Archiv der Kategorie: HS im Alltag

Illuminati

Es werde Licht!

Und in Wirklichkeit fing alles mit dem unsichtbarsten äh… unfühlbarsten Gefühl aller Gefühle an: dem Ekel.

Da ich gerade innere Arbeit mit meinem Nervensystem praktiziere auf Grundlage der Polyvagaltheorie, stolpert man während des Prozesses auch irgendwann über das ungefühlte Gefühl des Ekels. Ich könnte anstatt Ekel auch Übelkeit schreiben, weil es sich „angenehmer“ liest – mach ich jetzt aber nicht. Hätte ich früher gemacht 😉

Da das Gefühl des Ekels auch in wissenschaftlichen Kreisen noch sehr im Dunkeln verborgen liegt, wollte ich da einfach mal mit meiner Taschenlampe hineinleuchten.

Damit ihr mir folgen könnt, beschreibe ich euch meinen Leuchtweg:

Zuerst landete ich tatsächlich bei Jean-Paul Sartre, der ein Buch mit dem Titel „Ekel“ verfasste. Schnell bin ich auf die Information gestoßen, dass er es hätte eigentlich ganz anders benennen wollen: Melencolia – angelehnt an Albrecht Dürers Kupferstich Melencolia I.

Tja – dann bin ich mal wieder bei diesem angeblich so rätselhaften Kupferstich von Dürer gelandet:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Melencolia_I

Ich könnte mich an diesem Bild Stunden erfreuen, weil es einfach zahlreiche Details enthält und diese doch nicht zum Kern führen. Nicht zuletzt das abgebildete magische Quadrat rechts oben lässt Zahlenherzen höher schlagen :-)))

Doch warum nur zerschlägt sich alle Welt die Köpfe über dieses Bild?

Zwischendurch habe ich mir mal noch eine Dokumentation herausgesucht, wie solch ein Kupferstich überhaupt hergestellt wird:

Ich kann nur sagen: der Dürer war wirklich ein Künstler und Genie. Faszination pur, wenn man sich vorstellt, wieviele Stiche notwendig waren für solch ein Bild voller Details, Schattierungen und Verzierungen!

Jetzt nur nicht ablenken lassen 😉

Ich frage mich die ganze Zeit: warum nur blickt diese engelsgleiche Gestalt so traurig vor sich her? Geld hat sie genug, rechts vor ihr ist ein Geldbeutel mit 3 Knöpfen zu finden – und ein Schlüsselbund, ein Zeichen großer Macht. Tja, das hilft leider alles nichts… Auch all die mentalen Verschwurbelungen, die man sich durch dieses Bild antun kann, führen nicht zum Ziel und nicht zum Kern… (Kreisspiegelung, Anzahl der Leitersprossen, Waage, Sanduhr, bla bla bla) Alles Ablenkungsmanöver! Ich möchte gar nicht wissen, wie sehr Dürer in sich hineingegrinst haben muss, als er sein Kunstwerk anfertigte.

Vom Blick her schaut sie ins Leere, ganz teilnahmslos (Starre, dorsaler Vagus, Polyvagaltheorie). Hält man jedoch das eine Auge zu, könnte man meinen, sie schaue ins Licht. Hält man das andere zu, schaut sie auf den Polyeder. Ein etwas verzerrter Würfel, dem bereits zwei Kanten abgeschnitten wurden, vielleicht mit der am Boden liegenden Säge?

Ich nehme jetzt einfach an, dieser Polyeder sei aus Stein. Welche Werkzeuge benötigt denn ein Bildhauer? Genau, fast alles, was da so auf dem Boden herumliegt. Inklusive dem Hammer und der… Ja wo ist sie denn, die Meißel??? Kein Wunder, der Künstlerin fehlt ihr Werkzeug! Das, was Dürer beim Erstellen dieses Kupferstiches wie eine Feder führte, das fehlte der sich der Melancholie hingebenden Gestalt, um ihren Polyeder weiter zu bearbeiten.

Es ist also das Unsichtbare im Sichtbaren, was dieses Kunstwerk zum Rätsel macht.

Und die eigentliche Frage müsste doch lauten: welches Werkzeug fehlt euch noch, um wieder lebendig und voller Freude zu werden?

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen guten Start in die neue Woche mit vielen Impulsen, um herauszufinden, was euch persönlich wirklich fehlt, um lebendig zu werden und das eigene Licht zum Leuchten zu bringen.

Albrecht Dürer – ein Licht(u. Schatten)arbeiter 😉

Alles Liebe, Julia

Der Schmetterling…

…der einen Orkan auslöst.

Meines Erachtens ist dieses Interview mit einer der bekanntesten Trauma-Expertinnen Deutschlands, Michaela Huber, eines der wichtigsten im aktuellen Chaos.

Meine Hoffnung ist, dass es – trotz der Notfallmodi überall auf der Welt – von vielen gehört wird.

2 Kontexte sind dabei wichtig:

– Beim Lesen des Wortes „Trauma“ hören schon ganz viele auf zu lesen, weil sie denken, sie wären nicht betroffen. Das Gegenteil ist der Fall! (Polyvagaltheorie und Entwicklungstrauma)

– Die Lösung?

https://shop.holz-kreativ.eu/webshop/gefühlswürfel

Mir bewusst machen, dass es seit meiner Kindheit etwas Unausgesprochenes, Tabuisiertes gibt, wovon ich überzeugt bin, wenn ich es denn mal im Kontakt anspreche, zu meinem „Ausschluss/Tod“ führt. Und dann mich ehrlich mitteilen in einem sicheren Kontakt. Eine neue Erfahrung, gegen die sich das eigene Nervensystem so sehr sträubt, weil das alte (langweilige) Kopfkino so mächtig erscheint. Auch die Welt scheint! im Außen so überaus komplex. Wie beschrieben ist die Lösung vom Prinzip her jedoch sehr einfach. Zu einfach und naheliegend, vielleicht.

Bitte teilen. Danke.

Liebe Grüße und eine frohe Weihnacht, Julia

Schlangengespräche…

…fanden am Sonntag leider nicht statt.

Mit dem Auto unterwegs fuhr ich an drei Bäckereien vorbei, vor denen Menschen eine Schlange bildeten.

Nur schade, dass sie sich nicht unterhielten und so mancher aufs Smartphone starrte.

Sie schauten sich nicht einmal mehr an.

Mein Wunsch zur Weihnacht?

Einander anschauen.

Dem Immunsystem kann im Moment nichts besseres passieren.

Bleibt gesund! in Kontakt!

Ich Sein

Oder: warum Joseph Beuys in Kassel 7.000 „Eichen“ pflanzen ließ.

Mir geht es heute sehr unterirdisch – und mir ist gerade überhaupt nicht nach Schreiben und kreativ sein. Deshalb möchte ich jetzt den Gegenbeweis antreten und trotzdem Schreiben. Dieses „alte Gefühl“ brauche ich nicht mehr und es hält mich davon ab, lebendig zu sein – Ich zu Sein. Damit zum Thema.

Ich beschäftige mich schon länger mit dem Projekt der 7.000 Eichen des Joseph Beuys in Kassel. Sowieso habe ich das Gefühl, das fassen zu können, was Beuys mit seiner Sozialen Plastik ausdrücken wollte.

Deshalb gingen mir diese 7.000 Eichen nicht mehr aus dem Kopf, die er im Zuge einer Kunstausstellung in Kassel innerhalb einiger Jahre pflanzen ließ. Der Wahnsinn! 7.000 junge Eichen im Stadtgebiet pflanzen – und neben jedem Baum (es sind nicht nur Eichen, die gepflanzt wurden!) steht ein Monolith. Der eigentliche Hammer war ja, dass mit Projektbeginn ein Monolithhaufen vor dem Rathaus in Kassel abgeladen worden und ein Monolith nach dem anderen an seinen Bestimmungsort transportiert wurde.

Tja – warum nun diese 7.000 Bäume und all die Steine? Und warum genau 7.000?

Letzten Endes sind es ja nicht nur Eichen, die gepflanzt wurden. Warum hat Beuys die Eiche als Name im Projekt gewählt?

Ich habe meiner Phantasie freien Lauf gelassen und bin zu einer Interpretation gekommen.

eICHe: in der Eiche steckt das Wort „Ich“

S_t_EIN: wenn man das T im Stein weglässt, erhält man das Wort „Sein“ und ein t – welches übrig bleibt. Symbolisch verkörpert das t auch ein Kreuz.

eICHe + S_t_EIN <–> beiderseitige Referenz, Spannung

Also bekommen durch die gleichzeitige Platzierung von Eiche und Stein beide eine Referenz aufeinander. Sie beziehen sich auf sich – die Eiche auf den Stein und der Stein auf die Eiche. Nur wächst die Eiche mit den Jahren – und der Stein bleibt Stein.

Hier ist schon der Titel meines Beitrags zu erkennen – es könnte sich um das „Ich Sein“ handeln – mit weiteren Faktoren, die darauf Einfluss nehmen.

Warum nun genau 7.000 Eichen und nicht 6.000 oder 8.000?

Mir fiel gestern zufällig ein Bibelzitat in die Hände: „Und ihr sollt wissen, liebe Freunde, dass ein Tag für den Herrn wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie ein Tag.“ – 2.Petrus 3, 7-9

Die 7 Tage einer Woche könnten die Zeit repräsentieren. Und die drei „Nullen“, die als Zahl unter allen Zahlen den größten Raum einnehmen, könnten für „3D“ stehen – na ja, eigentlich eher 000, also „3*0“ ;-).

Also Raum und Zeit. Raumzeit.

Doch was haben nun der Stein und der Baum mit Zeit und Raum zu tun?

Ich nehme mir das „t“ – also das Kreuz – welches aus dem Stein fällt, um zum Sein zu kommen. Das Kreuz könnte einen an Jesus erinnern, an eine Krise. Vielleicht sind damit die persönlichen Krisen gemeint. Vielleicht ist damit aber auch schlicht und ergreifend der Moment gemeint, der sich beim Aufeinandertreffen von Stein und Baum, äh…, von Bewegung im Raum (horizontaler Strick des „t“) und einem Zeitpunkt (vertikaler Strich des „t“) eröffnet. Eine Raumzeit, die wir Menschen vergessen haben, zu erkennen und zu nutzen.

Ich selbst lerne immer mehr, was es bedeutet, mich im Moment ehrlich mitzuteilen. Mich selbst im Moment wahrzunehmen und auszudrücken, was ist. Der Stein ist meine Wahrnehmung – also das, was wahrnimmt – und der Baum ist das, was ich in diesen (menschlichen) Raum hineinwerfe und was sich zeigt und entwickelt – das, was Raum einnimmt. Das ist das Malen im Moment. Soziale Plastik. Das Innere des Menschen als Farbgeber und Maler – das Außen die Leinwand. Genau deshalb meinte Beuys, dass jeder Mensch ein Künstler sei. Das Chaos im Innern des Menschen ins Außen gebracht – dem Chaos Raum gebend. Fettecke.

Nur haben wir schon seit hunderten von Jahren ein Problem. Der Stein (also die Wahrnehmung) eines jeden Menschen wird von seiner Geburt an mit Decken verschiedenster Art überdeckt. Irgendwann – meist in einer persönlichen Krise – spürt man das Vorhandensein (meist nur) der (oberen) Decken. Das ist der Aufbruch. Der Moment, wo Jesus zum Kreuz griff. Der Moment, wo in einem persönlich die eigenen Illussionen bewusst werden.

Und immer mehr findet dann eine Arbeit statt, die einen nicht nur zur Freilegung der eigenen Wahrnehmung führt, sondern auch zur Freilegung der eigenen Intuition und Kreativität.

Um das auszudrücken, hatte Beuys auch sein Kisten-Projekt ins Leben gerufen: „Intuition statt Kochbuch…“ Wer mehr davon mag, der lässt es sich am besten von Johannes Stüttgen erklären. Diesem höre ich unwahrscheinlich gerne zu:

Meine Essenz: Nur wenn ein Mensch fähig ist, wieder zu seiner eigenen Wahrnehmung (Stein) zurückzukehren, kann ein(e) (e)ICH(e) gesund (weiter-) wachsen.

Deshalb mache ich gerade eine Ausbildung zum Coach. Ich finde es so überaus schön und faszinierend, wenn ein Mensch eine Landeplattform bekommt, um sich und seine eigene Wahrnehmung (Körper, Gefühle, Gedanken) ganz frei zum Ausdruck zu bringen. Ein wunderschöner Prozess, der zur eigenen Lebendigkeit führt.

Und was ist die Ableitung der obigen Essenz? Wenn wir es nicht schaffen, die eigene Wahrnehmung eines jeden einzelnen wieder freizulegen (Polyvagaltheorie, Selbstregulation des Nervensystems) und uns im Kontakt so zu zeigen, wie wir gerade sind, werden die Probleme im Außen unser Chaos im Innern widerspiegeln. Wir müssen uns nicht um die Bäume, um die Natur und um die Probleme im Außen kümmern. Räumen wir mit der Dysregulation in unseren Nervensystemen auf, so geschieht die Anpassung des Außen an das Innere ganz automatisch.

Ich fühle Zufriedenheit. Der Beitrag gefällt mir sehr gut und ich freue mich, so viele Zusammenhänge ausgedrückt zu haben.

Euch noch eine schöne Woche mit ganz viel Lebendigkeit im mOMENt 🙂

Ein Nikolausgeschenk…

…der besonderen Art bekam ich heute von meiner Namensvetterin Julia.

Sie hat mich in ihrem Psychologie Podcast zum Thema Hochsensibilität interviewt und schenkte mir bereits letzte Woche eine Erfahrung, die ich so noch nie machen durfte.

Wir beiden kennen uns schon sehr lange – sie hat genauso einen Blog auf WordPress wie ich. Nur verlagerte sie Anfang des Jahres ihren Schwerpunkt auf ein neues Projekt – ihren Psychologie Podcast. Als ich Julias Anfrage bekam, musste ich nicht lange überlegen – ich fühlte und fühle mich bei ihr sehr sicher und gut aufgehoben.

Jetzt fühle ich mich sehr reich beschenkt, weil dies mein erstes Interview über Hochsensibilität ist und ich überhaupt nicht wusste, was da auf mich zukommt. Ich konnte sämtliche meiner Erkenntnisse aus der Polyvagaltheorie anwenden und hatte so die Erfahrung eines entspannten Interviews trotz unbekannten Terrains.

Julia, von Herzen danke!

Ich freue mich schon auf unser nächstes Gespräch – allerdings ganz privat und mit ganz vielen Gänseblümchen drumherum 😉

Liebe Grüße, Julia

Ent-knautscht

in memoriam Sabine Dinkel 🙂 *mit freudigem und herzlichem Wink nach oben…*

Vorhin auf dem Weg zurück von meiner Alexander-Technik-Stunde kam mir das Wort „Ent-knautscht“ in den Sinn. Ich fühle mich danach immer so stimmig und ent-knautscht.

Setzt voraus, dass der Körper irgendwann einmal gelernt hat, sich zu zer-knautschen.

Und das wiederum ließ mich sofort an die liebe Sabine Dinkel erinnern, die vor ein paar Jahren meinen Blogbeitrag mit dem Knautschball gelesen und in ihrem Buch „Hochsensibel durch den Tag“ erwähnt hat. Ich denke immer noch mit Freuden an diesen sehr bereichernden und wertvollen Austausch zwischen uns zurück.

An diesen Knautschball musste ich jetzt wieder denken. Und kann ihn nun unter einem zusätzlichen Aspekt betrachten. Damals habe ich ihn rein mit der Reizüberflutung eines Hochsensiblen in Verbindung gebracht. Und nun bin ich – dank der Polyvagaltheorie – in der Lage, den Transfer auch zu jedem Menschen zu machen – nicht nur zu den Hochsensiblen.

Ein jeder Mensch in unserer Gesellschaft wird durch viele Einflüsse seiner Umwelt in eine gewisse Form gebracht, er wird geformt. Das ist erstmal eine ganz neutrale Formulierung – jedoch kann ich durch die vielen Erfahrungen und Beobachtungen in den letzten Monaten und Jahren sagen, dass diese Formung leider eine Zer-Knautschung darstellt. Wer z.B. die Bücher von Arno Gruen gelesen hat, weiß ganz genau, was ich meine.

Mit jeder Erfahrung, nicht sich selbst sein können und dürfen, speichert der Körper diese Erfahrung bzw. Nicht-Erfahrung als eine Ladung bzw. Spannung im Körper ab. Das kann wirklich rein physiologisch betrachtet werden – der Mensch sammelt also im Laufe des Lebens solche Zer-Knautschungen bzw. Nicht-Entfaltungen an (wenn z.B. Aspekte von ihm nicht gesehen werden bzw. auch Einstimmung auf Bedürfnisse fehlt).

Durch die Polyvagaltheorie von Stephen Porges ist mittlerweile auch bekannt, dass 80% der Nervenstränge des ventralen Vagus vom Körper zum Gehirn verlaufen und nur 20% vom Gehirn zum Körper – kein Wunder, warum immer mehr Fachexperten dazu plädieren, unbedingt auch Körpertherapie einzubinden, falls ein „Problem“ auf mentaler Ebene festgestellt wird.

Tatsache ist, dass der Zustand des Körpers (!) die eigene Gedankenwelt einfärbt. Nicht umsonst gibt es den Spruch, dass man den eigenen Gedanken nicht zu viel Bedeutung beimessen sollte.

Dank der Arbeit von Gopal Norbert Klein wurde ich mir all dieser Dinge sehr schnell bewusst und weiß nun genau, worauf ich achten muss.

Und Dank der Autobiographie von Arno Gruen weiß ich, dass es die Alexander-Technik gibt. Und so bin ich jetzt schon über ein Jahr der Ent-Knautschung meines Körpers auf der Spur und das fühlt sich verdammt gut an :-)))

Na ja – ein bisschen Flunkern ist hier schon dabei. Es fühlt sich nicht nur gut an – sondern manchmal auch sehr ungewohnt. So ungewohnt, dass ich das am liebsten eigentlich wieder ganz schnell wegdrücken würde – jedoch ist das Teil des Neulands, der durch die Ent-Knautschung freigelegt wurde. Und diese Erkenntnis fühlt sich auch wieder verdammt gut an :-)))

Also irgendwie verdammt gut, das alles :-)))

Euch allen wünsche ich einen ent-knautschten November mit ganz viel Licht im Innen und Außen!

Liebe Grüße, Julia

PS.: Mein Buch-Tipp zum Thema.

Wohlfühlen im Chaos

Gerade herrscht im Außen ein recht haltloses Chaos – bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger…

Um besser durch die nächsten Tage, Wochen und Monate zu kommen – vor allem auch, weil es einfach länger dunkel ist und das Wetter nicht so schön wie im Frühjahr – möchte ich auf Informationen hinweisen, wie man seelisch und körperlich gesund bleibt.

Insbesondere ab ca. Seite 20 sind Maßnahmen aufgezählt, die man für sich durchgehen und auswählen kann, was einem passend erscheint.

Ich wünsche euch für die nächste Zeit ein gutes Gespür für euch selbst und einen gut geeichten, inneren Kompass!

Alles Liebe und bleibt in Kontakt,

Julia

Man gebe dem Trampeltier ganz viel Konfetti – Törööö!

Und jetzt bin ich erstaunt. Vor 2 Minuten wusste ich noch gar nicht, dass jetzt ein Blogbeitrag entstehen würde. Und dann noch solch ein Titel! Lasst euch also überraschen, so wie ich jetzt auch.

Es begann letzte Woche im Gesprächskreis für Hochsensible. Wir treffen uns einmal im Monat – und gerade in der jetzigen Zeit ist direkter Kontakt so wichtig wie noch nie (außer natürlich in den ersten 3 Lebensjahren 😉 ).

Da ich im Moment eine sehr gute Wahrnehmung auf der Meta-Ebene habe (was macht das Vordergründige im Innern mit mir, welche inneren Filme laufen ab) und ich diese Ebene auch ausgedrückt bekomme, ist mir bei der Abschlussrunde ein wunderbares Bild gekommen. Ich sagte, dass ich mich gerade unsicher fühle, weil ich mir manchesmal wie ein Trötifant im Porzellanladen vorkomme – also dass ich vor lauter Begeisterung andere in der Kommunikation überfahre – und ein anderes Mal ziehe ich mich zurück wie eine Maus ins Mauseloch und luge nur noch ab und an hinaus.

Das beschreibt 2 Extreme, 2 Pole, zwischen denen eine Linie zu verlaufen scheint, deren Mitte ich wohl scheinbar noch nicht gefunden habe. Schwarz und Weiß.

Jedoch was liegt denn wirklich dahinter? Hinter diesem Bild und dieser beiden Extreme und dieser Linie mit ihren Graustufen dazwischen?

Nach einigen Tagen der inneren Verarbeitung wurde es mir schnell klar. Es ist meine Angst, in meinem lebendigen Selbstausdruck nicht wahrgenommen zu werden. Mit dieser Begeisterung nicht landen zu dürfen.

Und Lebendigkeit ist eben nun bunt. Schön und gut, dieses Bild mit den Graustufen. Ich will doch aber bunt sein und alle Farben leben dürfen – und nicht nur das Spektrum zwischen Schwarz und Weiß, zwischen Trötifant und Maus, zwischen hell und dunkel. Hier wird mir wieder klar, wie begrenzt unsere Sprache doch sein kann und nur im direkten Kontakt ein Hilfsmittel ist, um sich wirklich nahe zu kommen.

Auf der Gefühlsebene. Und die ist nunmal bunt.

Und hierfür braucht das Trampeltier nunmal ganz viel Konfetti 🎊 .

Damit auch in scheinbar grauen Zeiten durch einen inneren Impuls die eigene Lebendigkeit ganz echt nach außen getrötet werden darf.

Und was lerne ich daraus? Dass ich in sicheren Beziehungen genau das ausdrücken darf, was gerade da ist. Ansonsten geht es nicht voran und ich mache weiter mit dem Trampel- und Versteckspiel.

Im Kontakt mich zeigen und den anderen sehen. Siehst du mich? Sehe ich dich?

Wie bunt 🙂

Was für ein schönes Bild und was für ein schöner Beitrag. Mit ganz viel Herz 🙂

Einen sonnigen Herbsttag wünsche ich euch!

Eine neue Erfahrung – die „Lifeline“ mit doppeltem Boden

Ich habe vor kurzem eine Entscheidung getroffen. Und dann habe ich nochmals entschieden: nämlich die Entscheidung erst 2 Wochen später in die Tat umzusetzen.

Bei meinem Feierabendspaziergang kam mir die Idee dieses Blogbeitrags.

Da ich das allgemein bekannte Wort der „Deadline“ nicht mag, benutze ich lieber das mir wohlklingendere – die „Lifeline“ – weil mich die Entscheidung und die 2 Wochen in der Tat (und vor der Tat) lebendiger machen.

Nun zu den 2 Wochen: ich habe ein immer besseres Gefühl dabei, meine Entscheidung nicht gleich umzusetzen. Ich konnte zwei Gründe dafür ausfindig machen.

Nach der Entscheidung und dem vorausgehenden Hin- und Herwälzen aller Möglichkeiten und Konsequenzen fühlte ich mich eng und irgendwie gehetzt. Bei wichtigen Entscheidungen muss bei mir das Körpergefühl einfach stimmen. Es stimmte noch nicht so ganz.

Der zweite Grund kam mir dann erst heute – ich kann es mir schlichtweg einfach leisten, noch 2 Wochen ins Land ziehen zu lassen. Und dieses innere, fahrige Gefühl, diese Unruhe, darf sich nun zeigen und sich entfalten – mal schauen, was da noch angespült kommt und sichtbar wird.

Im Laufe dieser 2 Wochen bis zur letztendlichen Ausführung werde ich immer weicher (das wurde mir beim Spazierengehen bewusst), weil ich mir die Gründe noch viel sorgfältiger und besonnener zurechtlegen kann, damit sie sich für mich wirklich stimmig anfühlen.

Also alles in allem geht es mir tatsächlich um ein stimmiges und gesundes Körpergefühl, welches mit der richtigen Entscheidung einhergeht. Und der doppelte Boden bildet sich jetzt gerade – mit dem „sich fügen“ aller auf die Waage gelegter Argumente und Szenarien. Mein Körper ruckelt sich gerade zurecht.

Diese Entscheidung ist meine Entscheidung. Und ich habe für mich entschieden.

Zum Glück!

2 x Chacka!

Welt, wir kommen! Die Erkenntnisse der Polyvagaltheorie entfalten ihre Wirkung 🙂

Meine Ausbildung zum (Business-) Coach neigt sich dem Ende entgegen und es geht ans Eingemachte. Jetzt darf all das Gelernte und Verinnerlichte umgesetzt werden. Im Kreise der anderen Teilnehmer durfte ich als Coach eine Ausbildungskollegin zu einem Thema begleiten, welches ihr Schwierigkeiten bereitet.

Früher hatte ich immense Schwierigkeiten, bei so viel Aufmerksamkeit bei mir selbst zu bleiben. Mit Hilfe der Polyvagaltheorie lässt sich erklären, warum das eigene Nervensystem in scheinbar harmlosen Situationen unangenehme Körperzustände erlebt – wie z.B. innere Unruhe, Adrenalinschübe, nach Innen kippen, das Außen nicht mehr so gut wahrnehmen können.

Jetzt weiß ich, dass ich vorher einfach nur meinen Körper bewegen und Kontakt zur Außenwelt halten muss, damit ich präsent bleibe und meinem Klienten aktiv zuhören kann. Früher habe ich mich nur auf die Sache konzentriert und war überhaupt nicht im Kontakt mit dem Außen – meine Wahrnehmung war eng und der Körper angespannt.

Vor dem Gespräch habe ich also schön in alle Gesichter geschaut, Kontakt aufgenommen und den Raum wahrgenommen – dem Nervensystem also Input geliefert, dass keinerlei Gefahr im Außen besteht. Und ich konnte mich voll auf das Gespräch einlassen. Eine für mich komplett neue Erfahrung!!! Chacka 🙂

Und jetzt kommt aber das Beste: im Laufe unserer Ausbildung erzählte ich einer meiner Kurskolleginnen von der Polyvagaltheorie und warum sich der Körper so und so verhält und was man dann tun kann.

Sie hat mir heute verraten, dass sie in ihrer Session genau das Gleiche gemacht hat. Und dann ihre Session mit Bravour gemeistert. Auch sie konnte sich voll auf ihr Gegenüber einlassen – es war einfach nur eine Freude, ihr zuzuschauen :-))) Danke, Meike, fürs Teilen deiner Erfahrung! Chacka 🙂

2 x Chacka also. Vielleicht gibt es da draußen noch ein paar mehr Chackas, wenn Menschen diesen Blogbeitrag lesen und auch die Literatur bzw. Ressourcen meiner „Lehrer“ anzapfen, die mich auf diese Spur gebracht haben: Stephen Porges (Polyvagaltheorie), Gopal Norbert Klein (Buch „Heilung von Beziehungen“), Laurence Heller/Aline LaPierre (NARM, Buch 1, Buch 2), Gabor Maté (Buch „When The Body Says No“), Franz Ruppert (Vortrag), Dami Charf (über Sucht), Kerstin Hentschel (Vortrag), Irene Lyon (über Heilung von Überlebens-Stress).

Euch allen noch ein schönes Wochenende 🙂

Liebe Grüße, Julia