Archiv der Kategorie: HS im Alltag

Mensch!

Coach A: „Ich sehe den Menschen als Ganzes.“

Coach B: „Oh ja, ich sehe auch den Menschen als Ganzes.“

2 Coaches, 2 Haltungen. Eine davon mit der Absicht, zu geben. Eine davon mit der Absicht, etwas zu bekommen.

Blogger A: „Mensch! Coach A…“ *

Blogger B: „Mensch! Coach A…“ *

2 Blogger, 2 Haltungen.

Mensch, wie ist deine Haltung?

* Eine ewige Wiederkehr des Potentials, die eigene Haltung mit jeder neuen Entscheidung überprüfen und ändern zu dürfen. Carpe momentum.

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Der Elefant im Raum zwischen Reiz und Reaktion

Jeder hat schon einmal etwas von dem Elefanten im Raum gehört. Gestern hatte ich einen solchen in einem Gespräch zum Ausdruck gebracht – was einiges an Überwindung kostete, weil die Worte dafür nur schwer zu finden waren – eine innere Prägung oder Gefühle zu fassen zu bekommen, grenzt – zumindest für mich – schon fast ans Unmögliche. Ich hatte jedoch keine andere Möglichkeit, sonst wäre ich geplatzt.

Mir ist beim Radfahren die Idee gekommen, diesen Elefanten mit dem Zitat von Viktor E. Frankl und eine meiner Erkenntnisse der letzten Tage zu verbinden. Hier das Zitat: „Zwischen Reiz und Reaktion gibt es einen Raum. In diesem Raum haben wir die Freiheit und die Macht, unsere Reaktion zu wählen. In unserer Reaktion liegen unser Wachstum und unsere Freiheit.“

So – jetzt stelle man sich einen solchen Elefanten in unterschiedlichen Räumen vor. Im ersten Raum – im Bild unten ganz unten dargestellt, hat so ein Elefant nicht wirklich viel Platz. Da ist es sehr ungemütlich und eng. Aber immerhin ist die Reaktion dann schneller vorbei – jedoch mit einem Ergebnis, welches meine Intuition und mein Automatismus wie immer sofort ausgespuckt haben. Zack – da ist es wieder, das alte Muster und die alte Leier. Der Elefant ist so nicht wirklich kleiner geworden und tänzelt wieder wie gewohnt im Raum hin und her. Hmpf! Wie wäre es jedoch, ich würde dem Elefanten mehr Raum geben – also mehr Platz zwischen Reiz und Reaktion? Das habe ich gestern gemacht – und das auszuhalten war für mich wirklich eine Meisterleistung – denn dadurch bin ich bei mir selbst geblieben. Das hat einiges an Kraft gekostet – aber nur so kann ich mich zeigen und kann gesehen werden. Ich habe mehr Zeit, mich darauf zu konzentrieren, wie ich den Elefanten beschreibe und auf welche Art und Weise. So kann ich meinem inneren Impuls – das, was wirklich in mir drinnen ist und mir nicht anerzogen wurde – viel mehr Raum, Vertrauen und Sicherheit geben, da zu sein.

Aus alt mach neu…

Fängt man damit an, den Elefanten zu sehen oder gar ihn anzusprechen, so verwirre ich mich oder mein Gegenüber im ersten Moment, es tut manchmal innerlich auch weh. Dafür wird der Elefant im Raum kleiner und es entsteht dafür 3mal so viel Raum der Verbundenheit und Menschlichkeit. Herzraum. Man merkt das im eigenen Körper, es lösen sich Dinge und es kann einem im Nachhinein so richtig schön warm werden. Hier durchzugehen tut langfristig gesehen gut und ich werde mir selbst und meinem Gegenüber bewusster. Puuuh…

Und wenn man das sehr genau macht, dann kann es sein, dass der Elefant einem ein ganz leises „Törööö“ ins Öhrchen haucht…

Schlaft schön und bis zum nächsten Mal,

Julia

„Erst der Mut zu sich selbst wird den Menschen seine Angst überwinden lassen.“ Viktor E. Frankl

Bergführerin in Not…

…oder: wie sich in einer Situation Stärke und Schwäche zugleich zeigen können.

Welch phantastische Landschaft! Die Brenta – ein wunderbares Fleckchen von UNESCO-Welterbe breitet sich vor mir aus und auf – und mein Herz scheint verloren 🙂

Steile Felsmassive ragen empor und liegen zu meinen Füßen – die gegen Mittag aufsteigenden Nebel hüllen den Dolomitenfels in ein faszinierendes Naturspektakel. Und dann haben wir auch noch sowas von Glück mit dem Wetter… (als es die eine Woche zuhause so unglaublich heiß war, hatte ich mich in die Berge verkrümelt 😉 )

Ich bin in einer Gruppe unterwegs. Wir sind zu sechst inklusive einer Bergführerin. Irgendwann verriet sie uns, dass sie die 3. ausgebildete Bergführerin Deutschlands sei. Sie erschien mir in vielen Situationen als starke Frau, die weiß, was zu tun ist und die auch weiß, was sie will.

Das sollte sich ändern.

Denn am letzten Abend machte ihr eines ihrer Knie zu schaffen. Das hatte sich wohl schon im Laufe des Tages angekündigt – als wir noch mitten im Sentiero Bocchette Alte unterwegs waren – einem der Höhepunkte der Brenta mit wunderbaren Ausblicken und fröhlichen Kletterstellen. Nun schwoll leider ihr Knie an und die Bedenken auch. Am nächsten Tag hatten wir kein großes Programm mehr – „nur“ noch die Wanderung zur Seilbahn ohne Kraxelei. Doch auch für eine solche Strecke muss der Körper in der Lage sein, durchzuhalten. Und mit angeschwollenem Knie kann einem da der Spaß vergehen. Vor allen Dingen, wenn man sie abends laufen gesehen hat. Oh je…

Nun, was tun? Ich überlegte insgeheim schon, ihr den kompletten Rucksack abnehmen zu wollen. Nee, das ist wieder mein Retter-Automatismus der sich meldet. Zack – war die Idee da und zack – stieg mein neuer Steuerungsmechanismus ein: Ist es wirklich das, was der Situation und der Gruppe nun am ehesten hilft?

Nein. Nochmal überlegen.

Am Ende machte ich ihr abends in der Runde das Angebot, dass sie uns gerne schwere Sachen aus ihrem Rucksack geben könnte, die wir dann in unseren Rucksäcken verteilen. Sofern sie das überhaupt wollte. So wusste sie von unserer Hilfsbereitschaft und sie konnte selbst entscheiden, ob und wieviel sie bereit zu geben war. Denn nur sie konnte einschätzen, was ihr Körper zu tragen in der Lage war.

Auf einmal kam ein ganz wichtiger Satz aus ihrem Mund:

„Ich kann doch so schlecht Hilfe annehmen.“

Was für ein starker Satz. Was für ein Satz! Er drückt Schwäche und Stärke zugleich aus. Stärke deshalb, weil sie den Mut hatte, genau das auszudrücken und somit ihr Innerstes zu offenbaren und sich verletzlich zu zeigen.

Ich sagte ihr sofort: „Oh ja, das kenne ich nur zu gut.“

Wenn beide Seiten in der Lage sind, zum einen bedürfnisorientiert und würdevoll Hilfe anzubieten und zum anderen Hilfe anzunehmen – dann ist das eine WinWin-Situation. Da ist keine Schwäche mehr – da ist nur noch Stärke. Aber nur, wenn man genau hinschaut und entsprechend kommuniziert.

Warum manche Menschen so schlecht Hilfe annehmen können?

Vielleicht weil man früher nie landen durfte. Beim anderen im eigenen Sosein nie landen durfte. Die eigene Verletzlichkeit nicht gesehen werden wollte und die Hilfe anders ausfiel, als man sie eigentlich gebraucht hätte.

Vielleicht ist das ein Grund, warum man gerne lieber nur stark erscheint als sich in seiner Verletzlichkeit zu zeigen. Weil man damals überfahren wurde und es einem nicht erlaubt wurde, sich schwach zu zeigen. So wie man gerade ist. Als Mensch lebendig. Ganz.

In dieser Situation strahlte die Bergführerin eine etwas schüchtern daherkommende Liebenswürdigkeit aus. Irgendwie ein schöner Moment.

Das Ende vom Lied? Nach dem Abendessen verteilte sie im Zimmer ihre schwersten Dinge aus ihrem Rucksack: Ich nahm ihre Steigeisen, Julian durfte das Seil tragen (im übrigen war er – glaube ich – sehr stolz darauf 😉 ) und Barbara bekam noch irgendwelche Karabiner & Co. in die Hand gedrückt.

Am nächsten Tag liefen wir dann ganz langsam los und keine 15 Minuten später waren wir schon fast wieder im normalen Wandertempo unterwegs. Das Knie der Bergführerin hatte sich wieder „eingewandert“ und so kamen wir alle munter an der Seilbahn an.

Ich war mit einer wunderbaren Gruppe unterwegs, habe neue Menschen kennengelernt und vor allen Dingen neue Berge und ein neues Körpergefühl.

So darf es weitergehen 🙂

Euch allen einen guten Start in die neue Woche und liebe Grüße,
Julia

Absichtslos oder doch nur lose Absicht?

Oder: When „Magic“ happens…

Für mich ist das größte Glück auf Erden in der Begegnung mit einem Menschen, eine Seite in ihm oder ihr zu erspüren, die er/sie selbst bisher noch nicht kannte und die ein gewisses Erstaunen hervorruft.

Ein unglaublich schöner Moment. Voller Kreativität, Schöpfertum und neuen Möglichkeiten.

Manchmal gehe ich jedoch genau mit diesem Ziel in eine Begegnung hinein – mit dem Ziel, einen genau solchen Moment erfahren zu wollen. Mit vollster Absicht. Die aber ganz leise und trügerisch daherkommt. Im Untergrund mitwabert. Und hinterher dann die Enttäuschung, wenn ich keine Magie und Verbundenheit gespürt habe. Wie denn auch?!?

Ich wünsche mir für mich selbst, dass ich in zukünftigen Begegnungen so absichtslos wie möglich hineingehen und etwas entstehen, passieren lassen kann, was noch nie zuvor dagewesen ist. Das wünsche ich mir. Von Herzen. Meine Neugier ist kurz vor dem Platzen vor Freude 😉

Einen guten Start in die Woche Euch allen mit Begegnungen voller Wunder und Überraschungen!

Alles Liebe,
Julia

Ein Ort der Tat…

…oder: warum man sich als Hochsensible einen Tatort antut!

Puuuh… Nein – ich bin kein typischer und regelmäßiger Tatort-Gucker. Ganz und gar nicht.

Jedoch hatte ich gestern im Podcast von Kristian Thees auf SWR3 das Interview mit Cornelia Gröschel angehört – und war hin und weg von der Natürlichkeit der Schauspielerin als auch vom Erzählen über die Dreharbeiten ihres 1. Tatorts. Dem Dresdner Tatort. Sie hatte damals die Heidi gespielt und wohnt jetzt in Karlsruhe. So schlimm kann die Folge („Das Nest“) also gar nicht sein.

Das war für mich Motivation genug, mal wieder einen Tatort zu schauen. Jetzt – das Ende vor 5 Minuten gesehen – schlägt mein Herz immer noch vor Aufregung – der High Sensation Seeker freut sich und den Hochsensiblen muss ich erst noch suchen gehen. Der steckt irgendwo und möchte erstmal nicht mehr raus.

Alles in allem: ein richtig spannender Tatort mit genialen Schauspielern und unglaublich guten Szenerien. Punkt. Besser kann ich das jetzt gar nicht ausdrücken.

Nichtsdestotrotz wird das jetzt erstmal bis zum nächsten Schaltjahr mein letzter Thriller gewesen sein. Ihr wollt nicht wissen, wie oft ich die Augen zusammenkneifen und die Hand vor den Bildschirm halten musste.

Leider habe ich die letzte Frage des Oberkommissars (oder was auch immer eine Funktion der hat) nicht verstanden – was hatte die gebrochene linke Hand mit dem Skalpell zu tun?!? Vielleicht kann mir das noch jemand erklären. Durch das Wegschauen verpasst man leider auch das ein oder andere Detail.

Nun ja – jetzt hat sich zumindest mein Puls wieder einigermaßen normalisiert und mein High Sensation Seeker freut sich noch immer. Während der Hochsensible so langsam aus der Ecke gekrochen kommt und sich ganz behutsam ein Kägi fretli zur Beruhigung auf der Zunge zergehen lässt…

Erleichterte Grüße,
Julia

Der Mai macht alles neu…

…und so auch mein Körpergefühl – oder: Über Psoas und Pectoralis im polyvagalen Raum… (nein, jetzt nicht gleich aufhören zu lesen 😉 )

Es ist für mich zwar ungewöhnlich, direkt im Anschluss einer neuen Erfahrung und neuer Erkenntnis einen Blogbeitrag zu schreiben, aber ich mache das jetzt einfach und schreibe ins Blaue 😉

Nach meiner heutigen Maiwanderung habe ich mich mit Keksen und Kaffee auf meine Couch gepflanzt und habe etwas im Internet gesurft. Ich hatte den ganzen Tag schon so ein komisch fahriges, unruhiges aber auch zugleich starres Gefühl – das ging auch beim Wandern nicht so richtig weg.

Und gerade vor 10 Minuten hat sich in meinem Körper irgendein Muskel gelöst, entspannt – irgendetwas hat da losgelassen. Jetzt habe ich mal genauer geschaut – es muss sich hierbei um den Pectoralis handeln (Brustmuskel) – ob es jetzt der major oder minor war, muss ich am Freitag meine Expertin fragen. Seit ein paar Wochen lerne ich die Alexander-Technik und komme dadurch immer mehr zu einem bewussteren Körpergefühl und der „richtigen“ Nutzung meiner Wirbelsäule und was sonst noch so dazugehört.

Das Wichtigste, was ich hierbei gelernt habe ist, dass ich bisher überhaupt nicht bemerkte, dass mein Psoas-Muskel in vielen Haltungen verkrampft ist (auch wenn ich vermeintlich entspannt liege, sitze oder stehe). Das Gefühl, diesen Psoas-Muskel „einfach“ freizumachen und ihn loszulassen ist ein unglaublich erleichterndes Gefühl – ich habe den Eindruck, dass dadurch im Körper (und auch im Geist 😉 ) viel mehr Raum entsteht. Im Übrigen wird der Psoas auch Seelen-Muskel genannt – aber das nur am Rande 😉 …

So – zurück zu diesem Pectoralis-Muskel. Genau das gleiche, raumgebende Gefühl hatte ich gerade mit diesem Muskel im Brustbereich. Es fühlt sich unglaublich erleichternd und frei an – meine Atmung klappt viel besser und ich merke, dass der komplette Brustbereich sich entspannt hat (ein nach unten versinken).

Jetzt war mein Gedanke: Was hat dieser Pectoralis-Muskel mit dem Psoas-Muskel gemeinsam? Oder was verbindet die beiden?

In diesem Dokument wird tatsächlich ein Zusammenhang dieser beiden Muskeln beschrieben – ab Seite 16. Ich finde das hochspannend. Insbesondere auch im Zusammenhang mit der Polyvagaltheorie von Stephen Porges und dem Sicherheitsempfinden des Nervensystems. Meine These: Fühlt sich das Nervensystem nicht sicher, so ziehen sich Psoas und Pectoralis zusammen – ein automatischer Schutzmechanismus, wenn man einmal gelernt hat, dass Körperstarre ganz gut ist, um aus bedrohlichen Situationen zu „fliehen“ (hat wahrscheinlich einen ähnlichen Effekt, wie wenn sich ein Kind die Hand vor die Augen hält und sagt „ich bin jetzt nicht mehr da“ 😉 ).

Das Gute an diesen Zusammenhängen? Wenn ich ein gutes Körpergefühl entwickle – insbesondere für diese beiden Muskeln – kann ich zumindest ansatzweise herausfinden, wo mein Nervensystem gerade steht und wie ich mich wieder aus dieser erstarrten Haltung herausentspannen kann.

Klingt gut! 🙂

Euch wünsche ich noch eine schöne Restwoche und viele liebe Grüße,
Julia

Ostern – oder: auf der Suche nach sICHerheit

Über die Osterfeiertage habe ich in einem ganz besonderen Buch geblättert.

Elli und der unsichtbare Schnabel.

Simone Dräger, die Autorin, schreibt hier über ein Phänomen, welches – genauso wie Hochsensibilität auch – unsichtbar ist – sie schreibt über ihr bisheriges Leben und über eine Art unsichtbaren Teppich, der sie jeden Tag begleitet. Simone ist in vielen Situationen ihres Alltags in sich selbst gefangen und reagiert mit Nichts – also mit Sprachlosigkeit, einer hohen Erregung ihres Nervensystems und einer seelischen Starre. Sie bringt Licht und Klarheit in den Nebel des Mutismus.

Warum ich das hier schreibe? Nun, Simone schreibt nicht nur eine Geschichte über die Ente Elli – sie schreibt im 2. Teil ihres Buches auch darüber, was Mutismus genau ist und was das mit dem Zustand ihres Nervensystems zu tun hat – es ist eine Suche nach Sicherheit.

Was ich an Simones Beschreibung faszinierend finde? Sie trägt die Arbeiten sämtlicher Fachexperten und Wissenschaftler zusammen, die mich gerade selbst interessieren. Ich war wirklich baff! Aber mit Mutismus habe ich gar nichts zu tun. Nun ja, ganz früher vielleicht. Aber jetzt beschäftige ich mich mit einem ganz anderen Thema, in welchem es auch um die Suche nach Sicherheit geht.

Stephen Porges hat eine neue Theorie entwickelt um zu erklären, wie unser Nervensystem auf (Lebens-) Bedrohung von außen reagiert und wie man wieder in die Lage kommt, sich sicher zu fühlen. (Polyvagaltheorie)

Er beschreibt ganz genau, dass der gleiche Mensch in der gleichen Umgebung ganz unterschiedliche Reaktionsweisen zeigen kann, wenn sein Nervensystem sich in einem anderen Zustand befindet (Neurozeption).

Was hat das Ganze nun mit Hochsensibilität zu tun? Nun – läuft das Nervensystem auf Hochtouren und wählt es als Exit-Strategie den Freeze, also eine Starre, dann könnte ein Hochsensibler auf die Idee kommen, das wäre ja „nur“ eine Reizüberflutung. Dabei wären ganz andere Maßnahmen erforderlich. Genau bei dieser Unterscheidung sollten Hochsensible genau Bescheid wissen, wann sich ihr Körper in der Reizüberflutung befindet und wann evtl. in einem Notzustand ihres Nervensystems (oder beides).

Im einen Falle ist Reizabschottung hilfreich, im anderen Falle hilft die Stimulation des sogenannten ventralen Vagusnervs (z.B. Kontakt zu lieben Menschen, den eigenen Körper spüren, langes langsames Ausatmen, …).

Ich habe schon viel zu viel geschrieben. Warum? Weil die Suche nach Sicherheit des Nervensystems so viele verschiedene Ausprägungen haben kann wie es Sandkörner auf dem Mars gibt. Deshalb im Anschluss meiner Worte noch eine Liste von Themen, die mit Unsicherheit im Nervensystem einhergehen können. Viel Spaß beim Stöbern und beim Finden eines jeden persönlichen Ostereis 🙂 (Ei, nicht Eis, sonst hieße es Ostereises – hihi…)

Frohe Ostern uns allen!

Liebe Grüße, Julia

 

PS.: Einem Wort habe ich übrigens in meinem Text oben keinen Raum geschenkt – aus dem Grund, weil es sehr oft missverstanden wird. Dem „Raum“ schenke ich jetzt allerdings 2 Buchstaben. Ein „T“ vorne und ein „A“ hinten.

Nein, es sind nicht immer einmalige Ereignisse, die dieses auslösen, wie z.B. Krieg, Gewalt usw. Es können auch (vor-) geburtliche Ereignisse oder Ereignisse in den ersten 3 Jahren in der Entwicklung eines Kindes sein, die die Sicherheit desselben gefährden, ohne dass es den Eltern selbst bewusst ist (weil z.B. ein Elternteil selbst traumatisiert sein könnte) – Entwicklungstrauma genannt.

HSP (Elaine Aron, Ilse Sand, Tom Falkenstein)

Hochbegabung

Mutismus

Arno Gruen (alle Bücher)

Bindungsstörungen (Schutzgarten, Buch: Liebe & Bindungsangst)

Angst, Panikattacken, Prüfungsangst

Jonice Webb, CEN (Running on Empty)

Gopal Norbert Klein (Lokale Gruppen)

Buch: Entwicklungstrauma heilen (Heller, LaPierre)

Epigenetik, Kriegskinder

Wie weiter? Ganz einfach: Gute Selbstfürsorge, Kontakt zu anderen Menschen (sich selbst mitteilen, SEIN) und neue Erfahrungen (alte Erfahrungen überschreiben, TUN).

Körpertherapie (reine Gesprächstherapie kommt nicht an die tiefen Schichten des Nervensystems ran!), Sport, Musik, Natur, GfK, EFT, Alexander-Technik, Kreativität, das Eigene nach Außen bringen, Singen, Kontakt mit lieben Menschen, für mich selbst da sein und da bleiben, gute Selbstfürsorge, Selbstmitgefühl (Kristin Neff), Schreiben (Stephan Konrad Niederwieser), sich mitteilen in lokalen Gruppen