Archiv der Kategorie: Natur

Die inneren Berge

Heute Morgen bin ich vom Ramolhaus nach Obergurgl abgestiegen. Eine wunderschön gelegene Hütte im Ötztal umrundet von zahlreichen Gletschern.

Sonnenaufgang am Ramolhaus
Sehr schön gelegene Hütte 🙂
Gletscher rundherum

Beim Abstieg wurde mir klar, dass ich mich mal wieder nicht in dem Tempo befand, was eigentlich gut für mich wäre. Die beste Entscheidung des Tages war jedoch, auf der Sonnenseite abzusteigen, da der Weg hier auch viel angenehmer verlief – genau das, was ich jetzt brauchte.

Ich fühlte mich fahrig, innerlich unruhig – es war eine Art Notzustand. Wer mehr über die biologischen Hintergründe wissen möchte, informiere sich bitte über die Polyvagaltheorie von Stephen Porges.

So, was hilft mir denn nun? Sicherheit und mich selbst da abholen, wo ich mich gerade befinde. Sicherheit bekam ich durch die richtige Wahl des Abstiegs und eines gemütlichen Tempos. Dann meldete sich auch schon mein innerer Berg. Die Traurigkeit klopfte an. Zum Glück hatte ich keine Mitwanderer um mich herum und so konnte ich diesen inneren Berg ohne große Mühen zulassen und bewältigen. Das führte dazu, dass sich mein Körper entspannte und meine Wahrnehmung wieder weit wurde, die innere Unruhe verflog und eine Weichheit setzte ein. Ich konnte wieder Blümchen genießen…

Flauscheblümchen mit Gletscher
Harmloser Abstieg

Die inneren Berge… Sind mindestens genauso ernsthaft und! genussvoll anzugehen wie die Berge im Außen.

Ich verstehe unter inneren Bergen unverarbeitete Gefühle und Empfindungen, die ich die ganze Zeit vor mir hergeschoben habe (aus welchen Gründen auch immer).

Meine These: je mutiger und entschlossener ich meine inneren Berge angehe, desto konzentrierter, intensiver und stärker komme ich die Berge im Außen hoch.

Das erklärt, warum ich an manchen Tagen nicht an meine SuperDuper-Leistung komme, die mir normalerweise unglaublich viel Spaß bereitet. Sitze ich gleichzeitig vor einem inneren Berg der Traurigkeit oder der Wut oder des Hasses, so macht sich das gleich bemerkbar – mein Körper fühlt sich wie gelähmt an, fahrig, innerlich unruhig. Brems- und Gaspedal gleichzeitig gedrückt.

Die Kunst für mich ist dann, diesen Zustand rechtzeitig zu erkennen, um mich meinem inneren Aufstieg zuzuwenden (darf auch zeitgleich zum äußeren passieren). Tue ich das nicht, hilft alle mentale Anstrengung und alles Wollen nur bedingt – es würde eine Selbstkasteiung werden. Ein Kampf gegen mich selbst.

Auf dem Ramoljoch (mit Fantasie erkennt man sogar ein Herz)

Und da das Leben leicht gehen darf, hilft mir das Erkennen und Begehen meiner inneren Berge enorm, um mehr Leichtigkeit ins Außen zu bringen.

Für die Wildspitze, die Weißkugel, den Fluchtkogel und die Finailspitze hat es bei mir in der letzten Woche gereicht. Meine inneren Berge hatte ich stets im Blick und so konnte ich mich (meistens 😉 ) der herrlichen Landschaft und Ausblicke erfreuen.

Finailspitze mit Ötzi-Monument
Weißkugel
Gipfelrast am Fluchtkogel

Bin ich mir meiner inneren Berge bewusst, so kann ich umso bewusster die äußeren genießen. Schön, gell? :-)))

Viele liebe Grüße, Eure Julia

Eine Sch[a/u]tzkiste nicht nur für Hochsensible :-)

Viel Freude beim Lesen, Schauen und Erfahren…

Immer das große Bild im Blick behalten. Weit werden. Danke Elaine Aron 🙂

Für wenige Tage gibt es die beiden HSP-Filme für jeweils einen Mindestbeitrag von 0,99 $… Eine ganz wunderbare Doku und ein liebevoll gemachter Film. Seelenbalsam.

Und Wald. Den gibt’s immer 🙂 Und die eigene Kreativität sowieso…

Einen schönen Frühlingsanfang wünsche ich euch!

Alles Liebe, Julia 🌸

Eine schöne Begegnung im Weinberg…

oder: warum es sich lohnt, auf einem Bänkchen ein Buch zu lesen 🙂

Einer der letzten Tage des Jahres und die Sonne scheint. Also raus in den Weinberg, herrlich war es da. Insbesondere die geheimen Feldwege haben es mir angetan. Dort bin ich auf eine ganze Buchfinkenschar getroffen und der Buntspecht hat sich auch sehen lassen.

Mein Ziel war ein grünes Pausenbänkchen an einem meiner Lieblingsplätze – denn dort ist die steilste Stelle des Weingebiets – so viele Menschen laufen hier nicht vorbei und der Wind hält sich auch in Grenzen – das war meine Annahme 😉 Es liefen dann doch mindestens 10 Hunde an mir vorbei inklusive Frau-/Herrchen und noch andere Leute. Das Wetter war einfach zu schön.

Die Pausenbank habe ich auch nur deshalb benutzt, weil ich in der Sonne lesen wollte. Ich hatte ein kleines Büchlein dabei. Immer wenn Leute vorbeikamen, hatte ich es so auf mir liegen, damit man den Buchtitel nicht lesen konnte. Was würden die Leute wohl von mir denken, würden sie den Titel lesen? 😉

Irgendwann kam dann aus dem steilen Matschweg aus Richtung Letzenbergkapelle ein schwarzer Labrador herausgehüpft. Freudig mit dem Schwanz wedelnd wartete er ungeduldig auf seinen Besitzer. Sprang kurz wieder auf den Matschweg zurück und dann waren sie beide da. Frauchen kam mittlerweile auch zum Vorschein und setzte sich prompt neben mich aufs grüne Pausenbänkchen.

Kurz danach schleifte der Labrador einen Stock an. Frauchen meinte, sie würde den jetzt 10mal werfen und dann ist Schluss 😉 Der Hund hatte tatsächlich eine unbändige Energie, Wahnsinn!

Auf einmal fragte sie: „Was lesen Sie denn da?“ Ich zeigte ihr die Buchvorderseite – „Heilung von Beziehungen“. Sie: „Ah ja, interessant. Von wem ist denn das?“. Ich: „Von Gopal Norbert Klein“. Sie: „Kenne ich nicht. Ah ja, Traumatherapie. Interessant!“

Es entfaltete sich ein ganz wunderbares Gespräch voller Neugier und Verbundenheit – das hätte ich an einem solchen Tag wie heute nie erwartet. Es stellte sich heraus, dass Frauchen Ergotherapeutin ist und sich mit den Büchern von Sabine Bode auch bereits mit dem Thema vertraut gemacht hat.

Ich liebe es, wenn sich ganz unerwartet ein solcher Raum auftut. Das darf gerne öfter so sein 🙂

Liebe Grüße und uns allen einen guten Start ins neue Jahr,
Julia

Bergführerin in Not…

…oder: wie sich in einer Situation Stärke und Schwäche zugleich zeigen können.

Welch phantastische Landschaft! Die Brenta – ein wunderbares Fleckchen von UNESCO-Welterbe breitet sich vor mir aus und auf – und mein Herz scheint verloren 🙂

Steile Felsmassive ragen empor und liegen zu meinen Füßen – die gegen Mittag aufsteigenden Nebel hüllen den Dolomitenfels in ein faszinierendes Naturspektakel. Und dann haben wir auch noch sowas von Glück mit dem Wetter… (als es die eine Woche zuhause so unglaublich heiß war, hatte ich mich in die Berge verkrümelt 😉 )

Ich bin in einer Gruppe unterwegs. Wir sind zu sechst inklusive einer Bergführerin. Irgendwann verriet sie uns, dass sie die 3. ausgebildete Bergführerin Deutschlands sei. Sie erschien mir in vielen Situationen als starke Frau, die weiß, was zu tun ist und die auch weiß, was sie will.

Das sollte sich ändern.

Denn am letzten Abend machte ihr eines ihrer Knie zu schaffen. Das hatte sich wohl schon im Laufe des Tages angekündigt – als wir noch mitten im Sentiero Bocchette Alte unterwegs waren – einem der Höhepunkte der Brenta mit wunderbaren Ausblicken und fröhlichen Kletterstellen. Nun schwoll leider ihr Knie an und die Bedenken auch. Am nächsten Tag hatten wir kein großes Programm mehr – „nur“ noch die Wanderung zur Seilbahn ohne Kraxelei. Doch auch für eine solche Strecke muss der Körper in der Lage sein, durchzuhalten. Und mit angeschwollenem Knie kann einem da der Spaß vergehen. Vor allen Dingen, wenn man sie abends laufen gesehen hat. Oh je…

Nun, was tun? Ich überlegte insgeheim schon, ihr den kompletten Rucksack abnehmen zu wollen. Nee, das ist wieder mein Retter-Automatismus der sich meldet. Zack – war die Idee da und zack – stieg mein neuer Steuerungsmechanismus ein: Ist es wirklich das, was der Situation und der Gruppe nun am ehesten hilft?

Nein. Nochmal überlegen.

Am Ende machte ich ihr abends in der Runde das Angebot, dass sie uns gerne schwere Sachen aus ihrem Rucksack geben könnte, die wir dann in unseren Rucksäcken verteilen. Sofern sie das überhaupt wollte. So wusste sie von unserer Hilfsbereitschaft und sie konnte selbst entscheiden, ob und wieviel sie bereit zu geben war. Denn nur sie konnte einschätzen, was ihr Körper zu tragen in der Lage war.

Auf einmal kam ein ganz wichtiger Satz aus ihrem Mund:

„Ich kann doch so schlecht Hilfe annehmen.“

Was für ein starker Satz. Was für ein Satz! Er drückt Schwäche und Stärke zugleich aus. Stärke deshalb, weil sie den Mut hatte, genau das auszudrücken und somit ihr Innerstes zu offenbaren und sich verletzlich zu zeigen.

Ich sagte ihr sofort: „Oh ja, das kenne ich nur zu gut.“

Wenn beide Seiten in der Lage sind, zum einen bedürfnisorientiert und würdevoll Hilfe anzubieten und zum anderen Hilfe anzunehmen – dann ist das eine WinWin-Situation. Da ist keine Schwäche mehr – da ist nur noch Stärke. Aber nur, wenn man genau hinschaut und entsprechend kommuniziert.

Warum manche Menschen so schlecht Hilfe annehmen können?

Vielleicht weil man früher nie landen durfte. Beim anderen im eigenen Sosein nie landen durfte. Die eigene Verletzlichkeit nicht gesehen werden wollte und die Hilfe anders ausfiel, als man sie eigentlich gebraucht hätte.

Vielleicht ist das ein Grund, warum man gerne lieber nur stark erscheint als sich in seiner Verletzlichkeit zu zeigen. Weil man damals überfahren wurde und es einem nicht erlaubt wurde, sich schwach zu zeigen. So wie man gerade ist. Als Mensch lebendig. Ganz.

In dieser Situation strahlte die Bergführerin eine etwas schüchtern daherkommende Liebenswürdigkeit aus. Irgendwie ein schöner Moment.

Das Ende vom Lied? Nach dem Abendessen verteilte sie im Zimmer ihre schwersten Dinge aus ihrem Rucksack: Ich nahm ihre Steigeisen, Julian durfte das Seil tragen (im übrigen war er – glaube ich – sehr stolz darauf 😉 ) und Barbara bekam noch irgendwelche Karabiner & Co. in die Hand gedrückt.

Am nächsten Tag liefen wir dann ganz langsam los und keine 15 Minuten später waren wir schon fast wieder im normalen Wandertempo unterwegs. Das Knie der Bergführerin hatte sich wieder „eingewandert“ und so kamen wir alle munter an der Seilbahn an.

Ich war mit einer wunderbaren Gruppe unterwegs, habe neue Menschen kennengelernt und vor allen Dingen neue Berge und ein neues Körpergefühl.

So darf es weitergehen 🙂

Euch allen einen guten Start in die neue Woche und liebe Grüße,
Julia

Wie albern!

Eigentlich müssten die Schwalben Schwalbern heißen.

Ich war heute auf Inlinern unterwegs und zum ersten Mal in meinem Leben fiel mir auf, dass die Schwalben sehr, sehr nahe über den Gerstenfeldern herumjagen. Und mit welch einer Freude und Heiterkeit :-))) Ganz schön albern sah das aus!

Dabei waren sie auch noch sehr geschwätzig. Schw-aetzig-albern also.

Meine Vermutung ist ja, dass sie über den Feldern nicht nur ihr Abendessen zu sich nehmen, sondern insgeheim lassen sie sich ihren Bauch von den Gerstengrannen kitzeln. Vielleicht haben sie dabei auch einfach nur gekichert, die Schwalbern.

Wie albern! 😉

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Auf neuen Pfaden…

Ich hatte heute Lust auf Wald. Unbedingt. Aber ich brauchte auch etwas Neues. So stieg ich bei herrlichstem Sonnenschein in mein Auto und fuhr gen Heidelberg.

Ich wusste nur, dass ich den Bierhelder Steig und den Drei-Tröge-Brunnen passieren wollte. Mehr nicht. Planlos. Ganz und gar. Das schönste Bild für mich persönlich war gleich eines der ersten. Ein Baum, welcher sich im Wasser spiegelte. Dieser Brunnen war früher wohl die Autobahnraststätte der Römer schlechthin 😉 (ehemalige Römerstraße zwischen Augsburg und Ladenburg)

Zu Beginn störten mich etwas die Autos, so dass ich bald einen Weg wählte, der viel ruhiger war. Eine sehr gute Wahl, denn ich kam dann in Richtung Bierhelder Hof via Ehrenfriedhof. Ein herrlicher Tag mit ganz vielen Tieren, allen voran die hippeligen Spechte 🙂

Die Namen mancher Wanderwege sind auch sehr lustig – auf dem Rückweg ging es über den Ameisenbuckel. Die haben sich allerdings noch etwas versteckt gehalten. Dafür habe ich Mond und Eichhörnchen gefunden. Auf den Bildern findet man sie auch – viel Spaß beim Suchen… (Wenn ihr auf die einzelnen Bilder klickt, könnt ihr sie auf der Vorschau über einen Link ganz rechts unten in Originalgröße anschauen + zoomen.)

Ein ganz wunderbarer Nachmittag mit Natur pur. Herrlich!

Der Frühling…

…ist auf dem Weg :-)))

Die Vögel merken das auch und sind vollkommen aus dem Häuschen. 🏡

Heute gab es ein wunderschönes Wolkenmeer am Himmel zu sehen, in das ich heute bei einem Spaziergang im Weinberg eingetaucht bin.

Alles Liebe und einen guten Übergang in die neue Jahreszeit wünscht Euch
Julia

 

Mein herbstlicher Spaziergang am Nachmittag…

…begann und endete mit einem recht wuscheligen und kuscheligen Raubtier 🙂

Viel Vergnügen beim virtuellen Rundgang – vor allem für diejenigen, die heute nicht draußen waren.

Herrliches Licht, herrliche Farben und wunderschöne Wolkenformationen.

Mein Lieblingsbild ist das mittlere in der untersten Reihe. Das sah von weitem zuerst nach nichts aus – aber beim näheren Hinsehen und Hinknien wurde es eine wunderschöne Komposition, wie ich finde 🙂

Viele liebe Grüße und einen schönen Abend wünscht euch
Julia

PS.: Wenn ihr auf eines der Bilder klickt, kommt ihr zu einer Diashow – eine für mich neue Funktion von WordPress. Auf der Einzelansicht gibt es – wenn man ganz nach unten scrollt – unten auf der rechten Seite einen Link, um sich das Bild in voller Größe + Zoomfunktion anzuschauen.