.

Heute löst sich diese Irritation so allmählich auf, weil ich für mich des Rätsels Lösung gefunden habe. Ich fühle mich wieder stimmig, wenn ich an den Beichtvater denke.

Der Titel dieses Blogs ist deshalb so gewählt, da ich nicht weiß, ob ihr Säue oder etwas anderes seid und die Perle als Perle sehen könnt.

Im Kern geht es beim Lebenslauf des Beichtvaters Josephus Famulus um einen Einsiedler, der durch schlichtes Zuhören den Menschen zu einem seelischen Gleichgewicht verhilft (Momo-like). So lange, bis er selbst einmal in Not gerät und bei einem älteren und scheinbar erfahreneren Kollegen Hilfe sucht. Dieser – Dion Pugil – hat jedoch genau das gleiche Anliegen und ist ebenfalls in Not!

Durch Zufall erfährt Dion zuerst von der Not Josephus und verschweigt die eigene diesem gegenüber. Es kommt wie es kommen muss: Josephus tritt als Diener in die Arbeit Dions ein und führt diese nach Dions Tod weiter. Am Grab erfährt Josephus vom Geheimnis Dions.

Was wäre gewesen, wenn beide zu gleicher Zeit zu ihrer Not gestanden hätten?

Sie hätten beide gleichermaßen ein Wunder erlebt. Menschsein. Das Geheimnis, dass ich mich in meiner Not einem scheinbar anderen Menschen in Not nicht zurückhalten muss. Jeder darf sich offenbaren, so wie er gerade ist. Nichts ist heilsamer. Gerade in der jetzigen Zeit.

Zeige deine Wunde. Beuys lacht und ich auch 🙂

Grüße an alle Glasperlenspieler und Perlentaucher.

Und danke an einen Menschen, der mir gerade noch in Erinnerung gerufen hat, dass es zu diesem Thema ein ganz besonderes Video gibt, was ich schon längst kannte! Es ist verlinkt weiter oben im Geheimnis… Dieses Video macht nochmal eindeutig klar, dass Dion Pugil definitiv eine falsche Entscheidung getroffen und sich nicht ehrlich mitgeteilt hat. So hat er den nahen Kontakt zu Josephus verhindert und es kam so nicht zu einer tiefen Verbundenheit, die möglich gewesen wäre. Denn wo zwei oder drei, in meinem Namen versammelt sind…

Bist du geimpft?

Ich möchte Licht ins Dunkel bringen.

Für viele Menschen stellt die Beantwortung bzw. Konfrontation mit dieser Frage kein Problem dar.

Doch es gibt dabei ein Problem. Es ist kein medizinisches im klassischen Sinne, wie etwa das einer Ansteckung oder Impfreaktion.

Ich meine damit, dass aufgrund dieser Frage – egal wer welche Entscheidung getroffen hat – Beziehungen und Kontakte gefährdet werden bzw. kaputtgehen können.

Ich behaupte, dass vielen Menschen nicht klar ist, dass diese Frage ein sehr gefährliches Potential in sich birgt – von dem wir jetzt noch gar nicht wissen, welche Ausmaße es haben wird.

Was ich sagen möchte:

Sei es, weil dem anderen die eigene Entscheidung in der Sache nicht passt oder weil man selbst zu etwas gezwungen wurde, um in der Gesellschaft weiterhin akzeptiert zu werden. Auch wenn man die eigene Würde überfahren hat.

Im Kern geht es nicht darum, ob jemand geimpft oder nicht geimpft ist. Im Kern geht es darum, was im Kontakt zwischen uns Menschen passiert und ob wir fähig sind, die eigenen Bewegungen wahrzunehmen und zu artikulieren als auch dem anderen zuzuhören.

Der Kern ist nicht die Antwort oder das Stellen der Frage dieses Blogbeitrags.

Die Essenz ist, dass wir ein Kontaktproblem haben und schon immer hatten.

Und um da nicht hinschauen zu müssen, brauchen wir Fragen. Fragen, die auch Machtpositionen repräsentieren. Und Beziehungen zerstören.

Macht zerstört authentischen Kontakt und Beziehung.

Offenheit und Zuhören erlaubt immer mehr, mich ehrlich mitzuteilen.

Egal wer welche Entscheidung getroffen hat.

Lasst uns auf den Kern schauen und nicht auf das Symptom.

Erweiterte Soziale Plastik

Jeder Mensch ist Künstler. Jeder Mensch ist Kunstwerk. Jeder Mensch ist Körper.

Joseph Beuys kannte die Polyvagaltheorie nicht. Deshalb muss nun auch seine Auslegung der sozialen Plastik und des Satzes „Jeder Mensch ist Künstler“ erweitert werden. Vom erweiterten Kunstbegriff zum erweiterten Begriff der sozialen Plastik.

Beuys würde sich jetzt freuen. Zumindest spüre ich das 😉

Ein Mensch kann nur dann Künstler sein, sofern er genug Sicherheit erfährt, damit seine Überlebensmechanismen im Nervensystem (Kämpfen, Fliehen, Erstarren, Dissoziieren, Manipulieren) zur Ruhe kommen – und so Raum für Kreativität entsteht.

Nur so kann der Mensch erst begreifen, dass er selbst Kunstwerk ist, welches er Tag für Tag, Moment für Moment, formt. Durch seine Beziehungen und durch sein ehrliches Mitteilen. Im Miteinander. Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind.

Nur durch das Gewahrsein des eigenen Körpers und wie das Nervensystem funktioniert, haben wir die Möglichkeit und den Kontext zu verstehen, dass Sicherheit notwendig ist, dass der Künstler sein Potential ergreift und spürt, wohin es ihn ruft.

Vom Chaos der Überlebensmechanismen im Körper über die Aktion des ehrlichen Mitteilens in Gemeinschaft (lokale Gruppen) hin zur Formierung und Selbstregulierung des eigenen Nervensystems und der Benutzung und dadurch Ausreifung des ventralen Vagus.

Herr Beuys, ich ziehe meinen imaginären Hut in größter Freude 🙂