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Zuhören

In den letzten Tagen hatte ich sehr viel Gelegenheit, mir selbst zuzuhören. Wenn ich mir selbst zuhöre, entsteht ein innerer Raum, in dem alles sein darf.

Ich werde mir dabei bewusst, was ich gerade brauche und ob mir das, was ich gerade tue, auch wirklich gut tut.

Es darf alles da sein. Freude, Unruhe, Stolz, Ohnmacht, Verbundenheit, Hilflosigkeit, Zufriedenheit, Trauer und Ungewissheit. Es ist nicht immer leicht, all die Gefühle zu halten – sowohl die stärkenden als auch vermeintlich schwächenden. Ich identifiziere mich auch nicht mit einem Gefühl, wenn es mal stärker hervortritt und alle anderen beiseite schiebt.

Für mich ist es wichtig, mir zuzuhören. Mich mir selbst zuzuwenden. Damit richte ich meinen inneren Kompass neu aus und bin wieder ganz da. Ganz. Mit allem drum und dran. Mensch. Ganz Mensch.

Ich wünsche mir, dass dieses Zuhören und sich einem anderen Menschen zuzuwenden, ihm Raum zu geben und ganz sich selbst sein zu können, immer mehr Beachtung findet. Neugierig zu sein, Interesse am anderen zu haben. Auch wenn dieser ganz anders tickt als man selbst. Das hat mir früher gefehlt und es fehlt mir teilweise auch heute noch. Nur mit dem Unterschied, dass ich jetzt weiß, wie wichtig es für mich ist, mich selbst auszudrücken – ob mir selbst oder einem anderen gegenüber. Eine Landebahn zu haben auf der man landen kann. Das wünsche ich jedem.

Von daher wünsche ich uns guten Flug und ab und an ein schönes, lauschiges Plätzchen zum Landen und dabei ganz sich selbst sein können.

Liebe Grüße, Julia