Archiv der Kategorie: Praktische Tipps für Außenstehende

Meine 1. Buchrezension…

…in Spektrum der Wissenschaft „Gehirn und Geist“ ist ab dieser Woche in der neuesten Print-Ausgabe zu lesen 🙂 🙂 🙂

Letztes Jahr vor Weihnachten wurde ich von der Redaktion gefragt, ob ich nicht das Buch der dänischen Psychotherapeutin Ilse Sand über Hochsensibilität rezensieren möchte – und ich muss sagen: Es war mir ein sehr großes Vergnügen!

Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen – und weiter unten nun die vollständige Rezension, wie sie auch auf den Seiten von „Gehirn und Geist“ zu finden ist.

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünscht euch
Julia

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Die Kraft des Fühlens – Hochsensibilität erkennen und positiv gestalten, Ilse Sand

Leseprobe, aus: www.chbeck.de

Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das schätzungsweise jeden fünften bis siebten Menschen betrifft. Untersuchungen zufolge ist das Nervensystem von Hochsensiblen besonders empfänglich für äußere und innere Reize. Es verarbeitet diese tiefer, so dass sich die Betroffenen schneller reizüberflutet fühlen, emotional heftiger reagieren und die Welt intensiver erleben. Die Charaktereigenschaft kann ganz unterschiedlich ausgeprägt sein, was es schwer macht, sie bei sich oder anderen zu erkennen oder allgemein gültige Tipps für den Umgang damit zu geben.

Autorin Ilse Sand ist Psychotherapeutin und selbst hochsensibel. Ihr Buch richtet sich vor allem an Betroffene, die ihre „Wahrnehmungsbegabung“ positiv nutzen möchten, sowie an Angehörige, Arbeitgeber und Fachexperten. Sand lädt die Leser dazu ein, die Charaktereigenschaft anzunehmen und wertzuschätzen. Dabei scheut sie sich nicht, von eigenen Erlebnissen zu berichten, etwa: „Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, in meinem Kopf keine weiteren Informationen mehr aufnehmen zu können, wenn ich zu vielen Reizen ausgesetzt bin.“
Viele Hochsensible schämten sich für ihren Wesenszug, schreibt Sand. Es sei wichtig, sich davon zu befreien. Schuldgefühle beeinträchtigten das Leben vieler feinfühliger Zeitgenossen: „Es würde Ihnen sicherlich guttun, sich nicht ständig zu entschuldigen und stattdessen das schlechte Gewissen auszuhalten. Das ist nämlich der Preis, den Sie manchmal bezahlen müssen, um sich selbst treu zu bleiben.“ Auch den Umgang mit Wut hält die Autorin für entscheidend, da dieses Gefühl tiefer liegende Emotionen verdecke, etwa Trauer.

Hinderlich für ein gesundes Selbstwertgefühl seien oft unbewusste Lebensregeln, die man wie ein Korsett mit sich herumtrage. Etwa die Ansicht, es allen recht machen zu müssen, so dass eigene Bedürfnisse nicht wahrgenommen und erfüllt werden. „Bereits allein dadurch, dass Sie sich mit Ihren Lebensregeln kritisch beschäftigen und auseinandersetzen, wird ein positiver Prozess in Gang gesetzt“, glaubt die Psychotherapeutin. Außerdem gibt sie konkrete Tipps, wie man ein Leben mit Hochsensibilität effektiv gestalten kann. Zum Beispiel könnten Betroffene lernen, Gespräche so zu steuern, dass sie aus ihnen Kraft schöpften, anstatt „im Wortschwall des Gegenübers zu ertrinken“. Dafür müssten sie erkennen, auf welcher Gesprächsebene sie sich gerade bewegten, und aktiv Einfluss auf die Tiefgründigkeit der Konversation nehmen. Sand präsentiert auch eine Sammlung Energie bringender Aktivitäten, aus der jeder Leser eine für sich passende heraussuchen kann. Zudem ist es möglich, sich in einem eigens entwickelten Hochsensibilitätstest zu prüfen.

Erfahrungsberichte von Klienten lockern das Buch auf. Es ist Sand ein Anliegen, psychische Leiden unter Einbeziehung von Hochsensibilität neu zu betrachten. Sie glaubt, eine psychotherapeutische Standardbehandlung könne bei Patienten mit diesem Persönlichkeitsmerkmal zu einer Verschlechterung des Zustands führen.

Der Markt wird zwar geradezu überschwemmt mit Literatur zu diesem Thema. Ilse Sand setzt mit ihrem Erstlingswerk – in Dänemark und Schweden bereits ein Bestseller – dennoch Maßstäbe. Denn ihr glückt das Kunststück, Hochsensibilität in ihrem Kern zu erfassen und hochsensiblen Lesern eine wohlüberlegte Anleitung zum Umgang mit sich selbst an die Hand zu geben.

Hiding emotions in front of Highly-Sensitive Children (HSCs)…

…can be destructive… Not only interesting for adults with children:

https://happysensitivekids.wordpress.com/2017/03/07/how-emotionally-honest-should-you-be-with-a-highly-sensitive-child/

Ein positiver Gedankenblitz für zwischendurch…

Gerade ist mir mal wieder aufgefallen, dass in den Medien das Thema Hochsensibilität zwar thematisiert und so auch breiter aufgestellt wird – nur bin ich mit dem „Wie“ nicht immer einverstanden.

Ich finde es so unglaublich schade und schubladisierend, wenn oft nur von den Nachteilen der Hochsensiblen die Rede ist. Und vor allem: was ist mit den Normalsensiblen? Die Evolution hat sich darauf ausgerichtet, sowohl Hoch- als auch Normal- oder auch sogar Niedersensiblen ihren Platz zu geben. Und diesen sollten wir nutzen. In jedem steckt ein Potential – da fände ich es hilfreicher, den Fokus auf genau dieses zu legen und die ein oder andere Fraktion nicht immer in die Jammer- oder was auch immer für eine -schublade zu stecken.

Ich überlege gerade, demnächst verstärkt über die guten Seiten der Hochsensibilität zu berichten – was selbst mich vor eine Herausforderung stellt 😉 . Vielleicht sogar auch über das Zusammenspiel von Normal- als auch Hochsensiblen, die gemeinsam in einer Gruppe agieren. Denn genau da liegt meines Erachtens der Schlüssel zum Erfolg für die Gesellschaft. Respekt vor der Wahrnehmung anderer – auch wenn sie nicht mit meiner eigenen Wahrnehmung einhergeht. Nur eben bezogen auf das Thema Sensibilität – welche in unserer Leistungsgesellschaft im Moment nicht gerade in der Blüte steht.

Auch in meinem Gesprächskreis für Hochsensible ist genau das ein Thema – beim letzten Mal haben wir tatsächlich versucht, über die guten Seiten und gute Erfahrungen zu reden. Das war eine ganz wundervolle Erfahrung, da jeder ein Lächeln im Gesicht hatte und der Raum eine ganz besondere Wärme ausstrahlte.

Wir sollten mehr darüber reden, was uns Kraft gibt und nicht ganz so viel, was uns die Kraft raubt. Immer schön an beiden Seiten arbeiten…

Denn was bringt es mir, mich zwar vor Reizen zu schützen, aber nicht das zu machen, was ein Leben lebenswert macht?

Lasst uns doch lieber mal unsere Energietöpfe füllen – wer macht mit? 🙂

Alles Liebe und gute Gedanken wünscht Euch
Julia

Tipp: Deutschlandfunk berichtet über Hochsensibilität…

…in einem Podcast (vom 15.01.2017, 54 Minuten) als auch in nachlesbaren Manuskripten.

Dem Deutschlandfunk ist ein für mich sehr wohltuender und gelungener Rundumschlag zum Thema Hochsensibilität gelungen (nur bis zum 22.01.2017 hörbar).

Sehr gut finde ich das Gesamtformat des Podcasts, die unterschiedlichen Stimmen und Empfindungen von Hochsensiblen, die vielfältige Beleuchtung des Themas aus vielen Perspektiven, die große Sorgfalt bei der Recherche ist spürbar. Ganz witzig finde ich zwischendurch die Musiksequenzen, die einen an die 70er Jahre erinnern 😉 Ein sehr heiterer aber doch tiefgründiger Podcast.

Hervorzuheben sind auch die Kommentare von Rolf Sellin, einem Heilpraktiker für Psychotherapie, mit eigenem HSP-Institut in Stuttgart. Seine Art zu Sprechen, die Modulation finde ich sehr angenehm und passend – und die „nnnnn’s“ finde ich manchmal dann auch schon sehr amüsant 😉 Und man bekommt gute Tipps mit, wie man mit seiner Hochsensibilität besser im Alltag und in der Familie zurechtkommt.

Was für mich persönlich sehr wichtig ist und auch im Podcast rüberkommt ist, dass beide Strategien – sowohl die der Normal- als auch Hochsensiblen – ihre Daseinsberechtigung haben und dass eine gesunde Mischung beider Formen die Gesellschaft am besten voranbringt.

Der Podcast beleuchtet sehr viele Lebensaspekte, wie z.B. Hochsensibilität in Kontext mit dem eigenen Innersten, der Arbeit, der Familie (z.B. fließen hochsensible Eltern zu sehr aufs Kind über und sind nur noch ganz wenig bei sich selbst), der Psychologie/Wissenschaft und der noch fehlenden Neubewertung von psychischen Störungen.

Ein neuer Aspekt bot mir die Erkenntnis der Wortlosigkeit von Hochsensiblen in frühen Jahren. Das war bei mir genauso. Man fühlt zwar unzählige Dinge, weiß aber nicht mit ihnen umzugehen, sie zu benennen, wie z.B. Trauer, Ratlosigkeit, … oder gar mit anderen Menschen darüber zu reden.

Den Abschluss läutet eine schöne Szenerie nach Feierabend in einem Café ein, wo sich ein Hochsensibler zu entspannen versucht und das Pärchen nebenan sein Getränk mit Röhrchen schlürfend genießt – „Ich gebe Ihnen jetzt 5 Euro und Sie hören endlich mit dem Geröchel auf!“ 😉 Hihi… (Falls ihr den Podcast gehört habt – könnte es sich hierbei um die Berliner Weisse gehandelt haben?)

Sehr weise Worte eines Schriftstellers darüber, dass am Ende jeder selbst mit seinen Empfindungen klarkommen muss und nicht alles an die Umwelt abladen kann. „Die Restbestände vom Vortag sind dann recht halbkomödiantisch – was habe ich denn gestern für ein komisches Zeug im Kopf herumgetragen?“

Ein großer Dank an Sabine Fringes für den überaus gelungenen Podcast!

Das einzige, was mich gestört hat war, dass der Begriff der EmpfindLICHkeit benutzt wird – ich fände EmpfindSAMkeit viel treffender. Empfindlich sein ist meiner Meinung nach ein eher negativ belegtes Wort. Empfindsamkeit geht da mehr in Richtung Wahrnehmung und Feinfühligkeit. Aber vielleicht seht ihr das ja anders – Kommentare eurerseits sind sehr willkommen 🙂

Weiterhin fehlt mir noch die Differenzierung dahingehend, dass es sehr wohl Hochsensible gibt, die z.B. kein Problem mit Kassen im Supermarkt haben. Meiner Meinung nach wird noch zu wenig auf die unterschiedlichen Ausprägungen von Hochsensibilität eingegangen – die Generalisierung einzelner Punkte kann zur Nicht-Akzeptanz des Themas bei Betroffenen als auch dem Umfeld führen.

Aber das nur am Rande. Die letzten genannten Punkte sollen die Arbeit von Sabine Fringes keineswegs schmälern – sie hat die Komplexität des Persönlichkeitsmerkmals der Hochsensibilität ganz wunderbar eingefangen und ich hoffe, dass sich viele von euch den Podcast anhören.

Liebe Grüße und einen schönen Abend wünscht Euch
Julia

Überreizt! Sich das eigene Tempo erlauben

Wie wichtig es ist, auf sich selbst und seinen Körper zu hören, habe ich heute Morgen wieder erfahren dürfen. Meine Woche war sehr erlebnisreich – unter anderem zwei Tage, an denen ich zusammen mit tausenden von anderen Kollegen fachlichen Input erhalten habe. Dort habe ich es geschafft, die Tage so hochsensiblengerecht wie möglich zu gestalten und mich in Reizbekömmlichkeit zu üben. Das hat ganz wunderbar funktioniert. Am Freitag dann noch ein themenvielfältiger Arbeitstag. Abgerundet wurde dieser Tag mit einem sehr guten Freund, Abendessen beim Italiener und einem Kinobesuch.

Die Quittung kam allerdings heute Morgen. Ich habe wohl die Eindrücke der Woche im Schlaf verarbeitet und zwar so, dass es ein recht unruhiger Schlaf war. Dann klingelte es recht früh an der Haustür und das Klingeln riss mich aus dem Schlaf – na toll! Ach du je – ich habe den Ablesetermin für den Heizungszähler vergessen. Uff – Adrenalin pur! BAM! Ich fühlte mich nicht in der Lage aus dem Bett zu springen und die Tür zu öffnen. Julia – alles gut – liegenbleiben! Plötzlich setzte das Gedankenkarussell ein. So ein Mist, jetzt hast du den Termin vergessen. Du wolltest dich doch darum kümmern. Selbstvorwürfe. Zukunftsdenken – hoffentlich kommt der Mensch nochmal, blablabla…

STOPP! Zum Glück bin ich Stoppschild-erprobt und weiß mittlerweile, welche meiner Gedanken produktiv sind und welche nicht.

Ich habe in mich hineingehört und gemerkt – ich sollte noch etwas liegenbleiben und mich ausruhen, die Augen fühlten sich noch schwer an. Gefühlt – gemacht. Der Kopf und meine Gedanken fühlten sich auch sehr träge an – das bedeutete für mich ein ganz langsames Tempo anzuschlagen, um meinen Morgen zu starten. Also gut – ich akzeptiere mich so, wie ich gerade bin. Und wieder der Bedürfnis-Check: Was fehlt dir oder was brauchst du jetzt? Ich habe es tatsächlich geschafft, alle Bürden und Todo’s abzulegen und mich meiner selbst bewusst zu werden. Da war er, der Draht zu mir selbst und meinen Bedürfnissen. Also gut – erstmal ins Bad und Fensterrunde. Danach meine samstäglichen 120 SitUps. Dann habe ich ganz entspannt und sehr, sehr langsam mein Frühstück zubereitet und gegessen. Ich war zwar langsam, aber ich war aktiv. Und mit dem Frühstück kam dann auch die Energie wieder in meinen Körper zurück – Schritt für Schritt. Ich habe mir selbst erlaubt, den Tag mit einem viel langsameren Tempo zu starten als normalerweise – und das war genau das Richtige in diesem Moment.

Diesen Blogbeitrag habe ich direkt nach meinem Lauf draußen an der frischen Luft und einer anschließenden eiskalten Dusche geschrieben – jetzt ist mein Kopf wieder frisch und mein Körper hellwach. Ein unglaublich gutes Gefühl – und mein Tempo ist wieder auf Normalniveau angekommen. Ich bin stolz auf mich! Denn das Wissen alleine über Hochsensibilität schützt vor Torheit nicht – wenn man sich das immer wieder vor Augen führt, dann steckt man solche Reizüberflutungen und (gefühlte) Rückschläge immer besser weg. Auch wenn sie sich nicht immer vermeiden lassen.

Im Übrigen hat heute Morgen nicht der Ableser für den Heizungszähler geklingelt, sondern die Feuerwehr, die die Weihnachtsbäume abholen wollte. Der Ableser kommt erst in zwei Wochen – danke Stoppschild!

Und gerade als ich diesen Beitrag abschicken wollte, klingelt mein Vermieter und drückt mir zwei Apfelkuchenstücke in die Hand – selbstgemacht versteht sich 😉

Eure Julia

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Narzissmus und Hochsensibilität…

…und was hat das alles mit Selbstliebe zu tun?

Diese Frage beantwortet uns auf sehr differenzierte Art und Weise Oliver, der ebenfalls einen Blog über Hochsensibilität betreibt.

Sehr verständlich geht er auf die vermeintlichen Gemeinsamkeiten von Hochsensiblen und Narzissten ein – mir selbst kamen dabei sehr viele Aha’s über die Lippen.

Das Lesen dauert ungefähr 15 Minuten – aber aufgepasst: der Text ist sehr dicht geschrieben und wird noch lange Zeit nachwirken. Bei mir mindestens noch die ganze nächste Woche 😉

Lieben Dank an Oliver, der sich die große Mühe gemacht hat, all seine Gedanken und Erkenntnisse mit uns zu teilen.

Euch allen wünsche ich eine schöne Adventszeit und morgen einen guten Start in die neue Woche, Julia

Symposium Hochsensibilität in Bad Kissingen (Parkklinik Heiligenfeld)

Hallo zusammen,

das Thema Hochsensibilität hat es endlich zu den Fachexperten geschafft. In Bad Kissingen findet Anfang 2017 ein Symposium (Tagung, wissenschaftliche Konferenz) zum Thema statt.

Interessant ist auch, dass sich diese Klinik mit dem Thema Hochsensibilität schon jetzt aktiv auseinandersetzt und ihre Patienten auf das Thema aufmerksam macht.

Daumen hoch!

Und falls Psychotherapeuten meinen Artikel hier lesen sollten – es gibt bereits ein Fachbuch zum Thema von Elaine Aron.

Viele Grüße,
Julia

Hochsensible Judith schreibt – ohne es zu wissen – über mich :-)

Hallo zusammen,

gerade bin ich auf einen Blogbeitrag gestoßen, in dem ich mich zu 98% wiederfinde – und so treffend, wunderbar und liebevoll formuliert.
In diesem Artikel schreibt die extrovertierte Judith über ihr Denken und Dasein als Hochsensible. Ich kann euch diesen Text nur wärmstens ans Herz legen – denn er geht ans Herz – direkt und ohne Umwege.

Hier drei schöne Zitate vorab:

„Jeder Mensch, dem ich in meinem Leben begegne, hinterlässt damit einen Fingerabdruck auf meiner Seele.“

„Deadlines sind damit meine Lifeline.“

„Einander zuwenden, nicht abwenden: das ist für mich das Wesen der Liebe.“

Danke Judith, dass du dich und auch mich so unglaublich treffend beschrieben hast. Eine Wucht 🙂

Liebe und dankbare Grüße,
Julia

Nachtrag: Zweite Filmdoku über Hochsensibilität…

Hallo zusammen,

falls das Filmprojekt von Elaine Aron nicht das angesetzte Budget erreicht, dann wird auch kein Geld eingezogen. Nur zur Info, falls jemand von euch denkt, er würde da jetzt totes Geld reinstecken.
Dem ist nicht so! Siehe auch Kommentare auf der Kickstarter-Seite.
Also: Wer das Projekt unterstützen möchte, kann dies in den nächsten 2 Tagen noch tun.

Liebe Grüße,
Julia

Hochsensibel und Multipassioniert

Hallo zusammen,

Elaine Aron und das Produktionsteam von GTG sind gerade dabei, das nächste Filmprojekt über Hochsensibilität anzugehen:

„Sensitive and in Love“ – Vorschau

Es geht um hochsensible Menschen in Beziehungen – zum Partner, zu Freunden, zur Familie, … Ein sehr spannendes und wirksames Thema, schön 🙂

Wer mag, kann sich sogar bis zum 1. Juli an der Finanzierung des Films über Kickstarter beteiligen.   i

Informationen zum ersten und bereits veröffentlichten Film habe ich hier zusammengetragen.

Liebe Grüße und euch noch eine schöne Woche,

Julia

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Silvester…

…ist DIE Gelegenheit, meine gelernten Methoden aus den HS-Coachings als auch meine bisherigen Erfahrungen anzuwenden, um den Abend genießen zu können und so gut ins neue Jahr zu starten.

Ich zähle einfach auf, auf welche Dinge ich morgen achten werde… Wohlgemerkt: Meine Vorgehensweise muss nicht jedem Hochsensiblen helfen. Achtung vor Generalisierung – wie immer 🙂

Also, hier die Situation: Spieleabend mit 18 anderen Leuten. Für viele klingt das jetzt vielleicht locker. Wäre es für mich aber nicht, wenn ich folgende Punkte nicht beachten würde:

Silvester-Checklist:

  • Ausschlafen
  • Frühstück / Mittagessen / Abendessen (Achtung: Es gibt Raclette – konzentrier dich auf DEIN Töpfchen!)
  • Langer Lauf vorher – baut restliches Cortisol der Woche ab
  • DuDu (Duschen und gut Duften)
  • Sobald die ersten Leute da sind: bei mir bleiben und Aufmerksamkeit bündeln, nicht überall gleichzeitig sein wollen
  • Regelmäßig Wasser trinken (irgendwann dann Wein – der Genuss soll ja schließlich nicht auf der Strecke bleiben 😀 )
  • Das Essen in vollen Zügen genießen
  • Die Unterhaltungen genießen – auf eine Unterhaltung konzentrieren
  • Sobald erste Anzeichen von Überstimulation da sind, raus an die frische Luft oder kurz auf Toilette –> EFT
  • Während des Abends – vor allem bei den Spielen – mich im Open-Focus-Modus bewegen (kein Narrow-Focus, Scheuklappen)
  • Auch einfach mal den anderen beim Spielen zuschauen, ich muss nicht immer mitspielen
  • Versuchen, mich zwischendurch selbst zu spüren, auch wenn gerade ein paar mehr Leute  als sonst anwesend sind und gespielt wird
  • Das Feuerwerk genießen – versuchen, während der Böllerschüsse zu entspannen – tief einatmen und Leuchtfeuer genießen
  • Ab und an Bedürfnisse-Check – alles noch gut? Fehlt mir etwas?
  • Falls meine Müdigkeit mich total runterziehen sollte –> ab ins Bett!

Ich bin gespannt, wie es Morgen wird. Ich freue mich auf alle Fälle auf die lieben Menschen, die kniffligen Spiele und die Wanderung vor Mitternacht auf meinen Hausberg.

Euch allen wünsche ich einen guten und gesunden Start ins neue Jahr!

Alles Liebe,
Julia

PS.: Hier noch Tipps von Kelly, wie sie solche Feste übersteht…

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Hallo zusammen,

euch allen ein frohes neues Jahr! Ich bin wunderbar ins neue Jahr gestartet 🙂 Es war goldrichtig diese Liste zu machen und mich gedanklich auf die Situation einzustellen!

Auswertung:

  • Ausschlafen – hat wunderbar geklappt 🙂
  • Frühstück / Mittagessen / Abendessen (Achtung: Es gibt Raclette – konzentrier dich auf DEIN Töpfchen!) – 🙂 Frühstück und Mittagessen rechtzeitig eingenommen und abends mich immer schön gefragt, was ich jetzt brauche. Raclette ist ja ein seeehr kommunikatives Essen, vor allem, wenn man am Tischende sitzt und einem andauernd irgendwelche Dinge fehlen – am einfachsten ist: „Hat jemand den Schinken gesehen?“, „Tobi – Käse bitte!“, „Mel – die Oliven bitte“ – haha, bloß nicht zu viele Worte beim Raclette verwenden, ansonsten versteht niemand, was man möchte 😉 Gelernt bei Ulrike Hensel am Mittagstisch- danke Ulrike 🙂
  • Langer Lauf vorher – baut restliches Cortisol der Woche ab 😦 Hat leider nicht geklappt. Nichtmal ein kurzer Lauf war drin. Jetzt ganz wichtig: Locker bleiben, auch wenn mal ein Punkt nicht so gut gelaufen ist! Man bleibt so flexibel im Kopf. Ich habe mich in der Zeit verschätzt – ich musste vorher noch tausend Dinge auf- bzw. wegräumen. Sehr schade eigentlich – aber ich war an diesem Abend recht flexibel im Denken. Als die Leute dann gekommen sind habe ich erstmal mit denen alles startklar gemacht – und dann musste ich mal „kurz weg, noch was erledigen“ – habe mich abgemeldet, meinen Mantel und Schuhe angezogen und habe 20 Minuten einen schönen Spaziergang in der frischen Luft gemacht – dabei noch geklopft (EFT), hehe, das funktioniert auch beim Spazierengehen, herrlich! Ich bin in die Weinberge spaziert und dort sah man noch schön weit – zumindest die meisten Nachbardörfer sah man noch in der Dunkelheit. Allerdings sollte es bis 24 Uhr sehr neblig werden, so dass uns die hohe Lage leider nicht wirklich viel brachte 😉 Mit diesem Spaziergang habe ich meinen Kopf nochmal sortiert bekommen und mein Körper war auch mit mir zufrieden 🙂 Das Laufen habe ich dann auf den nächsten Tag verschoben…
  • DuDu (Duschen und gut Duften) – 🙂 Jawohl – hat gut getan.
  • Sobald die ersten Leute da sind: bei mir bleiben und Aufmerksamkeit bündeln, nicht überall gleichzeitig sein wollen – 🙂 Hat funktioniert! Es ging sogar so weit, als die ersten Gäste kamen und herumstanden, setzte ich mich einfach hin und beobachtete alle. Auf einmal sagte einer, der da so herumstand: „Schaut mal, die Julia macht es richtig. Ich setze mich jetzt auch hin!“ Ich saß wohl gerade sehr selbstzufrieden und gemütlich da 🙂 Hach, wie schön… Und dieses „bei mir bleiben“ hielt den ganzen Abend über an.
  • Regelmäßig Wasser trinken (irgendwann dann Wein – der Genuss soll ja schließlich nicht auf der Strecke bleiben 😀 ) – 🙂 Jep, hat geklappt. Ich hätte aber noch mehr Wasser trinken können… Und der Rotwein war seeehr lecker!
  • Das Essen in vollen Zügen genießen – das Raclette erlaubt einem nicht unbedingt, sich auf seinen Teller zu konzentrieren, weil man immer zwischen verschiedenen Dingen hin- und herwechseln muss – aber größtenteils habe ich das Essen genossen 🙂
  • Die Unterhaltungen genießen – auf eine Unterhaltung konzentrieren – 🙂 Hat vorzüglichst funktioniert – ich hatte sogar Spaß am Erzählen…
  • Sobald erste Anzeichen von Überstimulation da sind, raus an die frische Luft oder kurz auf Toilette –> EFT – 🙂 Beim Spazierengehen vorher habe ich EFT gemacht, wunderbar! Und das war aber auch das letzte Klopfen des Abends – ich musste kein einziges Mal wegen Überstimulation auf Toilette – meine Balance hat wohl gestimmt.
  • Während des Abends – vor allem bei den Spielen – mich im Open-Focus-Modus bewegen (kein Narrow-Focus, Scheuklappen) – 🙂 DAS war DIE Methode, um den ganzen Abend besser bei mir zu bleiben und auch außenherum nichts zu verpassen. Der Geheimtipp!!! Der Narrow-Focus ist der Notfallmodus, bei dem man sich zu sehr auf etwas konzentriert – der muss zwar auch mal sein, aber nicht immer. Und mit einem offenen Fokus durch den Abend zu gehen, hat mir sehr geholfen in meiner Mitte zu bleiben und mich besser fragen zu können, was ich gerade brauche. Danke, Anne-Barbara 🙂
  • Auch einfach mal den anderen beim Spielen zuschauen, ich muss nicht immer mitspielen – 🙂 Wir haben gar nicht so viel gespielt, sondern mehr erzählt 🙂 Am Ende haben wir dann 4-5 mal das Spiel Codenames gespielt – ein unglaublich kreatives und faszinierendes Spiel, was ich nur empfehlen kann. Es ist schnell erklärt, kann einem allerdings ein paar Gehirnzellen rauben 🙂
  • Versuchen, mich zwischendurch selbst zu spüren, auch wenn gerade ein paar mehr Leute  als sonst anwesend sind und gespielt wird – 🙂 Hat wunderbar geklappt – immer mal wieder einen Selbst-Check gemacht und auf mich konzentriert und entsprechend meine Bedürfnisse erfühlt und erfüllt…
  • Das Feuerwerk genießen – versuchen, während der Böllerschüsse zu entspannen – tief einatmen und Leuchtfeuer genießen – 🙂 Hat auch wunderbar geklappt – es war leider sehr neblig zu Mitternacht, so dass wir nur die Feuerwerke um uns herum gesehen hatten. Von daher alles gut! Zu viele Leute waren auch nicht außenrum, so dass mir die Konzentration auf ein paar Dinge in der Umgebung nicht schwer fiel.
  • Ab und an Bedürfnisse-Check – alles noch gut? Fehlt mir etwas? – 🙂 DAS ist eines der Geheimnisse, um als Hochsensibler gesund durch einen solchen Abend zu kommen. Chacka!
  • Falls meine Müdigkeit mich total runterziehen sollte –> ab ins Bett! – 🙂 Aufbruchzeit war für die Letzten um 3:30 Uhr – ich hatte mir gerade in der Küche noch einen Tee gemacht, da ich etwas gefroren hatte – als ich wieder zur Meute kam, war Aufbruchstimmung. Keine Spur von Müdigkeit meinerseits… Tja… Als alle verschwunden waren habe ich mich mit meinem Tee auf meine Couch gesetzt und den Abend nochmal nachklingen lassen. Das hat eine volle Stunde gedauert, so dass ich um 4:30 Uhr müde und zufrieden in mein Bett gefallen bin. Ein schönes Silvester ging zu Ende…