Archiv der Kategorie: HS im Alltag

Reis I

Letztens im Biergarten stellte ein Kollege die Frage, wie wir denn unseren Reis kochen würden. Ich rollte schon die Augen – ja wie wohl?!? Wasser aufkochen, rein, warten bis das Wasser verkocht ist – ferdisch!

Auf einmal sagte einer: „Er brät den Reis vorher kurz in Öl an.“

Ähm… Ok… Und das schmeckt?!? Ja, sogar sehr gut.

Am Ende stellte sich heraus, dass dieser „Trick“ aus dem Schwabenland kommt.

Mein Topf kocht.

Fortsetzung folgt…

Innere Bilder…

…können schaden als auch hilfreich sein.

Ist das eigene innere Bild/Vorstellung aufgrund einer (evtl. unangenehmen) Erfahrung/Prägung der Vergangenheit entstanden? Eine Vorstellung davon, wie das Leben auszusehen hat?

Oder ist dessen Quelle die eigene Kreativität und Inspiration?

Der Körper weist den Weg. Wird es eng und unangenehm, so lohnt es sich, ein neues Bild zu „malen“. Fühlt es sich hingegen weit und weich an, so gehe man den Weg geradeaus weiter…

…vorbei an schönen Blümchen und lustigen MuhMuh‘s :-))) Letzteres ist übrigens der Name meiner Maske, da ich dieses Wort mittlerweile nicht mehr hören kann und das Tragen sehr nervig finde. Muh!

So! Und euch allen wünsche ich ein weiterhin schönes Wochenende!

Alles Liebe, Julia

Muh!

Die inneren Berge

Heute Morgen bin ich vom Ramolhaus nach Obergurgl abgestiegen. Eine wunderschön gelegene Hütte im Ötztal umrundet von zahlreichen Gletschern.

Sonnenaufgang am Ramolhaus
Sehr schön gelegene Hütte 🙂
Gletscher rundherum

Beim Abstieg wurde mir klar, dass ich mich mal wieder nicht in dem Tempo befand, was eigentlich gut für mich wäre. Die beste Entscheidung des Tages war jedoch, auf der Sonnenseite abzusteigen, da der Weg hier auch viel angenehmer verlief – genau das, was ich jetzt brauchte.

Ich fühlte mich fahrig, innerlich unruhig – es war eine Art Notzustand. Wer mehr über die biologischen Hintergründe wissen möchte, informiere sich bitte über die Polyvagaltheorie von Stephen Porges.

So, was hilft mir denn nun? Sicherheit und mich selbst da abholen, wo ich mich gerade befinde. Sicherheit bekam ich durch die richtige Wahl des Abstiegs und eines gemütlichen Tempos. Dann meldete sich auch schon mein innerer Berg. Die Traurigkeit klopfte an. Zum Glück hatte ich keine Mitwanderer um mich herum und so konnte ich diesen inneren Berg ohne große Mühen zulassen und bewältigen. Das führte dazu, dass sich mein Körper entspannte und meine Wahrnehmung wieder weit wurde, die innere Unruhe verflog und eine Weichheit setzte ein. Ich konnte wieder Blümchen genießen…

Flauscheblümchen mit Gletscher
Harmloser Abstieg

Die inneren Berge… Sind mindestens genauso ernsthaft und! genussvoll anzugehen wie die Berge im Außen.

Ich verstehe unter inneren Bergen unverarbeitete Gefühle und Empfindungen, die ich die ganze Zeit vor mir hergeschoben habe (aus welchen Gründen auch immer).

Meine These: je mutiger und entschlossener ich meine inneren Berge angehe, desto konzentrierter, intensiver und stärker komme ich die Berge im Außen hoch.

Das erklärt, warum ich an manchen Tagen nicht an meine SuperDuper-Leistung komme, die mir normalerweise unglaublich viel Spaß bereitet. Sitze ich gleichzeitig vor einem inneren Berg der Traurigkeit oder der Wut oder des Hasses, so macht sich das gleich bemerkbar – mein Körper fühlt sich wie gelähmt an, fahrig, innerlich unruhig. Brems- und Gaspedal gleichzeitig gedrückt.

Die Kunst für mich ist dann, diesen Zustand rechtzeitig zu erkennen, um mich meinem inneren Aufstieg zuzuwenden (darf auch zeitgleich zum äußeren passieren). Tue ich das nicht, hilft alle mentale Anstrengung und alles Wollen nur bedingt – es würde eine Selbstkasteiung werden. Ein Kampf gegen mich selbst.

Auf dem Ramoljoch (mit Fantasie erkennt man sogar ein Herz)

Und da das Leben leicht gehen darf, hilft mir das Erkennen und Begehen meiner inneren Berge enorm, um mehr Leichtigkeit ins Außen zu bringen.

Für die Wildspitze, die Weißkugel, den Fluchtkogel und die Finailspitze hat es bei mir in der letzten Woche gereicht. Meine inneren Berge hatte ich stets im Blick und so konnte ich mich (meistens 😉 ) der herrlichen Landschaft und Ausblicke erfreuen.

Finailspitze mit Ötzi-Monument
Weißkugel
Gipfelrast am Fluchtkogel

Bin ich mir meiner inneren Berge bewusst, so kann ich umso bewusster die äußeren genießen. Schön, gell? :-)))

Viele liebe Grüße, Eure Julia

Herzenswunsch

Ihr Lieben! Ihr würdet mir einen Herzenswunsch erfüllen, wenn ihr euch die nächsten 1-2 Tage dafür (siehe Video) 10 Minuten Zeit nehmen könntet. Ein ganz lieber Mensch wird sich in aller Ewigkeit darüber freuen. Auch, wenn ihr Sabine nicht kennt. Vielleicht dann sogar umso mehr. Danke von Herzen!

Liebe Grüße, Julia

PS.: Sabine Dinkel hat unter anderem die Ratgeber „Hochsensibel durch den Tag“ oder „Krebs ist, wenn man trotzdem lacht“ geschrieben.

Was tun?

„Es geht darum, das Mitgefühl in diesen Menschen zu erwecken. Es ist wichtig, dass wir dieses Drittel, dass sie immer mehr das, was sie fühlen, aussprechen und drauf beharren, damit die anderen mehr Mut kriegen, zu sich selbst und zu ihrem Mitgefühl zu stehen.“ (Arno Gruen über die Unterbrechung des Prozesses der Selbstentfremdung)

Falls ihr für die Zeit zuhause noch etwas Schmökern möchtet, lege ich euch die Bücher von Arno Gruen sehr ans Herz, insbesondere:

„Der Verrat am Selbst – Die Angst vor Autonomie bei Mann und Frau“

„Der Fremde in uns“

„Ich will eine Welt ohne Kriege“

Alles Liebe, Julia

Karfreitag

Gerade lese ich im Buch „Der Fremde in uns“ von Arno Gruen folgende Zeilen:

„So begegnen wir in Peer Gynt der totalen Leere, einer Leere, die er, wie Hitler, mit großen Taten zu füllen glaubte. Am Ende möchte er allem entgehen, kann es aber nicht und trifft so auf den Tod, den Knopfgießer, der zu ihm sagt: ‚Du selbst warst du nie doch – …‘ Worauf Peer Gynt ihn fragt: ‚Was ist dieses <sein, der man ist>?‘ Der Knopfgießer: ‚Sei du selber, das meint: geh dir selbst an den Kragen.‘ …“

Diese Worte passen auf den heutigen Tag wie die Faust aufs Auge, oder eben wie Jesus ans Kreuz.

Karfreitag erinnert mich daran, dass es von großem Wert ist, meinem eigenen Schmerz zu begegnen. Erst recht in Momenten, in denen es im Außen recht chaotisch zugehen mag…

Ich erinnere mich an eine Bibelstelle, die für mich immer mehr Sinn zu machen scheint (obwohl ich bibeltechnisch überhaupt nicht versiert bin – ich habe allerdings seit einiger Zeit eine wunderschöne Bibel zuhause liegen – vor allem wegen der darin enthaltenen Chagall-Bilder ;-))) – Stichwort: Hochsensibilität und das Denken in Bildern):

„Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ – das hört sich nach einer 180-Grad-Wendung an. Von einem „von Außen nach Innen leben“ zu einem „von Innen nach Außen“. Und genau das kann mit großem Schmerz verbunden sein. Trennungsschmerz, weil ich Gewohntes loslasse oder der Schmerz darüber, wo ich erkenne, dass eine Lüge früher mal Wahrheit war.

Die 180-Grad-Wende eines großen Schiffes auf offener See kostet viel Kraft – aber sie richtet den Fokus wieder zurück auf den inneren Kompass. Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, ein Bewusstsein darüber zu bekommen, was die Situationen im Außen mit einem selbst machen. Wahrnehmen, wie sich die menschlichen Begegnungen ändern und wie sie uns selbst verändern. Wieder lernen, zu empfinden. Was fühle ich wirklich?

In diesem Sinne: Einen schönen Karfreitag uns allen!

Liebe Grüße, Julia

PS.: Warum heißt es eigentlich Eva-ngelium und nicht Adam-elium?

PPS.: Das für mich Schönste am Wort ‚Schmerz‘? Es enthält ein anderes Wort. Nämlich das… 😉

Eine Sch[a/u]tzkiste nicht nur für Hochsensible :-)

Viel Freude beim Lesen, Schauen und Erfahren…

Immer das große Bild im Blick behalten. Weit werden. Danke Elaine Aron 🙂

Für wenige Tage gibt es die beiden HSP-Filme für jeweils einen Mindestbeitrag von 0,99 $… Eine ganz wunderbare Doku und ein liebevoll gemachter Film. Seelenbalsam.

Und Wald. Den gibt’s immer 🙂 Und die eigene Kreativität sowieso…

Einen schönen Frühlingsanfang wünsche ich euch!

Alles Liebe, Julia 🌸

Ganz

Die einen erklimmen hohe Berge im Außen. Die anderen in ihrem Innern.

Die einen stehen mit dem linken Fuß auf. Die anderen mit ihrem rechten.

Heute Morgen beim Aufstehen wurde mir bewusst: Ich stehe mit beiden Beinen auf.

Ganz.