Schlagwort-Archive: Hochsensibilität

Gratwanderung

Neue Eindrücke erfahren.
So wichtig.
Verbundenheit spüren.
Unerlässlich.
Hochsensibilität integrieren.
Notwendig lebendig.

Nur so wächst die eigene Komfortzone.
Eine Gratwanderung.
Auf dem Weg.

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Innere Unruhe

Heute gibt es nur eine Gedankenlandkarte.

Wenn ihr auf das Bild klickt, und im neuen Fenster nochmal draufklickt, bekommt ihr mehr Details zu sehen…

Ich liebe Mind-Maps :-)))

Viel Freude beim Wandern durch eigene Gedanken und einen schönen Sonntag euch!

Alles Liebe, Julia

Finde den Weg. Deinen Weg. 🙂

Zuwendung

Ich freue mich sehr, heute Abend hier auf meiner Couch zu sitzen und euch wieder auf Wanderschaft mitzunehmen zu einem Thema, welches mich in letzter Zeit rege beschäftigt 🙂

Wanderschaft deshalb, da ich nicht weiß, wie dieser Blogbeitrag werden wird – meine Stichpunkte liegen neben mir – aufi!

Als ich heute von der Arbeit nach Hause gefahren bin, war ich fest der Überzeugung, heute in die Sauna zu gehen. 4 Stunden Entspannung für den Körper und die Sinne. Heute Nacht hatte ich schlecht geschlafen und habe mich am Morgen gefühlt, als hätte man mich in die Tonne getreten. Kurz bevor ich zuhause ankam, habe ich noch einmal in mich hineingespürt und bemerkt, dass ich heute Abend irgendwie doch etwas ganz anderes brauche. Die Sauna habe ich erstmal auf Eis gelegt (hihi, welch Wortspiel 😉 ) und habe mich auf den WoZi-Fußboden gesetzt.

Was brauche ich heute Abend wirklich? Ich habe versucht, meine inneren Impulse wahrzunehmen und erinnerte mich daran, dass ich während der Arbeit dachte, dass ich heute keine Menschen mehr brauche. Also war die Sauna schnell gestrichen. Ich kam mir selbst auf die Schliche: Sauna wäre eine Aktion gewesen, um mich von mir selbst abzulenken – so grotesk und absurd sich das jetzt anhören mag. Aber ich wollte in dem Moment einfach wirklich wissen, was ich brauche und hörte in mich hinein.

Ich wendete mich mir selbst zu. Ganz ehrlich, offen und (so gut es ging) urteilsfrei. Es waren natürlich auch schon innere Stimmen da, die mich verurteilten, weil Saunieren doch so unendlich gut tut und einem ein gutes Gefühl gibt. Nun ja, vordergründig vielleicht. Aber damit hätte ich mich selbst übergangen.

Zuerst begann ich damit, mir meine Stoppuhr auf 20 Minuten zu stellen und in meinem blauen Büchlein aufzuschreiben, was mir gerade so durch den Kopf geht und wie ich mich fühle und was ich brauche. Das mache ich gerade jeden Abend und nach 30 Tagen schaue ich mir immer an, was ich da so von mir gegeben habe. Nach diesen 20 Minuten war das Saunathema dann endgültig gegessen. Und wisst ihr, was komisch war? Ich war wieder einigermaßen fit und spürte Energie aufsteigen 😉

So habe ich mir dann einen schönen Abend zuhause gemacht. Zuerst ein wenig Haushalt, damit ich mich hier auch wohlfühle und dann gab es erstmal lecker Spaghetti mit selbstgemachter Tomatensauce und angerösteten Pinienkernen. Dann habe ich mir Inspirationen geholt im Buch von Carl Rogers und danach gab es ein wunderbares Wohlfühl-Fußbad :-))) (Letzteres jetzt bitte 10x hintereinander schnell aussprechen ;-))) )

Dieser Abend war Selbstzuwendung pur und gab mir unter anderem den Anstoß, einen neuen Blogbeitrag zu schreiben.

Was wäre die Zuwendung denn, wenn man diese nur sich selbst vorbehalten würde? Ein Yin ohne Yang, ein Topf ohne Deckel, Regenwetter ohne anschließenden Regenbogen. Mal davon abgesehen, dass sich sehr viele Menschen von dieser so wichtigen Selbstzuwendung immer wieder ablenken, nur um sich selbst nicht spüren zu müssen. Aber das ist ein anderes Thema 😉

Mindestens genauso wichtig für mich ist die Zuwendung hin zu anderen. Interesse daran haben, was mein Gegenüber gerade bewegt, ihm oder ihr zuhören und es wirken lassen, was die Worte und Gefühle des anderen mit mir selbst machen. Diese Form der Zuwendung ist in der heutigen Zeit nur noch selten anzutreffen. Das wirkliche Interesse am anderen. An der Lebendigkeit des Austauschs und der Unvoreingenommenheit der eigenen Haltung. Sich einander begegnen. Begegnung erfahren. Erfahren. Erfahrung. Erfahrung ist auch eines der Kernelemente von Carl Rogers personenzentriertem Ansatz.

Sich auf der Art und Weise begegnen, wie man gerade ist. Man ist einfach. Und so erfolgt ein lebendiger Austausch, wo man am Ende gar nicht weiß, wie er enden wird. Für mich ist das immer eine Schatzsuche. Ich bin neugierig darauf, was der andere zu sagen hat. Wie er es sagt. Was ihn bewegt. Und wie er darauf reagiert, wenn ich antworte.

Sich einem Menschen zuzuwenden ist eine der liebevollsten Gesten, die man einem anderen zuteil werden lassen kann. Gerade in der heutigen Zeit.

Und soll ich euch etwas verraten? Es ist so furchtbar einfach 😉 Das ist doch genau das, was Hochsensible brauchen. Einfachheit in der Umsetzung. Man muss es nur noch tun. Sich selbst zuwenden. Sich einem anderen zuwenden. Mehr bedarf es oft nicht. Und wenn man Glück hat und das viele so tun, bekommt man diese Zuwendung auch von einem anderen geschenkt.

Zuwendung bewirkt, dass man sieht und dass man gesehen wird. Es ist eine einzigartige Form von Seelennahrung, zu der es jeden ganz natürlich hinzieht, wenn er nicht gerade irgendwo im Außen festhängt. Loslassen und sich sein lassen. Am Anfang vielleicht etwas ungewohnt, aber solche Begegnungen nähren. Sich liebevoll begegnen ist so rar geworden, dass es sogar Menschen gibt, die Angst davor haben. Angst vor sich selbst und Angst davor, was entstehen könnte. Angst vor dem Unbekannten und Neuen.

In diesem Sinne wünsche ich euch für dieses Wochenende schöne Begegnungen und ich würde mich sehr über Kommentare freuen, in welcher Form ihr euch selbst und/oder anderen am liebsten Zuwendung schenkt.

Alles Liebe,
Julia

Der Frühling…

…ist auf dem Weg :-)))

Die Vögel merken das auch und sind vollkommen aus dem Häuschen. 🏡

Heute gab es ein wunderschönes Wolkenmeer am Himmel zu sehen, in das ich heute bei einem Spaziergang im Weinberg eingetaucht bin.

Alles Liebe und einen guten Übergang in die neue Jahreszeit wünscht Euch
Julia

 

Auf Schatzsuche III (am Tag danach)

Mein Kopf fühlt sich verklebt an. Die Gedanken sind zäh. Das Denken funktioniert nur noch sehr langsam.

Ein Tag nach der Massenveranstaltung schreibe ich mir im Büro kurze Stichwörter auf gelbe Post-its, damit ich diese Gedanken und diesen Zustand ja nicht vergesse und Euch darüber berichten kann 😉

Ich weiß, dieser Zustand endet bald – zum Glück weiß ich das!!! (ansonsten könnte sich eine negative Gedankenspirale einstellen gepaart mit Angst, die wiederum einen inneren Reiz darstellt – aber nicht mit mir 😉 ) Ich genehmige mir nun Langsamkeit – andere Menschen merken das nicht. Nur ich – JEDE Bewegung wird langsam und bewusst ausgeführt – und auch das Denken. Wenn ich richtigen Muskelkater nach einem Marathon habe, dann kann ich am Tag danach auch noch nicht wirklich flüssig gehen oder Treppen steigen.

Diese Massenveranstaltung wirkt ähnlich wie eine längere Trainingseinheit beim Laufen. Am Tag danach fühlt sich alles etwas träger und schwerer an und man benötigt eine Sportpause.

Nun leite ich meine These für das Thema Hochsensibilität ab: Die Massenveranstaltung bedeutet einen enorme Reizflut für das Nervensystem eines Hochsensiblen. Einen Tag später spürt der Hochsensible einen Muskelkater im Nervensystem. Dieser Muskelkater setzt einige Zeit nach einer Phase ein, die von größerer und langer Reizflut geprägt war.

Ich nenne ihn den Muskelkater des Nervensystems.

Michael Jack, Vorsitzender des Informations- und Forschungsverbunds Hochsensibilität (IFHS), nennt ihn in einem aktuellen Zeitungsbericht den Nervenkater. Miau! 😉

Es dauert ein paar Stunden, bis sich wieder ein Gefühl der Balance einstellt. Bei mir fühlt es sich sehr angenehm und wie ein Prickeln im Kopf an. Erleichterung macht sich breit 🙂

Einen guten Start in die neue Woche wünscht Euch
Julia

Auf Schatzsuche II (direkt danach)

Hallo zusammen,

zuallererst möchte ich den lieben Menschen danken, die mir in meinem letzten Beitrag so viel mentale Unterstützung ausgesprochen und über ihre eigenen Erlebnisse berichtet haben. Ich danke euch von Herzen! Das zeigt mir, dass wir zum einen nicht alleine sind und zum anderen es unterschiedlichste Strategien gibt, um selbst an Massenveranstaltungen teilzunehmen und diese wirksam – für uns selbst und für die anderen – gestalten können.

Meine Ohren säuseln immer noch 😉 Ich war in einer riesengroßen Halle und mir war zwischendurch gar nicht bewusst, dass es doch tatsächlich etwas lauter war… Auf jeden Fall hat mein Gehörgang gerade etwas zu verarbeiten – mit dem hätte ich nun wirklich nicht gerechnet.

Eins muss ich jetzt gleich loswerden: Meine Schatzkiste ist übervoll :-))) Es fing schon morgens am Bahngleis an, als ich auf meinen Cousin traf, den ich schon länger nicht mehr gesehen hatte. Von einem Gespräch purzelte ich sozusagen ins nächste und es war überaus angenehm. Dadurch, dass ich mich auf meine Unterhaltung konzentrierte, blendete ich die Umgebung wohl aus – ich war gefühlt heute sehr oft im Flow.

Ich hatte allerdings schon Momente, wo ich lähmende Passivität herannahen sah – als ich das spürte, versuchte ich, genau in dem Moment den Schatz zu finden. Welchen auch immer. Ich versuchte, den Bezug zwischen mir und der Umwelt wiederherzustellen, in dem ich mich entweder vollständig auf mich konzentrierte und einen Bedürfnis-Check machte oder in dem ich mich mit einem Kollegen unterhielt, der neben mir saß – wenn auch nur kurz.

Es ist das Gefühl, Dinge nicht über mich geschehen zu lassen, sondern wirksam zu sein. Auch, wenn diese Wirksamkeit von Außen nicht zu sehen sein mag – auch das Konzentrieren auf sich selbst ist eine Aktivität – und das Spüren des eigenen Inneren und der eigenen Bedürfnisse hält einen lebendig bzw. führt einen in die Lebendigkeit.

Meine Schätze heute waren:

  • Ich blieb die ganze Zeit bei mir – Achtsamkeit war mein ständiger Begleiter.
  • Lebendige, unterhaltsame und gehaltvolle Gespräche
  • Reizbekömmliche Strategien, um die großen Schlangen beim Essen, bei der Ankunft und den Pausen zu vermeiden
  • Das Essen genossen (war wirklich lecker – gutes Frühstück, am Mittag Pulled Chicken, warmer Schokokuchen und gesunde Pommes 😉 ) –> obwohl sehr viele Leute außenrum waren, sind auch ständig vorbeigelaufen
  • Die Erkenntnis, dass es sich lohnt, etwas langsamer und bewusster als sonst zu bewegen und zu sprechen – das merkt niemand 😉
  • Die frische Luft in der Pause – erstmal raus und Füße vertreten
  • Die Mimik von den Menschen, nachdem sie eine ungewöhnliche Frage von mir gestellt bekommen haben
  • Das Bewusstsein, dass ich durch meine Strategien eine für mich ungewohnte Selbstwirksamkeit spüre – das ist ein wirklich befreiendes und wohltuendes Gefühl!
  • Ich bin in der Lage, mir Zeit bei der Kommunikation zu lassen. Das macht ein Gespräch – zumindest für mich – lebendiger, da ich so wirksamer rede und zuhöre. Das muss ich unbedingt auch in Situationen ausprobieren, wo ich gefühlt unter Druck stehe. Genau da hilft die gefühlte Langsamkeit…
  • Viele Menschen getroffen, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Und mit fast jedem von ihnen habe ich mich ausgetauscht. Das war schön.
  • Mit Lockerheit durch den Tag. Es kam keine Hektik auf – ich habe mich von äußeren Umständen zu nichts drängen lassen – auch nicht in der Menschenmasse.
  • Ehrlich gesagt bin ich gerade etwas baff – warum ist mir das heute so gut gelungen?
  • Mit 3 lieben Kollegen die Heimfahrt in der S-Bahn angetreten. Ein ganz wunderbarer Ausklang…
  • Nicht bis zum Schluss der Veranstaltung geblieben. Etwas früher gegangen – länger zu bleiben, hätte mir nichts mehr genützt. Im Gegenteil.
  • Mir ist bewusst geworden, dass ich immer mehr meiner Selbstwahrnehmung vertraue und diese immer mehr achte. Balsam für die Seele 🙂
  • Größere Resilienz, wenn ich den Sinn meines Daseins auf der Veranstaltung spüre und Spaß daran habe.

Das war es auch schon mit dem Rückblick für heute.

Ich würde mich sehr freuen, noch mehr von euren Strategien zu erfahren, die ihr auf solchen Veranstaltungen im Gepäck habt 🙂

Einen schönen Abend euch,
Julia