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Neue Berge :-)

Sotalü – Tannheimer Tal „ade“ und „Grüezi“ nach Flüeli-Ranft.

Ich habe mich für eine Selektion neuer Bilder entschieden, die ihr seht, wenn ihr meinen Blog aufruft. (4 insgesamt)

Da ich in meinem letzten Urlaub die wunderschöne Gegend am Sarner See bewundern durfte – dürfen die Bilder von dort jetzt dauerhaft auf meinem Blog erscheinen.

Sattes Grün, schneebezuckerte Berge (Melchtaler Alpen) und sanfte Hügel mit lustigen Bäumchen zwischendrin. Einfach schön 🙂

Überwältigend!

Solch eine kompakte Wanderung ist mir auch noch nicht über den Weg gelaufen 😉

Innerhalb von 3 Stunden an meinem Anreisetag habe ich in Flüeli-Ranft so vieles gesehen und erlebt wie lange nicht.

Flüeli-Ranft und die Melchtaler

Dieser Kraftort hat ein einmaliges Bergpanorama mitsamt dem wunderschönen Sarner See. Ich wusste noch überhaupt gar nicht wohin ich laufen sollte – der Hauswirt gab mir dann einen Richtungstipp und los ging es über den Waldweg bergauf in Richtung Glotersegg. Das ist wohl der Mittelpunkt von Obwalden, nicht all zu weit entfernt vom Mittelpunkt der Schweiz. Wieso haben es die Schweizer so mit den Mittelpunkten?

Sarner See von Weitem

Auf jeden Fall ging es erstmal in der Sonne berghoch und dann in einen wunderschönen Wald, in dem dann auch ein herrlicher Wanderweg anfing. Ich musste schon etwas aufpassen, die letzten Tage waren wohl sehr regenreich. Irgendwann erschrak mich dann ein mich überholender Schweizer Trailrunner. Und kam nach einer halben Minute schon wieder zurück. Er sah mich von oben bis unten an und meinte: „Ach, mit ihren Wanderstöcken und -schuhen könnte das klappen! Der Bach da vorne trägt mehr Wasser als sonst…“ Ah ja, dann mal auf ins Abenteuer! Eine Schlüsselstelle gab es tatsächlich – und ohne Stöcke hätte ich das tatsächlich nicht geschafft. Sehr cool! Weiter geht’s zum Glotersegg und wieder abwärts zum See.

Doch halt! Da ist eine Abkürzung, die mich direkter wieder zurückbringt. Zumindest sieht das wie ein Wanderweg aus :-))) Was für ein herrliches Grün die welligen Wiesen haben. Jetzt erstmal eine Sonnenpause mit Blick auf den See und die Berge :-)))

Dann tapfer weiter – doch was ist das?!? Der Wanderweg hörte auf einmal auf und unter mir war nur eine MuhMuh-Wiese… Unterhalb davon jedoch ein gelbes Wanderschild. Tja, dann ab durch die Mitte. Mit den herantrabend neugierigen Kühen habe ich ganz ruhig geredet und sie ließen mich passieren. Der Wanderweg entpuppte sich jedoch nur als Markierung für Schneetourengeher… Oh je! 10 Meter weiter war ein klitzekleines gelbes Karo an einem Baum zu erkennen. Ich wollte schon daran vorbeilaufen, zum Glück hatte ich dann doch noch einen Blick draufgeworfen: „Wanderweg“ – juhuuu! Ich werde also doch noch pünktlich zum Abendessen ankommen 😉

Und was für ein wunderschöner Wanderweg das war!!! Prompt habe ich auch noch schöne Pilze entdeckt. Dann ging es wieder aus dem Wäldchen irgendwie über eine Muhmuh-Wiese. Und zack – wie aus dem Nichts das nächste Wanderschild. Einfach etwas schauen, dann passt das.

Auf alle Fälle bin ich meinem Orientierungssinn sehr dankbar – mit diesem kann ich dann doch mal ganz mutig ein Wagnis eingehen.

Auf dem Weg begleiteten mich gaaaanz viele süße Schwälbchen, ein wunderschöner Milan, ein Hennen-Hasen-Gänsegehege und zwischendurch gab es natürlich viele Kühe und am Ende noch einen Wachhund, viele Ziegen, ein altes Pony und eine Wiesenkatze 🙂

Alles in allem eine wunderschöne Tour an einem ganz besonderen Ort!

Die inneren Berge

Heute Morgen bin ich vom Ramolhaus nach Obergurgl abgestiegen. Eine wunderschön gelegene Hütte im Ötztal umrundet von zahlreichen Gletschern.

Sonnenaufgang am Ramolhaus
Sehr schön gelegene Hütte 🙂
Gletscher rundherum

Beim Abstieg wurde mir klar, dass ich mich mal wieder nicht in dem Tempo befand, was eigentlich gut für mich wäre. Die beste Entscheidung des Tages war jedoch, auf der Sonnenseite abzusteigen, da der Weg hier auch viel angenehmer verlief – genau das, was ich jetzt brauchte.

Ich fühlte mich fahrig, innerlich unruhig – es war eine Art Notzustand. Wer mehr über die biologischen Hintergründe wissen möchte, informiere sich bitte über die Polyvagaltheorie von Stephen Porges.

So, was hilft mir denn nun? Sicherheit und mich selbst da abholen, wo ich mich gerade befinde. Sicherheit bekam ich durch die richtige Wahl des Abstiegs und eines gemütlichen Tempos. Dann meldete sich auch schon mein innerer Berg. Die Traurigkeit klopfte an. Zum Glück hatte ich keine Mitwanderer um mich herum und so konnte ich diesen inneren Berg ohne große Mühen zulassen und bewältigen. Das führte dazu, dass sich mein Körper entspannte und meine Wahrnehmung wieder weit wurde, die innere Unruhe verflog und eine Weichheit setzte ein. Ich konnte wieder Blümchen genießen…

Flauscheblümchen mit Gletscher
Harmloser Abstieg

Die inneren Berge… Sind mindestens genauso ernsthaft und! genussvoll anzugehen wie die Berge im Außen.

Ich verstehe unter inneren Bergen unverarbeitete Gefühle und Empfindungen, die ich die ganze Zeit vor mir hergeschoben habe (aus welchen Gründen auch immer).

Meine These: je mutiger und entschlossener ich meine inneren Berge angehe, desto konzentrierter, intensiver und stärker komme ich die Berge im Außen hoch.

Das erklärt, warum ich an manchen Tagen nicht an meine SuperDuper-Leistung komme, die mir normalerweise unglaublich viel Spaß bereitet. Sitze ich gleichzeitig vor einem inneren Berg der Traurigkeit oder der Wut oder des Hasses, so macht sich das gleich bemerkbar – mein Körper fühlt sich wie gelähmt an, fahrig, innerlich unruhig. Brems- und Gaspedal gleichzeitig gedrückt.

Die Kunst für mich ist dann, diesen Zustand rechtzeitig zu erkennen, um mich meinem inneren Aufstieg zuzuwenden (darf auch zeitgleich zum äußeren passieren). Tue ich das nicht, hilft alle mentale Anstrengung und alles Wollen nur bedingt – es würde eine Selbstkasteiung werden. Ein Kampf gegen mich selbst.

Auf dem Ramoljoch (mit Fantasie erkennt man sogar ein Herz)

Und da das Leben leicht gehen darf, hilft mir das Erkennen und Begehen meiner inneren Berge enorm, um mehr Leichtigkeit ins Außen zu bringen.

Für die Wildspitze, die Weißkugel, den Fluchtkogel und die Finailspitze hat es bei mir in der letzten Woche gereicht. Meine inneren Berge hatte ich stets im Blick und so konnte ich mich (meistens 😉 ) der herrlichen Landschaft und Ausblicke erfreuen.

Finailspitze mit Ötzi-Monument
Weißkugel
Gipfelrast am Fluchtkogel

Bin ich mir meiner inneren Berge bewusst, so kann ich umso bewusster die äußeren genießen. Schön, gell? :-)))

Viele liebe Grüße, Eure Julia

Eine Hochsensible in den Bergen…

…oder: wie es einem High-Sensation-Seeker (HSS) gelingt, im Wanderurlaub die richtige Balance zu wahren.

Hallo zusammen,

am Sonntag kam ich von einem wunderschönen, verlängerten Wochenende in den Alpen zurück – es war eine Mädels-Wandertour im Berchtesgadener Land, wir waren zu fünft.

Im Folgenden versuche ich, einen kurzen Bericht zu schreiben, auf wertvolle hochsensible Momente einzugehen und ab und an ein Bild einzustreuen (zoomen könnt ihr mit Klick auf das Bild) – ganz unten kommt dann die Kurzversion mit den Punkten, die gut und die nicht so gut gelaufen sind. Ein guter Lerneffekt dann auch für mich 🙂

Also, los gehts…

Der Donnerstag begann schon sehr früh mit 5 Uhr losfahren. Deshalb bin ich schon um 4 Uhr aufgestanden, hatte nicht wirklich viel Schlaf – eigentlich ein Horror für jeden Hochsensiblen. Umso mehr hat es mich gewundert, dass ich nach mehr als 5 Stunden am Steuer sitzen noch so leicht und locker den Aufstieg zur Neuen Traunsteiner Hütte bewältigen konnte (von Oberjettenberg aus).

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Schön sieht es aus im Berchtesgadener Land, gell? 🙂 An der Hütte angekommen erstmal die Wasserspeicher des Körper wieder auffüllen, das tut richtig gut! Ganz wichtig: ich selbst habe, wenn ich mit mehreren Personen in Urlaub oder sonstwohin fahre, das Problem, dass ich meine, alles mitbekommen zu müssen. Und vor allem auch immer reagieren zu müssen. Es ist oft eine Grundanspannung da. Grundsatz: Keep cool! Erstmal auf die eigenen Bedürfnisse hören – jaja, das geht und ich darf das sogar 🙂 Dann fällt es mir auch später leichter, den anderen in Gesprächen zu folgen und mich auch Julia-typisch in Konversationen einzubringen, perfekt 🙂

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Unsere Hütte, die Neue Traunsteiner Hütte, liegt übrigens auf der wunderschönen und idyllischen Reiter Alpe – ein Ort, dem ich nur jedem Hochsensiblen ans Herz legen kann. Ruhe, Stille und Natur… Ach so – die Kühe bimmeln natürlich, aber das macht nix – und süß gucken tun sie auch – seht selbst…

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Der Aufstieg zu dieser Hütte ist übrigens nicht zu unterschätzen – es sind an die 1000 Höhenmeter zu bewältigen. Eine gewisse Grundkondition sollte also schon vorhanden sein.

So – nachdem wir dann unseren Durst gestillt hatten, ging es an die organisatorischen Dinge wie Bezahlung, Alpenvereinsausweis vorzeigen, Zimmer beziehen. Was sich hier für mich als ganz wichtig erachtet hat: Ruhe bewahren, aufpassen, mich ordnen. Früher habe ich mich durch die anderen durcheinanderbringen und ablenken lassen – oh, was macht die denn jetzt, oder wie auch immer… Schön auf mich selbst konzentriert ging es ab ins Bettenlager und ein schönes Plätzchen habe ich auch bekommen – sogar mit Fenster und Blick auf die Berge 🙂

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Besonders auf Berghütten kann es schon mal vor Menschen wuseln – je nach Zeit. Morgens und abends kann in den Waschräumen sehr viel los sein. Oder die lange Schlange beim Frühstück. Oder das gemeinsame Verlassen der Berghütte zur nächsten Wandertour, wo alle ihre Bergschuhe aus dem Schuhraum holen usw. Für mich gibt es nichts Schlimmeres, als mich durch Menschenmassen hindurchkämpfen zu müssen. Es geht natürlich schon irgendwie – aber wenn es sich vermeiden lässt, umso besser. Deshalb habe ich immer versucht, antizyklisch zu arbeiten 😉 Hat wunderbar geklappt. Ich habe immer zuerst die anderen vorrennen lassen und habe währenddessen andere Dinge erledigt, wie zum Beispiel meinen Rucksack für die nächste Wandertour gerichtet oder was auch immer.

Beim Frühstück morgens hatte ich auch eine sehr nette Situation. Alle waren schon mit dem Frühstück fertig und ich aß immer noch mein Müsli. Ich hatte meinen Rucksack schon fix und fertig gepackt, die anderen mussten alle nochmal ran. Es standen alle auf und einer Wanderin tat es richtig leid, dass sie mich da jetzt alleine sitzen lassen muss. Insgeheim war ich ja froh drüber, dass ich jetzt mal ein paar Minuten für mich hatte – ihr kennt das vielleicht. Daraufhin entgegnete ihr eine andere Mitwanderin, eine sehr gute Freundin von mir, die über meine Hochsensibilität Bescheid weiß, dass mir das gerade gar nichts ausmacht und hat sie einfach weggezerrt – hihi… Sie weiß gar nicht, was für einen großen Gefallen sie mir damit gemacht und mir so schnell zu meiner Ruhe verholfen hat, ohne dass ich noch weiter argumentieren musste 😉 Danke!

Der High-Sensation-Seeker in mir kam natürlich nicht zu kurz. Dafür sind ja die Berge da :-))) Im Hintergrund des folgenden Bildes seht ihr das große Häuselhorn (und das kleine rechts nebendran), welches ich am zweiten Tag erklommen habe. Kein einfacher Berg, aber interessant, da die Kletterei nicht zu kurz kam. Vorher waren wir noch auf dem Wagendrischelhorn. Am dritten Tag waren wir dann noch auf dem schönen Edelweißlahnerkopf.

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Die Schönheit der Natur kam natürlich auch nicht zu kurz. Dieses Mal hatte es mir irgendwie der Alpen-Mauerpfeffer (Fetthenne) angetan. Falls ich mit meiner Blumenbezeichnung falsch liegen sollte, gebt mir bitte Bescheid 😉

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Am dritten Wandertag begegneten mir 2 wunderhübsche Flockenblumen-Blüten, die ich natürlich unbedingt fotografieren wollte. Und schwups – kam ein Flattermann angeflogen. Das Ergebnis seht ihr hier…

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Mein letztes Bild ist übrigens ein Suchbild. Eine Kröte Ein Frosch hat sich versteckt 😉 Wer findet sie ihn?

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So, das wars mit meinem Bericht aus den Bergen. Es war ein herrlicher, erholsamer, bewusster, naturnaher und auch sportlicher Urlaub – wunderbar!

Euch allen wünsche ich einen guten Start in den Mittwoch und bis bald!

Eure Julia

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Zusammenfassung:

🙂   Hochsensible haben einen Blick fürs Schöne, für das noch so kleinste Blümchen am Wegesrand und die vielen Bienen und Hummeln und Schmetterlinge darauf; ich selbst habe gut daran getan, diese Momente in der Natur einfach nur bewusst zu genießen und mich nicht ablenken zu lassen – sich fallen lassen und schauen… Das gibt Kraft!

🙂   In der Stille, Einsamkeit und in der Natur tankt der Hochsensible Kraft und findet zu sich selbst.

🙂   Immer die eigenen Bedürfnisse im Blick! Ja, ihr dürft zu Egoisten werden. Das geht tatsächlich auch, ohne seine Nettigkeit und die schönen HS-Seiten zu verlieren 😉

🙂   Es ist gut, regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse zu besuchen. Vor allem, wenn man in die Berge geht. Ach so – und vor allem dann auch ein Erste-Hilfe-Päckchen parat zu haben 😉

🙂   Oh ja – auch Hochsensible können Massenlager bzw. Mehrbettzimmer überstehen – mit Ohrstöpsel und Schlafmaske ist man immer gut bedient.

🙂   Menschenansammlungen meiden wenn möglich. Antizyklisch arbeiten.

🙂   Es kann (!) sehr wertvoll sein, sein nahes Umfeld – also sehr gute Freunde, Eltern, den Partner – über Hochsensibilität zu informieren bzw. ihnen zu erklären, warum man so tickt wie man tickt. Das kann einem viele weitere Erklärungen und Diskussionen ersparen.

😦   Zu wenig Schlaf kann einem Hochsensiblen den ganzen Tag vermiesen. Darauf achten, bewusst und mit sehr viel Selbstliebe durch den Tag zu gehen. Ganz großen Wert darauf legen, sich selbst zu verzeihen – an solchen Tagen gelingt einem nicht immer alles so wie man es gerne hätte.

😦   Alkohol vor dem Schlafen gehen, selbst in Maßen getrunken, kann einem den Schlaf vermiesen (Zirben- und Marillenschnaps, waren beide sehr lecker, aber ich hatte in dieser Nacht nur 3-4 Stunden Schlaf)