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Zu wenig Energie? Stärke deine Selbstliebe…

Hallo zusammen,

gerade bin ich mal wieder auf dem wundervoll erhellenden und informativen Blog von Anne-Barbara Kern (Hochsensibilitäts-Coach) unterwegs.

Ich möchte euch auf einen für mich sehr eindrucksvollen Beitrag hinweisen, in dem es darum geht, warum Hochsensible manchmal das Gefühl haben, zu wenig Energie zu haben.

Frau Kern beschreibt 4 Übungen, wie man seine eigene Selbstliebe stärken kann. Ich finde diese sehr anschaulich erklärt und auch einfach umzusetzen (außer die Schattenseiten zu entdecken, das könnte etwas anstrengend und schwierig werden – man sollte sich bei Bedarf aber nicht davor scheuen, einen Fachexperten wie z.B. Psychotherapeuten zu Rate zu ziehen).

Ich selbst werde jetzt etwas bewusster durch meinen Tag gehen und diejenigen Dinge im Kopf behalten, die ich gut gemacht habe. Auch wenn es nur Kleinigkeiten sind. Dann werde ich mir abends 2 Minuten Zeit für mich nehmen und mich tatsächlich laut sprechend selbst loben – haha, da freu ich mich jetzt schon drauf 😉 Mal schauen, wie lange ich das durchhalte…

Ab mit uns in die Aufwärtsspirale – huiiiiiiiiiiii…

Ganz liebe Grüße,
Julia

PS.: Aufpassen, denn in Frau Kerns Blog kommt man schnell der Überstimulation nahe, da die Informationen wirklich sehr dicht und informativ sind. Also: beim Lesen auch mal eine Pause einschieben 🙂

PPS.: Ich erinnere mich gerade an früher als ich Klassenarbeiten abgegeben habe und immer dachte, ach du je, da sind bestimmt tausende von Fehlern drin… Papperlapapp – am Ende bekam ich dann doch eine 1 oder eine 2… Total bescheuert, oder? Unbarmherzige Tiefstapler – nichts mit Selbstwert und Selbstliebe…

PPPS.: Hermann Hesse über Selbstliebe   i

PPPPS.: Charlie Chaplin über Selbstliebe

Hochsensibilität erklären – Ja? Nein? Wieso? Wieso nicht? Wem? Und überhaupt!!!

Vorsicht – langer Beitrag. Ihr könnt auch nur das Fettgedruckte lesen und dann entscheiden, was euch interessiert.

Es wäre so wunderbar einfach und würde mir ein gutes Gefühl geben, wenn ich meine Hochsensibilität meinem Gegenüber mit selbstbewusster, warmer und einladender Stimme erklären könnte:

„Also, …nach den Forschungen von Dr. Elaine Aron befinden sich ungefähr 20% Hochsensible unter uns. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie ein feinfühligeres Nervensystem haben und so offener und empfänglicher für Umwelteinflüsse sind, egal ob positiv oder negativ. Unter diese Art von Reizen fallen: Geräusche, Düfte, gutes Essen, chaotische Situationen, Schönheit, Schmerz,… Hochsensible tendieren dazu diese sensorischen Reize tiefer zu verarbeiten als Normalsensible. Hochsensibilität kann ein Segen sein – größte Freude und Genuss. Allerdings ist sie manchmal auch ein Fluch und fordert mich so manchesmal heraus. Ich genieße es sehr, mich mit anderen Hochsensiblen zu treffen, Erfahrungen auszutauschen und so die vielen entstehenden Netzwerke zu nutzen.“ (Jacquelyn Strickland)

Ach – das wäre wirklich ein Segen, wenn es denn nur immer so einfach wäre. Ich habe in letzter Zeit recht viele Erfahrungen gesammelt, um mich, meine Bedürfnisse und auch Hochsensibilität zu erklären. Es kommt immer darauf an, was man erreichen möchte, wie es mir in diesem Moment selbst geht (wie kreativ und kommunikativ fühle ich mich gerade um Rückfragen beantworten zu können), wen man vor sich hat und wie das Gespräch verläuft…

Der Inhalt dieses Blogbeitrags ist übrigens über ein Mind-Map entstanden (ich liebe Mind Maps!!!) – falls es euch interessiert, habe ich mein Gekritzel einfach mal abfotografiert 😉 Ein Klick aufs Bild vergrößert dieses.

IMG_9106So – wie fange ich jetzt am besten an – hm…

Es ist von folgenden Fragestellungen auszugehen:

1) Besteht überhaupt eine Notwendigkeit, meine Hochsensibilität zu erklären?

2) Ist es vielleicht sogar besser, sie im Moment nicht zu erklären sondern evtl. auf einen späteren, passenderen Zeitpunkt zu verschieben?

3) Wem möchte ich Hochsensibilität erklären?

4) Wie erkläre ich Hochsensibilität (falls ich mich dazu entschlossen habe, diese zu erklären)?

Am besten gehe ich jetzt alle Punkte 1-4 durch und erkläre nach und nach, ob und wie man Hochsensibilität erklären könnte/sollte.

zu 1) Besteht überhaupt eine Notwendigkeit, (meine) Hochsensibilität zu erklären?

Wieso sollte ich gerade jetzt meinem Gegenüber Hochsensibilität vermitteln? Welche Gründe und Bedürfnisse stehen hier im Vordergrund? Ist es überhaupt notwendig, den Begriff der Hochsensibilität zu verwenden?

Also: Mit der Zeit habe ich für mich ein recht gutes Gefühl dafür entwickelt, ob ich meinem Gegenüber diesbezüglich etwas mitteile. Es ist zum Beispiel unbedingt erforderlich, falls der Gegenüber von mir etwas möchte (z.B. Kollege) und ich gerade aus Gründen der Reizüberflutung nicht so reagieren kann, wie ich normalerweise reagiere. Dann formuliere ich meine Bedürfnisse in Form eines Wunsches bzw. Vorschlages, um mir selbst gerecht zu werden – ohne jedoch den Begriff der Hochsensibilität an sich zu verwenden (z.B. Könnest du das Fenster bitte wieder schließen? Könnten wir das Meeting auf morgen früh verlegen? Könnten wir eine kurze Pause machen/Kaffee holen gehen?…). Ich spreche mein Bedürfnis aus – und das ist es letztendlich was zählt. Viele verstehen Hochsensibilität oft falsch, wenn sie zum ersten Mal von diesem Begriff hören. Hier ist Vorsicht angebracht. Deshalb ist es zuerst immer vernünftig, seine eigenen hochsensiblen Bedürfnisse zu kennen und Wünsche zu formulieren, um diese Bedürfnisse zu kommunizieren. Dies ist manchmal gar nicht so einfach. Deshalb ist es erstmal besser, bei seinen Bedürfnissen zu bleiben, als sich an der Erklärung für Hochsensibilität aufzuhalten.

Wenn ich merke, mein Gegenüber selbst ist hochsensibel bzw. könnte hochsensibel sein, und ein Hinweis darauf würde dieser Person tatsächlich weiterhelfen können, dann entschließe ich mich in letzter Zeit immer öfter, Hochsensibilität als solches zu erklären. Denn nur so kann demjenigen geholfen werden, mit sich und der Welt besser zurechtzukommen. Es ist doch ganz normal, wenn ich als Hochsensible Ausschau nach „Artverwandten“ halte – diese sind übrigens auch relativ oft im BurnOut und Depressionsumfeld zu finden. Ein paar Fragen meinerseits lassen mich dann wissen, wie mein Gegenüber zumindest ungefähr tickt. Diese Chance will ich nicht an mir vorbeiziehen lassen. Ob derjenige meine Worte dann für sich nutzt, sei ihm überlassen – aber hinwerfen will ich demjenigen den Knochen dann schon 😉 Man kann dieser Person auch anbieten, Informationen per Mail zukommen zu lassen, wie z.B. ein Link auf einen HS-Test oder die Erst-Info vom IFHS. Weitere Informationen suchen sich diejenigen Personen dann schon selbst.

Enge Freunde haben ein Recht zu wissen, was mit mir los ist und was mich gerade so beschäftigt. Deshalb habe ich mich entschlossen, meinen engsten Freunden und Familienmitgliedern meine neue Charaktereigenschaft zu erklären. Hat bisher auch wunderbar funktioniert, da ich wusste, sie hören zu. Normalsensible können die Gedankengänge und Verarbeitungsprozesse nur schwer nachvollziehen – aber zuhören tun sie dann schon 😉 Das Gute daran ist, dass man in prekären Situationen, wie z.B. bei großen Festen, Feiern oder zu vielen Reizen Kontaktpersonen in der Nähe hat, die einen verstehen – vor allem, die dann nicht mehr so genervt nachfragen, warum man auf einmal so ruhig ist oder genervt wirkt. Die Auswirkungen der Reizüberflutung erklären sich dann von selbst und man hat die Kraft zum Erklären gespart – ist bei einer Überstimulation tatsächlich sehr hilfreich.

Was ich auch sehr wichtig finde ist, ab und an mal bei Ärzten, Psychotherapeuten oder Coaches nachzufragen, ob sie schon mal etwas von Hochsensibilität gehört haben. Da kann ich den Begriff dann sofort verwenden, ohne doof angeschaut zu werden (sofern ich Vertrauen zum Gegenüber verspüre). Einfach nur so als Trigger und interessehalber, ob der Terminus schon beim Fachmann vorbeigekommen ist oder nicht. Ich war sogar schon bei meinem Hausarzt mit diesem Thema und meine mitgebrachten Infoblätter hat er dankbar entgegengenommen. Allerdings weiß ich nicht wirklich, ob es ihn tatsächlich interessierte – aber: er hat dann schon mal davon gehört. Das Wissen in diesen Fachkreisen ist leider noch unglaublich gering.

zu 2) Ist es vielleicht sogar besser, sie im Moment nicht zu erklären sondern evtl. auf einen späteren, passenderen Zeitpunkt zu verschieben?

Wenn ich das Gefühl habe, mein Gegenüber ist eher eine unsensible Person oder gar eine narzisstisch veranlagte Persönlichkeit werde ich mich hüten, Hochsensibilität zu erklären. Außerdem muss ich das Gefühl haben, dass die Situation jetzt für mich stimmig ist und ich auch in der Stimmung bin, das Ganze in Ruhe und mit Verstand erklären zu können. Die Zeit muss da sein und bei meinem Gegenüber muss ich das Gefühl haben, er hört mir zu – das Vertrauen und ein gutes Gefühl meinerseits muss da sein. Ansonsten komme ich nicht in die Erklärbär-Stimmung 🙂 Ich möchte schließlich auch auf Rückfragen antworten können. Und das kann ich nur, wenn ich voll bei mir selbst bin.

zu 3) Wem möchte ich Hochsensibilität erklären?

Ich persönlich habe schon diversesten Gruppen meine Bedürfnisse bzw. Hochsensibilität an sich erklärt. Meistens ist es ein Gespräch unter vier Augen – das ist mir am liebsten.

Ich selbst hatte das Bedürfnis, folgenden Personengruppen meine neu entdeckte Charaktereigenschaft näher zu bringen:

– meinen Eltern

– engen Freunden

– engen Kollegen

– meinem Chef

– unwissenden / schlafenden Hochsensiblen

– BurnOut / Depressionserkrankten (Vorsicht: hier soll nicht der Anschein entstehen, jeder an BurnOut oder Depressionen Erkrankte wäre hochsensibel. Dies ist nicht meine Absicht. Meine Meinung ist nur, dass es evtl. sinnvoll sein könnte, für sich zu schauen, ob man mit den Eigenschaften von Hochsensibilität etwas anfangen kann. Falls ja, eröffnet das einem ganz andere Ansichten, Möglichkeiten und bessere Heilungschancen.)

Ich selbst muss allerdings aufpassen, dass ich nicht zum Hochsensiblen-Papst mutiere – ich brenne gerade sehr für dieses Thema und bin versucht, die gesamte Welt damit zu beglücken, weil es mir selbst sehr viel gibt. Von daher: Ball flach halten, liebe Julia! Eine weitere Eigenschaft vieler Hochsensibler: Begeisterungsfähigkeit – jaja 😉

zu 4) Wie erkläre ich Hochsensibilität (falls ich mich dazu entschlossen habe, diese zu erklären)?

Man kann natürlich den Begriff an sich sofort verwenden, oder man benutzt Synonyme, wie wahrnehmungsstark, Vielfühler, feinfühlig, … oder man formuliert nur seine eigenen hochsensiblen Bedürfnisse ohne die Hochsensibilität oder Wahrnehmungsstärke ins Gespräch einfließen zu lassen.

Dann gibt es natürlich verschiedene Art und Weisen, wie man das Konstrukt der Hochsensibilität seinem Gegenüber am besten erklärt – man möchte ja, dass derjenige es auf seine Art und Weise versteht – das ist die große Kunst!

Es kommt darauf an, wem ich es erklären möchte, welche Auffassungsgabe dieser hat und ob er mit dieser Information überhaupt etwas anfangen kann.

Kreativen Menschen und anderen Hochsensiblen komme ich meist mit der Bildersprache, mit Metaphern. Diese erkläre ich ganz am Schluss dieses Beitrages, weil sie etwas ausführlicher sind.

Es gilt grundsätzlich die Regel: Mit kurzer Erklärung anfangen und warten – warten auf die Reaktion meines Gegenübers. Erst dann kann ich einschätzen, ob es denjenigen überhaupt interessiert, ob er Rückfragen stellt oder ob diese Situation ihm einfach nur peinlich ist und ich am besten schnellstmöglich das Thema wechsle. Auch schon passiert 😉

Die Art der Erklärung kann tatsächlich das Auswendiglernen des ersten Abschnitts dieses Blogbeitrages sein, der alle Fakten auf den Punkt bringt. Oder man kann sich auch an Elaine Arons DOES-Indikatoren entlanghangeln. Für mich persönlich ist das die Variante, um keine Punkte zu vergessen und das Thema etwas schwammiger zu halten. Wenn man anfängt, einzelne Punkte aufzuzählen, wie z.B. ich begeistere mich immer unheimlich für kleine Blümchen am Straßenrand oder ich bin immer zu aufgeregt, wenn ich neuen Situationen gegenüberstehe, dann besteht die Gefahr, dass mein Gegenüber diese konkreten Beispiele generalisiert und für sich das Thema Hochsensibilität sofort abhakt. Hier nun also das Akronym DOES von Elaine Aron (auch nachzulesen in der Masterarbeit von Markus Pilgerstorfer):

epth of Processing – Tiefe Informationsverarbeitung, tiefere Verarbeitung von inneren und äußeren Reizeinflüssen, langes Nachhallen positiver und negativer Erfahrungen/Ereignisse

O verstimulation – durch die erhöhte und intensivere Reizverarbeitung kommt ein Hochsensibler schneller in den Zustand der Überstimulation

E mpathy and Emotional Responsiveness – hohe Empathie, Einfühlungsvermögen für meine Mitmenschen; emotionale Berührbarkeit. Hochsensible zeigen stärkere Gefühlsreaktionen auf positive und auf negative Reize.

S ubtle to Stimuli – feinfühligere Reaktion auf sensorische Umweltreize, Sinnesreize – alles, was mit Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen zu tun hat – auf positive und negative Art und Weise

Seit ich dieses Akronym kenne, verwende ich dieses als eine Art Eselsbrücke, um Hochsensibilität zu erklären – ich finde es einfach sehr hilfreich.

So – hier kommen nun noch die Metaphern, die bildhaften Geschichten, mit denen man Hochsensibilität noch erklären bzw. sein Selbstverständnis dafür erhöhen kann – viel Spaß beim Lesen:

Knautschball

– Ein Schwamm, der alles aufsaugt, wirklich alles…

Auflösung in der digitalen Fotografie: Ein digitales Foto mit hoher, gestochen scharfer Auflösung benötigt in der Verarbeitung im Gehirn hohe Rechenleistung und viel Speicherkapazität. Diese Eindrücke stehen Normalsensiblen nicht zur Verfügung, weil diese Dichte und Intensität an Sinnesdaten ausgefiltert werden. Hochsensible Wahrnehmung ist angeboren und funktioniert bei jeder Reizwahrnehmung, was ein Ignorieren der hohen emotionalen Empfänglichkeit unmöglich macht.

Orangenplantage (Elaine Aron): Wenn ein Normalsensibler Orangen erntet, schüttet er alle gepflückten Orangen in eine Sortiermaschine. Seine Sortiermaschine besitzt genau 3 Löcher: Ein kleines, ein mittleres und ein großes. So – wenn ein Hochsensibler Orangen erntet, schüttet er auch alle in eine Sortiermaschine, die aber 16 Löcher besitzt. Es ist eine viel „feinfühligere“ Maschine als die des Normalsensiblen.

Erfühlen: Es ist wie wenn ich etwas Neues mit 50 Fingern auf einmal erfühle/erfahre – im Gegensatz zu einem Normalsensiblen, der „nur“ mit 10 Fingern auskommen muss…
–> Viel mehr Eindrücke in der gleichen Zeitspanne

Bienenstock: Stell dir einfach mal vor, dein Kopf wäre ein Bienenstock und die Blütenpollen, die von den Bienen in den Bienenstock transportiert werden, wären die Informationen, die tagtäglich auf dich einströmen.

Dein Bienenstock hat genau 3 Eingänge.
Die Bienen fliegen tagein tagaus mit ihren gesammelten Blütenpollen und Nektartöpfchen durch diese Eingänge durch und liefern ihren Ertrag an die anderen Arbeiterinnen ab, so dass dieser zu Wachs und Honig verarbeitet werden kann.

Ich funktioniere etwas anders:
Mein Bienenstock hat nicht 3, sondern 12 Eingänge.

Das bedeutet, dass in der gleichen Zeit 4 mal so viele Bienen in den Stock strömen.
Allerdings kann pro Bienenstock immer nur die gleiche Anzahl von Blütenpollen und Nektar verarbeitet werden – die Arbeiterinnen, die den Ertrag entgegennehmen, arbeiten in beiden Bienenstöcken auf die gleiche Art und Weise.

Deshalb kommt es in meinem Bienenstock früher zum so genannten Blütenpollenstau 🙂

Das bedeutet, irgendwann können keine Bienen mehr in den Stock fliegen: „Wegen Überfüllung geschlossen“. Zuerst müssen die Bienen im Stock „abgearbeitet“ werden. Erst dann ist der
Bienenstock wieder aufnahmefähig.

Bei deinem Bienenstock kann dies auch der Fall sein, aber dafür müssen die Bienen schneller in deinen Bienenstock fliegen 😉 Und das kann längere Zeit dauern…

Optional (falls mein Gegenüber noch mehr wissen möchte):

So, nun aber zu den verschiedenen Ebenen.

Die 3 Eingänge in deinem Bienenstock sind auf 2 Ebenen verteilt. Auf jeder Ebene wird eine andere Art von Blütenpolle abgegeben. (akustische und visuelle Reize)

Die 12 Eingänge in meinem Bienenstock sind auf 4 Ebenen verteilt. (akustische, visuelle, empathische und olfaktorische Reize, was auch immer)

Der Honig, der bei mir rauskommt, ist also aus einer größeren Vielfalt zusammengesetzt. Er schmeckt nicht unbedingt besser, aber er schmeckt anders.
Durch die Kombination dieser verschiedenen Blütenpollen bzw. Informationen bekomme ich so einen noch ganz anderen Eindruck von der Situation, in der ich mich gerade befinde, den andere einfach nicht sehen bzw. schmecken.

Bsssssssssssssssssssssssssssss…

So – genug herumgesummt für heute. Falls ihr meinen Erklärungen und Ausführungen noch etwas hinzufügen möchtet, gerne weiter unten im Kommentarbereich.

Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntag-Nachmittag,
Julia

PS.: HS-Coach Anne-Barbara Kern über das Outing ihrer Hochsensibilität

PPS.: The Happy Sensitive: How to get Others to understand your HS?

Ein anderer Giant hat sich aufgetan…

…warum habe ich diese Videos erst jetzt gefunden?

Eine ganz wunderbare Frau hat ihre Hochsensibilität und somit auch sich selbst entdeckt. Sie hat ganz tolle Videos gedreht mit Gedanken, die so jedem Hochsensiblen durch den Kopf rauschen.

Sie macht Mut – falls ihr also Zeit habt und etwas Kraft braucht, schaut sie euch an – einfach nur wundervoll! Sie ist herzlich, liebevoll, einfühlsam, lustig, witzig, ernst, tiefgründig und vor allem aber: STARK!

Was ist Hochsensibilität und wie geht man damit um?

Was ist Selbstliebe und warum ist sie wichtig?

Gefühle zulassen – in der Öffentlichkeit zeigen? Ja oder Nein…

Bewusst eine Maske tragen: Selbstschutz & Inspiration – Super!!!

Soziale Phobie, Depression, Dysmorphophobie & Hochsensibilität. Wieso bin ich so hässlich?

Zufälligerweise hat sie eine Schwester, die auch Julia heißt – sie hat ihr eine Botschaft hinterlassen…

Auch über andere Themen hat sich diese junge Frau geäußert – und das einfach nur auf authentische Art und Weise – wie z.B. Homosexualität – das wahre Glück – …

Mein Lieblingsspruch von ihr: „Lasst euch nicht in Schubladen stecken – lebt eure Individualität“ – hach, da geht mein Herz auf!!! Danke, liebe Sandra… Du weißt deinen Topf zu nutzen.

Liebe Grüße und weiterhin noch ein schönes Wochenende,
Julia

PS.: Erkennt jemand von euch Sandras Dialekt? Kommt sie aus dem Frrrrrankenland? Nürnberg?

Eine Hochsensible in den Bergen…

…oder: wie es einem High-Sensation-Seeker (HSS) gelingt, im Wanderurlaub die richtige Balance zu wahren.

Hallo zusammen,

am Sonntag kam ich von einem wunderschönen, verlängerten Wochenende in den Alpen zurück – es war eine Mädels-Wandertour im Berchtesgadener Land, wir waren zu fünft.

Im Folgenden versuche ich, einen kurzen Bericht zu schreiben, auf wertvolle hochsensible Momente einzugehen und ab und an ein Bild einzustreuen (zoomen könnt ihr mit Klick auf das Bild) – ganz unten kommt dann die Kurzversion mit den Punkten, die gut und die nicht so gut gelaufen sind. Ein guter Lerneffekt dann auch für mich 🙂

Also, los gehts…

Der Donnerstag begann schon sehr früh mit 5 Uhr losfahren. Deshalb bin ich schon um 4 Uhr aufgestanden, hatte nicht wirklich viel Schlaf – eigentlich ein Horror für jeden Hochsensiblen. Umso mehr hat es mich gewundert, dass ich nach mehr als 5 Stunden am Steuer sitzen noch so leicht und locker den Aufstieg zur Neuen Traunsteiner Hütte bewältigen konnte (von Oberjettenberg aus).

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Schön sieht es aus im Berchtesgadener Land, gell? 🙂 An der Hütte angekommen erstmal die Wasserspeicher des Körper wieder auffüllen, das tut richtig gut! Ganz wichtig: ich selbst habe, wenn ich mit mehreren Personen in Urlaub oder sonstwohin fahre, das Problem, dass ich meine, alles mitbekommen zu müssen. Und vor allem auch immer reagieren zu müssen. Es ist oft eine Grundanspannung da. Grundsatz: Keep cool! Erstmal auf die eigenen Bedürfnisse hören – jaja, das geht und ich darf das sogar 🙂 Dann fällt es mir auch später leichter, den anderen in Gesprächen zu folgen und mich auch Julia-typisch in Konversationen einzubringen, perfekt 🙂

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Unsere Hütte, die Neue Traunsteiner Hütte, liegt übrigens auf der wunderschönen und idyllischen Reiter Alpe – ein Ort, dem ich nur jedem Hochsensiblen ans Herz legen kann. Ruhe, Stille und Natur… Ach so – die Kühe bimmeln natürlich, aber das macht nix – und süß gucken tun sie auch – seht selbst…

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Der Aufstieg zu dieser Hütte ist übrigens nicht zu unterschätzen – es sind an die 1000 Höhenmeter zu bewältigen. Eine gewisse Grundkondition sollte also schon vorhanden sein.

So – nachdem wir dann unseren Durst gestillt hatten, ging es an die organisatorischen Dinge wie Bezahlung, Alpenvereinsausweis vorzeigen, Zimmer beziehen. Was sich hier für mich als ganz wichtig erachtet hat: Ruhe bewahren, aufpassen, mich ordnen. Früher habe ich mich durch die anderen durcheinanderbringen und ablenken lassen – oh, was macht die denn jetzt, oder wie auch immer… Schön auf mich selbst konzentriert ging es ab ins Bettenlager und ein schönes Plätzchen habe ich auch bekommen – sogar mit Fenster und Blick auf die Berge 🙂

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Besonders auf Berghütten kann es schon mal vor Menschen wuseln – je nach Zeit. Morgens und abends kann in den Waschräumen sehr viel los sein. Oder die lange Schlange beim Frühstück. Oder das gemeinsame Verlassen der Berghütte zur nächsten Wandertour, wo alle ihre Bergschuhe aus dem Schuhraum holen usw. Für mich gibt es nichts Schlimmeres, als mich durch Menschenmassen hindurchkämpfen zu müssen. Es geht natürlich schon irgendwie – aber wenn es sich vermeiden lässt, umso besser. Deshalb habe ich immer versucht, antizyklisch zu arbeiten 😉 Hat wunderbar geklappt. Ich habe immer zuerst die anderen vorrennen lassen und habe währenddessen andere Dinge erledigt, wie zum Beispiel meinen Rucksack für die nächste Wandertour gerichtet oder was auch immer.

Beim Frühstück morgens hatte ich auch eine sehr nette Situation. Alle waren schon mit dem Frühstück fertig und ich aß immer noch mein Müsli. Ich hatte meinen Rucksack schon fix und fertig gepackt, die anderen mussten alle nochmal ran. Es standen alle auf und einer Wanderin tat es richtig leid, dass sie mich da jetzt alleine sitzen lassen muss. Insgeheim war ich ja froh drüber, dass ich jetzt mal ein paar Minuten für mich hatte – ihr kennt das vielleicht. Daraufhin entgegnete ihr eine andere Mitwanderin, eine sehr gute Freundin von mir, die über meine Hochsensibilität Bescheid weiß, dass mir das gerade gar nichts ausmacht und hat sie einfach weggezerrt – hihi… Sie weiß gar nicht, was für einen großen Gefallen sie mir damit gemacht und mir so schnell zu meiner Ruhe verholfen hat, ohne dass ich noch weiter argumentieren musste 😉 Danke!

Der High-Sensation-Seeker in mir kam natürlich nicht zu kurz. Dafür sind ja die Berge da :-))) Im Hintergrund des folgenden Bildes seht ihr das große Häuselhorn (und das kleine rechts nebendran), welches ich am zweiten Tag erklommen habe. Kein einfacher Berg, aber interessant, da die Kletterei nicht zu kurz kam. Vorher waren wir noch auf dem Wagendrischelhorn. Am dritten Tag waren wir dann noch auf dem schönen Edelweißlahnerkopf.

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Die Schönheit der Natur kam natürlich auch nicht zu kurz. Dieses Mal hatte es mir irgendwie der Alpen-Mauerpfeffer (Fetthenne) angetan. Falls ich mit meiner Blumenbezeichnung falsch liegen sollte, gebt mir bitte Bescheid 😉

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Am dritten Wandertag begegneten mir 2 wunderhübsche Flockenblumen-Blüten, die ich natürlich unbedingt fotografieren wollte. Und schwups – kam ein Flattermann angeflogen. Das Ergebnis seht ihr hier…

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Mein letztes Bild ist übrigens ein Suchbild. Eine Kröte Ein Frosch hat sich versteckt 😉 Wer findet sie ihn?

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So, das wars mit meinem Bericht aus den Bergen. Es war ein herrlicher, erholsamer, bewusster, naturnaher und auch sportlicher Urlaub – wunderbar!

Euch allen wünsche ich einen guten Start in den Mittwoch und bis bald!

Eure Julia

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Zusammenfassung:

🙂   Hochsensible haben einen Blick fürs Schöne, für das noch so kleinste Blümchen am Wegesrand und die vielen Bienen und Hummeln und Schmetterlinge darauf; ich selbst habe gut daran getan, diese Momente in der Natur einfach nur bewusst zu genießen und mich nicht ablenken zu lassen – sich fallen lassen und schauen… Das gibt Kraft!

🙂   In der Stille, Einsamkeit und in der Natur tankt der Hochsensible Kraft und findet zu sich selbst.

🙂   Immer die eigenen Bedürfnisse im Blick! Ja, ihr dürft zu Egoisten werden. Das geht tatsächlich auch, ohne seine Nettigkeit und die schönen HS-Seiten zu verlieren 😉

🙂   Es ist gut, regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse zu besuchen. Vor allem, wenn man in die Berge geht. Ach so – und vor allem dann auch ein Erste-Hilfe-Päckchen parat zu haben 😉

🙂   Oh ja – auch Hochsensible können Massenlager bzw. Mehrbettzimmer überstehen – mit Ohrstöpsel und Schlafmaske ist man immer gut bedient.

🙂   Menschenansammlungen meiden wenn möglich. Antizyklisch arbeiten.

🙂   Es kann (!) sehr wertvoll sein, sein nahes Umfeld – also sehr gute Freunde, Eltern, den Partner – über Hochsensibilität zu informieren bzw. ihnen zu erklären, warum man so tickt wie man tickt. Das kann einem viele weitere Erklärungen und Diskussionen ersparen.

😦   Zu wenig Schlaf kann einem Hochsensiblen den ganzen Tag vermiesen. Darauf achten, bewusst und mit sehr viel Selbstliebe durch den Tag zu gehen. Ganz großen Wert darauf legen, sich selbst zu verzeihen – an solchen Tagen gelingt einem nicht immer alles so wie man es gerne hätte.

😦   Alkohol vor dem Schlafen gehen, selbst in Maßen getrunken, kann einem den Schlaf vermiesen (Zirben- und Marillenschnaps, waren beide sehr lecker, aber ich hatte in dieser Nacht nur 3-4 Stunden Schlaf)

„Sensitive“ – der Film über Hochsensibilität…

…wird am 10. September diesen Jahres veröffentlicht! (hier geht es zur DVD, kann über Amazon bestellt werden).

Die Universitätsprofessorin und Psychotherapeutin Dr. Elaine Aron hat zusammen mit Regisseur Will Harper und Produzentin Diana Harper von der GlobalTouch Group (GTG) die Idee eines Films über Hochsensibilität ins Leben gerufen. Dieser wurde auch über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter finanziert.

Die Produktion des Films ist in den letzten Zügen und am 10. September ist die Premiere im Museum „Legion of Honor“ in San Francisco. Ob der Film in mehreren Sprachen verfügbar und wie/wann er in Deutschland zu sehen sein wird, ist noch nicht bekannt.

Trailer

Infos zum Film     Elaine Aron: Erklärbär für Normalsensible 🙂

Infos zur Veröffentlichung

Facebook

Jacquelyn Strickland über den Film

Liebe Grüße und euch noch einen schönen Abend,
Julia

Aus dem Leben einer Hochsensiblen…..Weltschmerz

…oder: warum Hochsensible eine Art Weltschmerz fühlen und warum die Reizflucht vor der Reizflut in diesem Moment so unwahrscheinlich wichtig ist.

REIZFLU(CH)T

Richtig gelesen – dieses obige Wortspiel kam mir diese Woche in den Sinn. Man füge nur ein „CH“ in das von Hochsensiblen „heißgeliebte“ Wort Reizflut und schon befindet man sich auf der Flucht 🙂

Aber jetzt erstmal zu mir: Mir gehts heute gar nicht gut. Vorhin ging es mir sogar mal richtig scheiße – in einem Blog darf man das so schreiben, oder? 😉 Hochsensible sind meist sehr diplomatisch und vor allen Dingen auch sehr bedacht darauf, mit welchen Worten sie um sich werfen.

Heute Nacht hatte ich sehr gut und intensiv geschlafen und bin fit aufgewacht. Gut – 2 Termine am heutigen Tag – sind machbar. Langsam aufgestanden und den Tag begonnen. Beim Frühstück machen fiel mir schon auf, dass ich heute nicht die allerschnellste bin – in Gedanken als auch in meinen Taten. So Julia – jetzt erstmal eins nach dem anderen. Es macht sich das Gefühl breit, in den Seilen zu hängen, nicht vorwärts zu kommen, es macht sich eine Art Blockade breit.

Im Laufe des Tages begann ich immer mehr zu zweifeln. Zu zweifeln an mir selbst, an allen Leuten, die mir heute so begegneten – eigentlich waren das Zweifel an der ganzen Welt. Meine Schotten gingen alle auf – meine Reiz-Rezeptoren ließen alles rein was man nur so als Reize in sich aufnehmen kann.Man tendiert in diesem Moment sogar dazu, Reize, die auf einen einprasseln, überzubewerten – Annahmen zu treffen, die gar nicht stimmen. Man fühlt sich zu nichts zu gebrauchen. Es mag einfach nichts gelingen, was einem sonst mühelos von der Hand geht. Es machte sich auch schon wieder die negative Gedankenspirale bereit und hatte mir schon befohlen, auf ihr herunterzurutschen. Aber hey – stopp – mit dem Wissen, hochsensibel zu sein, nehme ich diese Gedankenspirale zwar wahr – aber ich muss sie nicht weiterspinnen. Hallo Gedankenspirale – schön, dass du da bist. Du darfst auch gerne hier bleiben. Aber hinunterrutschen muss ich dich nicht. Ich rutsche sehr gerne – immerhin bin ich High Sensation Seeker – aber mir noch mehr solche negativen Gedanken heute zu machen macht wenig Sinn. Ich weiß, dass das Ganze morgen wieder vorbei ist. Ja, das ist tatsächlich so. Und das ist auch gut so. Ich weiß mittlerweile, auf mich selbst aufzupassen und ich weiß, was in dem Moment gut für mich ist.

Was ich im letzten Absatz beschrieben habe, diesen Zustand dieser unglaublichen Reizoffenheit, noch offener als an normalen Tagen von Hochsensiblen, dieses in-sich-aufnehmen sämtlicher Stimmungen von Außen, diesen Zustand nennen Hochsensible auch:

WELTSCHMERZ

Ich konnte mir beim Lesen von Büchern und Literatur zur Hochsensibilität nicht wirklich etwas unter diesem Begriff vorstellen. Vielfach wird er auch einfach nur in die Liste der HS-Merkmale aufgenommen ohne weiter erklärt zu werden. Erst heute wurde mir bewusst, dass diejenigen Tage, an denen ich mich genau so wie oben beschrieben fühle, Phasen von Weltschmerz sind. Ich bekomme den Schmerz der Welt hautnah und ungefiltert – vielleicht sogar noch verstärkt und ganz ungehindert mit. Ich kann mich davor in keinster Weise abschirmen – zumindest nicht an diesem einen Tag, in dieser einen Phase.

Ist es die Phase vom Phönix, wo er zur Asche verbrennt? ist es etwa das Sortieren, Einordnen und Strukturieren der Gedanken eines Hochsensiblen, nachdem er einen Tag mit sehr viel Eindrücken und Erlebnissen hatte? Ich weiß noch immer nicht, wodurch diese Phase von Weltschmerz eingeläutet wird.

phoenix-1

(Quelle: http://i24.photobucket.com/albums/c25/-JuLiAn-/Phoenix-1.jpg)

Entschuldigt meine Gedankensprünge in diesem Beitrag hier, aber die Thematik ist nicht gerade einfach. Ich versuche mich selbst zu reflektieren und zu beschreiben, was gerade in mir vorgeht bzw. was heute in mir vorging. Neben mir liegt ein DinA4-Zettel, der mit Schlagwörtern und Gefühlen versehen ist, ich versuche ihn gerade in diesen Beitrag zu verwandeln.

Bei der Recherche zu diesem Thema habe ich natürlich auch das Wort „Weltschmerz“ bei Google gescannt und bin auf einen sehr interessanten Artikel von Juliane Just gestoßen: „Ich bin (k)ein Sensibelchen„. Darin wird unter anderem auch beschrieben, dass der Weltschmerz der Hochsensiblen nicht mit einer Depression verwechselt werden darf. Man fühlt sich traurig – vielleicht sogar auf die ein oder andere Weise auch niedergeschlagen – man fühlt sich verletzlicher und man hat das Gefühl, gerade an einem solchen Tag wie heute überhaupt nicht lachen zu wollen. Es ist einem einfach nicht danach. Und das ist nicht schlimm. Punkt. Wenn man in diesem Moment nicht möchte, dass andere diese Stimmung mitbekommen, dann kostet es hundertmal so viel Kraft ein Lächeln von sich zu geben… Was mir normalerweise lustigem und fröhlichen Menschen überhaupt nicht schwer fällt – ich lache so unendlich gerne, vor allem mit mir lieben Menschen. Aber an solchen Tagen ist mir einfach nur zum Heulen zumute. Schwermut macht sich breit. Man meint, es befinden sich tausende von Knoten im Gehirn, die im Moment keine Anstalten machen, sich aufzulösen. Eine gewisse Art von Müdigkeit macht sich ebenfalls breit – obwohl ich sehr gut geschlafen habe.

Tja, und dann muss ich an alle Hochsensiblen denken, die nicht wissen, dass sie hochsensibel sind und was Hochsensibilität überhaupt ist. Und da muss ich dann schon wieder „Stopp“ sagen und mir das Gedanken-Stoppschild vor die Nase halten. Ich kann nicht die Welt retten und jedem Hochsensiblen beibringen, wie er am besten mit sich selbst umgehen darf/soll. Schrecklich diese Gedanken, oder?

So – und warum bin ich der Meinung, dass man in genau einer solchen Phase des Weltschmerzes vor der Reizflut flüchten solle? Zumindest so gut es geht. Nun – dies stellt eine Art Selbstschutz dar. Würde man in dieser Phase alle Eindrücke nur in sich hereinprasseln, würden sie einen dreifach oder sogar zehnfach treffen als normalerweise. Man kommt in eine Art Analyserausch – und wenn der einmal eingesetzt hat, kommt man da nicht so schnell wieder weg… Dies ist auch der Grund, warum viele Hochsensible darüber berichten, dass es Tage in ihrem Leben gibt, wo sie ihre Wohnung nicht verlassen möchten, wo sie einfach nur im Bett oder auf der Couch liegen bleiben möchten um ihrem Kopf die Ruhe zu ermöglichen, die er gerade dringend benötigt. Einfach nur an die Wand zu starren ist auch recht beliebt, kein Witz! So können sich alle Gedanken, Eindrücke und Erlebnisse neu einsortieren und Synapsen sich neu bilden. Falls man sich nicht zurückziehen kann erkennt man bei sich die Tendenz, den Leuten nicht mehr in die Augen schauen zu können – dies stellt erneut einen Reiz dar. Es kann auch gut sein, dass man grundlos anfängt zu weinen – oder anfängt zu weinen bei Dingen, die einem normalerweise überhaupt nichts ausmachen. An diesem Tag kann man auch einfach weinen, weil einem ein sehr wichtiger Mensch etwas Liebes geschrieben hat. Das alles mag sich jetzt für Normalsensible oder mit der Thematik nicht vertraute recht fremd anhören, aber mein Gefühl und Intuition sagt mir, dass es genau so sein muss. Ich weiß, wenn ich heute Abend einschlafe und morgen aufwache, dass es mir auf alle Fälle besser gehen wird und sich mein Kopf neu sortiert hat. Ein Gefühl der Frische macht sich breit, die Nebel sind verzogen. Wisst ihr, was mich hier brennend interessiert? Inwieweit sich das Phänomen dieser Reizoffenheit bzw. dieses Weltschmerzes mit einem Migräneanfall deckt bzw. wie es sich davon abgrenzt. Oder hat es gar miteinander zu tun? Ich weiß es nicht – ich habe zumindest noch nie einen Migräneanfall gehabt – auf der einen Seite meiner Verwandtschaft kursiert Migräne allerdings recht häufig. Eine meiner Omas hatte sehr oft Migräne. Nachtrag: Zusammenhang Hochsensibilität & Migräne     Hochsensibilitätsgen von der Migräne-Forschung gefunden?     Migräniker     Allgemeine Info Migräne

Was mir auch durch den Kopf geht bei solchen Phasen ist, dass ich noch so viel zu erledigen habe. Ich bin ja schon so weit, mich nicht zu verurteilen, wenn ich mal etwas nicht erledigt bekomme. In diesem Moment bin ich mir selbst am wichtigsten und muss mich erstmal wieder auf die Reihe bekommen. Thema: das Verschieben von Aufgaben. Was hat Prokrastination mit dem Erleben von Weltschmerz Hochsensibler zu tun?

Was hatte ich eigentlich vorhin gemacht, als es mir überhaupt nicht gut ging? Nun, ich habe mir zuallererst selbst verziehen und die Situation akzeptiert, so wie sie gerade ist. Dann habe ich versucht, meine Fühler nach außen auszustrecken um nicht in meinem eigenen, negativen Gedankenstrudel zu versauern. Danke an 3 meiner Freunde, die mir heute einfach nur zugehört oder mich gelesen haben und mir das Gefühl gegeben haben, dass ich gut bin, wie ich gerade bin. Ich denke, ihr wisst, dass ihr gemeint seid, wenn ihr das hier lest.

Insbesondere eine Person hat mich vor ein paar Minuten wieder an Anatole mit seinem kleinen Topf erinnert, in dem sie fragte: „Hey du, jetzt bist du unter deinen Topf gekrochen, oder? ;-)“ Hm, ja, das bin ich wohl… Danke für diesen Denkanstoß. In dieser Phase des Weltschmerzes machen meine Schotten dicht, ich gehe mit Scheuklappen durch die Welt und bin nach innen gekehrt. Normalerweise bin ich ein Mensch, den es sehr interessiert, wie es meinen Lieben um mich herum geht – allerdings nicht in solchen Momenten 😦 Noch etwas ganz wichtiges: Ich befinde mich gerade nicht in der Überstimulation! Das ist ein etwas anderes Gefühl – und die Abgrenzung von Weltschmerz Überstimulation könnte man in einem anderen Beitrag unter die Lupe nehmen.

Mit einem – wie ich finde – wunderbaren Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe möchte ich mich für heute verabschieden und wünsche euch einen guten Start in die neue Woche!

Liebe Grüße, Julia

https://spiritualrebels.wordpress.com/2015/08/06/522/

Selige Sehnsucht

Sagt es niemand, nur den Weisen,
Weil die Menge gleich verhöhnet,
Das Lebend’ge will ich preisen,
Das nach Flammentod sich sehnet.

In der Liebesnächte Kühlung,
Die dich zeugte, wo du zeugtest,
Ueberfällt die fremde Fühlung
Wenn die stille Kerze leuchtet.

Nicht mehr bleibest du umfangen
In der Finsterniß Beschattung,
Und dich reißet neu Verlangen
Auf zu höherer Begattung.

Keine Ferne macht dich schwierig,
Kommst geflogen und gebannt,
Und zuletzt, des Lichts begierig,
Bist du Schmetterling verbrannt,

Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und Werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.

Johann Wolfgang von Goethe, Interpretation

PS.: Der angehängte Link zur Gedichtsinterpretation lässt ja noch seeehr viel Spielraum offen. Vielleicht verstehen ja auch nur Hochsensible dieses Gedicht, wer weiß? 😉

PPS.: Wer das Gedicht „Im Nebel“ von Hermann Hesse kennt, könnte Parallelen zu Goethes Gedicht oben finden. Zumindest geht es mir so 🙂 Auch das Bild des Phönix passt da gerade ganz gut. Ihr merkt, meiner Stimmung gehts gerade wieder besser *freu*

PPPS.: Doch noch etwas zum Weltschmerz im Internet gefunden: Phasentänzerin     Wikipedia     Hochempfindsam     Types of Weltschmerz in German Poetry     MyMonk: Die große Melancholie     Weltschmerz     Deshalb gönne ich mir jeden Monat einen Weltschmerz-Tag     Melancholie: Die Vorfreude in der Traurigkeit

Welche Farbe hat euer Topf?

Hallo zusammen, besitzt ihr auch einen Topf? Ist er klein, oder so groß, dass ihr euch unter ihm verstecken wollt? Vielleicht mag mit mir ja jemand „Plöng“ spielen – ich würde mich sehr freuen 😉 Viel Spaß beim Schauen von Anatole und seinem Topf… (spanische Version)

Da die Geschichte aus einem Kinderbuch entstammt, hier ein Link auf die Vorlesung des Buches selbst – auch wer dem Französischen nicht mächtig ist, versteht den Sinn mit Hilfe der Bilder…

Und dann gibt es hier noch eine schöne Animation mit sehr angenehmer Musik im Hintergrund, wunderbar… Hihi – und im Spanischen heißt Anatole Lorenzo 🙂

Liebe Grüße, Julia

PS.: Mein Topf ist blau 🙂

PPS.: Wir sind übrigens nicht die einzigen, die vermuten, dass Anatole hochsensibel ist…

PPPS.: In Katalonien heißt Lorenzo übrigens Gerard – unglaublich, oder? Und das Buch gibts übrigens nicht auf deutsch – noch unglaublicher und sehr schade…