Archiv des Autors: Highly Sensitive Person (High Sensation Seeker)

Schnieptröte – törööö!

Häää?!? Was bitte sehr ist das denn nun schon wieder? Und was hat eine Schnieptröte mit Hochsensibilität zu tun? Erstmal gar nichts 😉
Sabine Dinkel, die Autorin des Buches „Hochsensibel durch den Tag„, wurde vor zwei Jahren von der doofen Schnieptröte befallen. Auf einmal war sie da – einfach so! Schnieptröte ist wie der Flusskrebs, nur ohne Wasser 😦

Während ihrer Erkrankungs- und Genesungsphase stellte Sabine schnell fest, dass es in der Schnieptröten-Literatur kaum Bücher gab, die einen:

  • sowohl über diese Krankheit aufklären,
  • einem verständlich Gesundungswege aufzeigen,
  • gute Tipps zur Selbsthilfe und zum Hilfe holen an die Hand geben
  • als auch einem gleichzeitig Lebensmut und Halt schenken.

Ohne übertreiben zu wollen: All das vereint dieses Buch.

Jedoch der größte Gewinn für den Patienten aus meiner Sicht ist, dass es Sabine gelungen ist, über all ihre Gefühlswelten und Ängste in verschiedenen Phasen der Krankheit zu schreiben – und wie man am besten mit diesen umgeht. Um sich danach wieder mit kleinen Schritten dem Leben zuzuwenden.

Dank der Kreativität und Schaffenskraft von Sabine ist ein sehr umfassender, lebendiger und liebevoller Ratgeber entstanden, den ich jedem Schnieptröten-Patienten als auch deren Angehörigen, Freunden und Ärzten ans Herz legen möchte.

Hier geht es zum Blick ins Buch.

Und hier auf die Seite von Sabine Dinkel, mit weiterem Info-Material.

Dieses kraftspendende Buch gibt Betroffenen (und deren Angehörigen) Halt – vom 1. Tag der Diagnose an bis zur Reha und darüber hinaus. Dabei beschwichtigt Sabine Dinkel in keinem Falle und kehrt die nicht so schönen Seiten dieser Krankheit keineswegs unter den Teppich. Ganz offen spricht sie auch über die dunklen Tage und Gedanken. Nur spaziert man mit Sabine Dinkel etwas anders durch den Klinikalltag und das medizinische Fachvokabular. Da wird der Krebs zur Schnieptröte, die Chemotherapie zur „Schorle grün-weiß“ und Metastasen zu Doofmannsgehilfen. Deshalb ist dieses Buch sehr fein und verdaulich zu lesen, sehr verständlich geschrieben und regt alleine durch die bunte und lebendige Aufmachung zum Ausprobieren all der kreativen Tipps an.

Angereichert mit liebevollen Comics aus Sabines Kreativitätsschatz und verschiedensten Zitaten von Mitpatienten bekommt man einen guten Einblick aus der Perspektive eines Schnieptröten-Patienten. Egal, ob Blut-Schnieptröte, Eierstock-Schnieptröte oder welche Schnieptröte auch immer.

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Durch dieses Buch wurde mir als Nicht-Betroffener klar, dass diese Krankheit wahrlich kein Zuckerschlecken ist. Beim Lesen zwischendurch habe ich ein paar Male tief Luft holen müssen, da man sich nicht nur mit dem Überleben von Schnieptröten-Patienten beschäftigt. Sondern auch mit dem eigenen Tod. Mir wurde aber auch klar, dass ich als Freund oder Angehörige sehr, sehr viel tun kann, dass es dem Kranken auf mentaler Ebene besser geht. Und vor allen Dingen habe ich gelernt, besser mit der Schranke umzugehen, die nach unten klappt, wenn jemand eine schreckliche Diagnose bekommt oder ihn eine Lebenskrise beutelt. Die Schranke nämlich, nicht zu wissen, wie man jetzt mit dieser Person umgehen soll. Sabine schildert aus ihrer Sicht das angemessene bzw. auch nicht angemessene Verhalten des Umfelds. Und das mit ganz viel Humooor 🙂 🙂 🙂

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Mein Tipp für den wirksamsten Buchgenuss: Während dem Lesen sich einzelne Dinge markieren/aufschreiben, die für einen selbst passen und die man umsetzen möchte – das Buch hat wirklich dicht gepackten Inhalt. Man muss sich das wie bei einem leckeren Buffet vorstellen – man bekommt sehr viel geboten, allerdings wird einem ungut, wenn man gleich von allem etwas probieren möchte 😉 Deshalb am besten 2-3 Dinge herauspicken und umsetzen. Dann die nächsten, usw. Schritt für Schritt.

Auf jeden Fall werde ich bei meinem nächsten Arztbesuch den Fachexperten mit meinem neuen Vokabular irritieren, wie z.B. den Weißkörperchen, hihi 😉 Und bei verhaltensoriginellen Leuten werde ich demnächst immer ein Grinsen im Gesicht tragen, dank dir, Sabine, die du dir und uns so originelle Hirnorigamis zusammenbastelst – humorvoll, nährend und heilsam!!!

Ganz besonders gefreut hat es mich, dass du Robert Seethaler ab und an zitiert hast. Einer meiner Lieblingsautoren, dessen Bücher ich jedem Hochsensiblen nur ans Herz legen kann 🙂 Hach, der Schreibstil…

Ich hoffe sehr, euch einen Vorgeschmack über dieses überaus kraftvolle Buch gegeben zu haben – trotz Schnieptröte, Schorle und Doofmannsgehilfen.

Auch wenn die Phasen einer Schnieptröten-Erkrankung trostlos und dunkel erscheinen – dieses Buch wird ein ständiger Lichtblick sein, dessen bin ich mir ganz sicher.

An dieser Stelle wünsche ich allen Schnieptröten-Patienten aus tiefstem Herzen viel Kraft – aber auch den Mut, die eigene Schwäche da sein zu lassen. Alles braucht und hat seinen Raum und seine Zeit. Alles Gute euch da draußen!!!

Alles Liebe,
Julia

PS.: Liebe Sabine – ganz persönlich ein großes und herzliches Danke an dich von meiner Seite – das Buch baut nicht nur in Schnieptrötenkrisen auf. Ich drück dich! Vor allen Dingen drücke ich dich jetzt in Gedanken einmal am Tag – bis einschließlich Weihnachten – einfach so :-)))

Und: Die Warteschleife der Urologie Stühlinger ist wirklich zum glu(ü)cksen 🙂

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Mein herbstlicher Spaziergang am Nachmittag…

…begann und endete mit einem recht wuscheligen und kuscheligen Raubtier 🙂

Viel Vergnügen beim virtuellen Rundgang – vor allem für diejenigen, die heute nicht draußen waren.

Herrliches Licht, herrliche Farben und wunderschöne Wolkenformationen.

Mein Lieblingsbild ist das mittlere in der untersten Reihe. Das sah von weitem zuerst nach nichts aus – aber beim näheren Hinsehen und Hinknien wurde es eine wunderschöne Komposition, wie ich finde 🙂

Viele liebe Grüße und einen schönen Abend wünscht euch
Julia

PS.: Wenn ihr auf eines der Bilder klickt, kommt ihr zu einer Diashow – eine für mich neue Funktion von WordPress. Auf der Einzelansicht gibt es – wenn man ganz nach unten scrollt – unten auf der rechten Seite einen Link, um sich das Bild in voller Größe + Zoomfunktion anzuschauen.

 

Hochsensible Männer – das Buch

Hallo zusammen,
gerade eben habe ich eine Buch-Neuerscheinung von Tom Falkenstein entdeckt.

Es ist ein Buch (nicht nur) für und über hochsensible Männer. Hinter diesem Link verbirgt sich eine Zusammenfassung, eine Lesevorschau als auch Stimmen von Fachexperten zum Buch.

In aller Kürze:
– der Autor ist seit vielen Jahren psychologischer Psychotherapeut und hat Erfahrung im Umgang mit hochsensiblen Klienten
– der Autor steht seit Jahren in engem Kontakt mit Elaine Aron persönlich
– der Autor ist Deutscher, hat aber in England studiert/praktiziert und arbeitet jetzt in Berlin; so konnte er wohl auch gute Kontakte zu Fachexperten in England knüpfen, wie z.B. Michael Pluess
– schönes Interview mit Elaine Aron am Ende – sehr tiefgründig und erhellend!
– der direkte Schreibstil ist für mich persönlich sehr angenehm zu lesen
– das Einzige, was mich an diesem Buch und allgemein stört ist, dass man Hochsensibilität und Sensibilität manchmal gleichsetzt.

Klare Kaufempfehlung!

Einen guten Start in die neue Woche wünscht euch
Julia

Ich stelle vor: Der Schutzgarten über Hochsensible im Wettbewerbs-Milieu…

…oder: warum Hochsensible dazu tendieren, lieber sich und andere zu erkennen als sich dem Gewinner-Gen hinzugeben. Danke, liebe Manja!

Viel Spaß beim Lesen wünscht Euch
Julia

Anmerkung: Die Wörter Gewinner-Gen und Challenge-Gen sind unwissenschaftliche Wortschöpfungen und dienen nur der Erklärung, es geht um verschiedene Wahrnehmung von Spiel und Herausforderung. Der hochsensitive Mensch wird gerade erst erforscht. Ein wenig geforscht habe ich auch für diesen Beitrag, in dem ich mehrere Hochsensible zum Thema befragt habe. Ich danke Euch, für Eure Antworten und […]

über Über Gewinner – und das Challenge-Gen, wo HSPler anders-sensibel sind und warum. — Der Schutzgarten

Mein eigenes Vorbild

„…dass ich nur selbst mein Vorbild sein kann.“

Danke, Carolin!

tiefenseele

Mein eigenes Vorbild

Die Menschen, die das Gespür dafür haben
die brauch ich gar nicht zweimal fragen.
Ob sie den Unmut und die Eile spüren,
und offen sind für viele Türen.

Erdenengel, die die Feinfühligkeit leben
ist ein wahrer Schatz gegeben.
Sie spüren oft schon sehr sehr schnell
was sich dunkel anfühlt und was hell.

Sie können ohne Worte erfühlen
und sich innerlich mit Emotionen zerwühlen.
Die Kraft, die hier dahintersteckt
gehört erkannt und aufgeweckt.

Denn oft sagt man zu solchen Seelen
hör auf damit dich so zu quälen.
Anstatt diesen wunderbaren Menschen so zu sehen
wie er ist, fühlt und mit ihm gehen.

Sie können uns sehr vieles sagen
was andre nur vermuten und nicht wagen.
Denn auch wenn diese sensiblen Wesen
sich zurückziehen, um sich selbst zu lesen.

So haben sie die Intuion ausgeprägt
was mancher von uns überhaupt nicht lebt.
Sie können gar nicht anders als darauf…

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Meine 1. Buchrezension…

…in Spektrum der Wissenschaft „Gehirn und Geist“ ist ab dieser Woche in der neuesten Print-Ausgabe zu lesen 🙂 🙂 🙂

Letztes Jahr vor Weihnachten wurde ich von der Redaktion gefragt, ob ich nicht das Buch der dänischen Psychotherapeutin Ilse Sand über Hochsensibilität rezensieren möchte – und ich muss sagen: Es war mir ein sehr großes Vergnügen!

Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen – und weiter unten nun die vollständige Rezension, wie sie auch auf den Seiten von „Gehirn und Geist“ zu finden ist.

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünscht euch
Julia

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Die Kraft des Fühlens – Hochsensibilität erkennen und positiv gestalten, Ilse Sand

Leseprobe, aus: www.chbeck.de

Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das schätzungsweise jeden fünften bis siebten Menschen betrifft. Untersuchungen zufolge ist das Nervensystem von Hochsensiblen besonders empfänglich für äußere und innere Reize. Es verarbeitet diese tiefer, so dass sich die Betroffenen schneller reizüberflutet fühlen, emotional heftiger reagieren und die Welt intensiver erleben. Die Charaktereigenschaft kann ganz unterschiedlich ausgeprägt sein, was es schwer macht, sie bei sich oder anderen zu erkennen oder allgemein gültige Tipps für den Umgang damit zu geben.

Autorin Ilse Sand ist Psychotherapeutin und selbst hochsensibel. Ihr Buch richtet sich vor allem an Betroffene, die ihre „Wahrnehmungsbegabung“ positiv nutzen möchten, sowie an Angehörige, Arbeitgeber und Fachexperten. Sand lädt die Leser dazu ein, die Charaktereigenschaft anzunehmen und wertzuschätzen. Dabei scheut sie sich nicht, von eigenen Erlebnissen zu berichten, etwa: „Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, in meinem Kopf keine weiteren Informationen mehr aufnehmen zu können, wenn ich zu vielen Reizen ausgesetzt bin.“
Viele Hochsensible schämten sich für ihren Wesenszug, schreibt Sand. Es sei wichtig, sich davon zu befreien. Schuldgefühle beeinträchtigten das Leben vieler feinfühliger Zeitgenossen: „Es würde Ihnen sicherlich guttun, sich nicht ständig zu entschuldigen und stattdessen das schlechte Gewissen auszuhalten. Das ist nämlich der Preis, den Sie manchmal bezahlen müssen, um sich selbst treu zu bleiben.“ Auch den Umgang mit Wut hält die Autorin für entscheidend, da dieses Gefühl tiefer liegende Emotionen verdecke, etwa Trauer.

Hinderlich für ein gesundes Selbstwertgefühl seien oft unbewusste Lebensregeln, die man wie ein Korsett mit sich herumtrage. Etwa die Ansicht, es allen recht machen zu müssen, so dass eigene Bedürfnisse nicht wahrgenommen und erfüllt werden. „Bereits allein dadurch, dass Sie sich mit Ihren Lebensregeln kritisch beschäftigen und auseinandersetzen, wird ein positiver Prozess in Gang gesetzt“, glaubt die Psychotherapeutin. Außerdem gibt sie konkrete Tipps, wie man ein Leben mit Hochsensibilität effektiv gestalten kann. Zum Beispiel könnten Betroffene lernen, Gespräche so zu steuern, dass sie aus ihnen Kraft schöpften, anstatt „im Wortschwall des Gegenübers zu ertrinken“. Dafür müssten sie erkennen, auf welcher Gesprächsebene sie sich gerade bewegten, und aktiv Einfluss auf die Tiefgründigkeit der Konversation nehmen. Sand präsentiert auch eine Sammlung Energie bringender Aktivitäten, aus der jeder Leser eine für sich passende heraussuchen kann. Zudem ist es möglich, sich in einem eigens entwickelten Hochsensibilitätstest zu prüfen.

Erfahrungsberichte von Klienten lockern das Buch auf. Es ist Sand ein Anliegen, psychische Leiden unter Einbeziehung von Hochsensibilität neu zu betrachten. Sie glaubt, eine psychotherapeutische Standardbehandlung könne bei Patienten mit diesem Persönlichkeitsmerkmal zu einer Verschlechterung des Zustands führen.

Der Markt wird zwar geradezu überschwemmt mit Literatur zu diesem Thema. Ilse Sand setzt mit ihrem Erstlingswerk – in Dänemark und Schweden bereits ein Bestseller – dennoch Maßstäbe. Denn ihr glückt das Kunststück, Hochsensibilität in ihrem Kern zu erfassen und hochsensiblen Lesern eine wohlüberlegte Anleitung zum Umgang mit sich selbst an die Hand zu geben.

Hiding emotions in front of Highly-Sensitive Children (HSCs)…

…can be destructive… Not only interesting for adults with children:

https://happysensitivekids.wordpress.com/2017/03/07/how-emotionally-honest-should-you-be-with-a-highly-sensitive-child/