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Aktuelles zum Film über Hochsensibilität

DVD „Sensitive – The Untold Story“

Dies ist der Titel des am 10. September erscheinenden Films über Hochsensibilität von Dr. Elaine Aron in Zusammenarbeit mit der GlobalTouch Group (GTG) und deren Produzentin Diana Harper und des Regisseurs Will Harper. Hier geht es zur DVD.

Wer es tatsächlich nicht abwarten kann und die Premiere des Films live miterleben möchte bzw. sich den Livestream bis zu 2 Tage später noch anschauen möchte, kann dies für knapp 25 Euro tun. Der Film wurde durch die Foundation for the Study of Highly Sensitive Persons initiiert und ein Großteil des Erlöses kommt der Aufklärung und weiteren Forschungen über Hochsensibilität zugute.

Trailer

Sensitive – Homepage

Alanis Morissette

Elaine Aron erklärt Hochsensibilität für Normalsensible

Elaine Aron über hochsensible Kinder

Ich persönlich finde die Aussage von Dr. Maike Andresen (Professorin der Universität Bamberg) sehr wichtig, dass man Hochsensibilität nicht als etwas Besonderes oder Außergewöhnliches sehen sollte, sondern versuchen sollte, die Qualitäten der Normal- als auch der Hochsensiblen gleichermaßen zu nutzen.

Euch allen noch ein schönes Wochenende und viele Grüße,
Julia

Die kleinen Dinge des Lebens (einsetzender Regenschauer)

Einen wunderschönen guten Abend 🙂

Ich sitze gerade auf der kleinen Treppe vor dem Eingang meiner Wohnung – die schmale Überdachung schützt mich davor, nass zu werden.

Ich genieße gerade diese herrliche Frische, die der Regen mit sich bringt und vor allem spüre ich diese wunderbare frische Luft. Der trockene Boden atmet regelrecht auf und den Pflanzen sieht man ihre Freude an… Die Natur atmet auf… Und ich höre den Regen plätschern – schon lange nicht mehr so bewusst dem Regen zugehört. Plitsch… Platsch… Oh – und ab und an kommt noch etwas Wind vorbei – herrlich!

Und ja – ich sitze mit dem Laptop auf der Treppe – sieht bestimmt lustig aus. Und: ich habe mir gerade den aktuellen Filmausschnitt von „Sensitive“ angeschaut. Er geht nur über 50 Sekunden und es ist schon niedlich, wie Alanis Morissette mit einer kleinen Prise Ehrfurcht und großer Dankbarkeit Elaine N. Aron gegenübersitzt und ihr erzählt wie es war, als sie Aron’s erstes Buch über Hochsensibilität gelesen hat.

Nun ja – so ähnlich erging es mir Anfang diesen Jahres, als ich mit 20 anderen Hochsensiblen in Dübbekold beim HSP Gathering saß und auf einmal kam da Elaine N. Aron in unseren Tagungssaal hereinspaziert. Was für ein Gefühl! Aber: Sie ist wirklich sehr geerdet, bodenständig und eine typische Forschernatur eben – ein wunderbarer Mensch!

Ach so – ein Bild möchte ich euch dann doch nicht vorenthalten 🙂 Zum Zoomen einfach draufklicken…

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So – bevor es hier draußen noch weitere Blitze gibt und der Abstand zum Donner immer kürzer wird, verziehe ich mich mal wieder nach drinnen und mach die Fenster zu.

Euch einen guten Start ins Wochenende – ich lege jetzt mal meine Wäsche zusammen…

Liebe Grüße,
Julia

Fundgrube: The Captain’s Pod – HSP S.O.S……Supporting Our Sensitivity

Hallo 🙂

Heute morgen war mein Scanner mal wieder aktiv und über Twitter habe ich einen Hochsensibilitäts-Podcast aus den USA entdeckt. Bei „The Captain’s Pod“ unterhalten sich der Captain und Michelle über sehr viele Dinge, die Hochsensibilität ausmachen und besondere Situationen, in die Hochsensible in ihrem Alltag ab und an geraten – und das alles auf eine ganz lockere Art und Weise. Gefällt mir richtig gut!

Wie immer gilt auch hier: Die Informationen über HS sind sehr dicht – vor allem hat man auch wirklich sehr viele Aha-Effekte, zumindest ging es mir so. Von daher aufpassen, wieviele Episoden man sich auf einmal antut 😉

In einer Folge wurde der Captain selbst interviewt und Michelle ist mit ihm die Fragen des Hochsensibilitäts-Tests von Elaine Aron durchgegangen. Dort wurden die Fragen auch nochmals mit mehreren Beispielen hinterlegt, damit z.B. klar ist, was ein „rich and complex inner life“ genau bedeutet…

Mittlerweile gibt es schon mehrere Episoden – ich muss mich jetzt echt zurückhalten, dass ich sie nicht alle auf einmal höre… Aber ich mache mir in meinem Beitrag hier so nach und nach Stichwörter zu den einzelnen Folgen, was für mich selbst neu und interessant ist und welche Dinge auf mich zutreffen.

Liebe Grüße und euch allen einen entspannten Start in die neue Woche,
Julia

Zu wenig Energie? Stärke deine Selbstliebe…

Hallo zusammen,

gerade bin ich mal wieder auf dem wundervoll erhellenden und informativen Blog von Anne-Barbara Kern (Hochsensibilitäts-Coach) unterwegs.

Ich möchte euch auf einen für mich sehr eindrucksvollen Beitrag hinweisen, in dem es darum geht, warum Hochsensible manchmal das Gefühl haben, zu wenig Energie zu haben.

Frau Kern beschreibt 4 Übungen, wie man seine eigene Selbstliebe stärken kann. Ich finde diese sehr anschaulich erklärt und auch einfach umzusetzen (außer die Schattenseiten zu entdecken, das könnte etwas anstrengend und schwierig werden – man sollte sich bei Bedarf aber nicht davor scheuen, einen Fachexperten wie z.B. Psychotherapeuten zu Rate zu ziehen).

Ich selbst werde jetzt etwas bewusster durch meinen Tag gehen und diejenigen Dinge im Kopf behalten, die ich gut gemacht habe. Auch wenn es nur Kleinigkeiten sind. Dann werde ich mir abends 2 Minuten Zeit für mich nehmen und mich tatsächlich laut sprechend selbst loben – haha, da freu ich mich jetzt schon drauf 😉 Mal schauen, wie lange ich das durchhalte…

Ab mit uns in die Aufwärtsspirale – huiiiiiiiiiiii…

Ganz liebe Grüße,
Julia

PS.: Aufpassen, denn in Frau Kerns Blog kommt man schnell der Überstimulation nahe, da die Informationen wirklich sehr dicht und informativ sind. Also: beim Lesen auch mal eine Pause einschieben 🙂

PPS.: Ich erinnere mich gerade an früher als ich Klassenarbeiten abgegeben habe und immer dachte, ach du je, da sind bestimmt tausende von Fehlern drin… Papperlapapp – am Ende bekam ich dann doch eine 1 oder eine 2… Total bescheuert, oder? Unbarmherzige Tiefstapler – nichts mit Selbstwert und Selbstliebe…

PPPS.: Hermann Hesse über Selbstliebe   i

PPPPS.: Charlie Chaplin über Selbstliebe

Hochsensibilität erklären – Ja? Nein? Wieso? Wieso nicht? Wem? Und überhaupt!!!

Vorsicht – langer Beitrag. Ihr könnt auch nur das Fettgedruckte lesen und dann entscheiden, was euch interessiert.

Es wäre so wunderbar einfach und würde mir ein gutes Gefühl geben, wenn ich meine Hochsensibilität meinem Gegenüber mit selbstbewusster, warmer und einladender Stimme erklären könnte:

„Also, …nach den Forschungen von Dr. Elaine Aron befinden sich ungefähr 20% Hochsensible unter uns. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie ein feinfühligeres Nervensystem haben und so offener und empfänglicher für Umwelteinflüsse sind, egal ob positiv oder negativ. Unter diese Art von Reizen fallen: Geräusche, Düfte, gutes Essen, chaotische Situationen, Schönheit, Schmerz,… Hochsensible tendieren dazu diese sensorischen Reize tiefer zu verarbeiten als Normalsensible. Hochsensibilität kann ein Segen sein – größte Freude und Genuss. Allerdings ist sie manchmal auch ein Fluch und fordert mich so manchesmal heraus. Ich genieße es sehr, mich mit anderen Hochsensiblen zu treffen, Erfahrungen auszutauschen und so die vielen entstehenden Netzwerke zu nutzen.“ (Jacquelyn Strickland)

Ach – das wäre wirklich ein Segen, wenn es denn nur immer so einfach wäre. Ich habe in letzter Zeit recht viele Erfahrungen gesammelt, um mich, meine Bedürfnisse und auch Hochsensibilität zu erklären. Es kommt immer darauf an, was man erreichen möchte, wie es mir in diesem Moment selbst geht (wie kreativ und kommunikativ fühle ich mich gerade um Rückfragen beantworten zu können), wen man vor sich hat und wie das Gespräch verläuft…

Der Inhalt dieses Blogbeitrags ist übrigens über ein Mind-Map entstanden (ich liebe Mind Maps!!!) – falls es euch interessiert, habe ich mein Gekritzel einfach mal abfotografiert 😉 Ein Klick aufs Bild vergrößert dieses.

IMG_9106So – wie fange ich jetzt am besten an – hm…

Es ist von folgenden Fragestellungen auszugehen:

1) Besteht überhaupt eine Notwendigkeit, meine Hochsensibilität zu erklären?

2) Ist es vielleicht sogar besser, sie im Moment nicht zu erklären sondern evtl. auf einen späteren, passenderen Zeitpunkt zu verschieben?

3) Wem möchte ich Hochsensibilität erklären?

4) Wie erkläre ich Hochsensibilität (falls ich mich dazu entschlossen habe, diese zu erklären)?

Am besten gehe ich jetzt alle Punkte 1-4 durch und erkläre nach und nach, ob und wie man Hochsensibilität erklären könnte/sollte.

zu 1) Besteht überhaupt eine Notwendigkeit, (meine) Hochsensibilität zu erklären?

Wieso sollte ich gerade jetzt meinem Gegenüber Hochsensibilität vermitteln? Welche Gründe und Bedürfnisse stehen hier im Vordergrund? Ist es überhaupt notwendig, den Begriff der Hochsensibilität zu verwenden?

Also: Mit der Zeit habe ich für mich ein recht gutes Gefühl dafür entwickelt, ob ich meinem Gegenüber diesbezüglich etwas mitteile. Es ist zum Beispiel unbedingt erforderlich, falls der Gegenüber von mir etwas möchte (z.B. Kollege) und ich gerade aus Gründen der Reizüberflutung nicht so reagieren kann, wie ich normalerweise reagiere. Dann formuliere ich meine Bedürfnisse in Form eines Wunsches bzw. Vorschlages, um mir selbst gerecht zu werden – ohne jedoch den Begriff der Hochsensibilität an sich zu verwenden (z.B. Könnest du das Fenster bitte wieder schließen? Könnten wir das Meeting auf morgen früh verlegen? Könnten wir eine kurze Pause machen/Kaffee holen gehen?…). Ich spreche mein Bedürfnis aus – und das ist es letztendlich was zählt. Viele verstehen Hochsensibilität oft falsch, wenn sie zum ersten Mal von diesem Begriff hören. Hier ist Vorsicht angebracht. Deshalb ist es zuerst immer vernünftig, seine eigenen hochsensiblen Bedürfnisse zu kennen und Wünsche zu formulieren, um diese Bedürfnisse zu kommunizieren. Dies ist manchmal gar nicht so einfach. Deshalb ist es erstmal besser, bei seinen Bedürfnissen zu bleiben, als sich an der Erklärung für Hochsensibilität aufzuhalten.

Wenn ich merke, mein Gegenüber selbst ist hochsensibel bzw. könnte hochsensibel sein, und ein Hinweis darauf würde dieser Person tatsächlich weiterhelfen können, dann entschließe ich mich in letzter Zeit immer öfter, Hochsensibilität als solches zu erklären. Denn nur so kann demjenigen geholfen werden, mit sich und der Welt besser zurechtzukommen. Es ist doch ganz normal, wenn ich als Hochsensible Ausschau nach „Artverwandten“ halte – diese sind übrigens auch relativ oft im BurnOut und Depressionsumfeld zu finden. Ein paar Fragen meinerseits lassen mich dann wissen, wie mein Gegenüber zumindest ungefähr tickt. Diese Chance will ich nicht an mir vorbeiziehen lassen. Ob derjenige meine Worte dann für sich nutzt, sei ihm überlassen – aber hinwerfen will ich demjenigen den Knochen dann schon 😉 Man kann dieser Person auch anbieten, Informationen per Mail zukommen zu lassen, wie z.B. ein Link auf einen HS-Test oder die Erst-Info vom IFHS. Weitere Informationen suchen sich diejenigen Personen dann schon selbst.

Enge Freunde haben ein Recht zu wissen, was mit mir los ist und was mich gerade so beschäftigt. Deshalb habe ich mich entschlossen, meinen engsten Freunden und Familienmitgliedern meine neue Charaktereigenschaft zu erklären. Hat bisher auch wunderbar funktioniert, da ich wusste, sie hören zu. Normalsensible können die Gedankengänge und Verarbeitungsprozesse nur schwer nachvollziehen – aber zuhören tun sie dann schon 😉 Das Gute daran ist, dass man in prekären Situationen, wie z.B. bei großen Festen, Feiern oder zu vielen Reizen Kontaktpersonen in der Nähe hat, die einen verstehen – vor allem, die dann nicht mehr so genervt nachfragen, warum man auf einmal so ruhig ist oder genervt wirkt. Die Auswirkungen der Reizüberflutung erklären sich dann von selbst und man hat die Kraft zum Erklären gespart – ist bei einer Überstimulation tatsächlich sehr hilfreich.

Was ich auch sehr wichtig finde ist, ab und an mal bei Ärzten, Psychotherapeuten oder Coaches nachzufragen, ob sie schon mal etwas von Hochsensibilität gehört haben. Da kann ich den Begriff dann sofort verwenden, ohne doof angeschaut zu werden (sofern ich Vertrauen zum Gegenüber verspüre). Einfach nur so als Trigger und interessehalber, ob der Terminus schon beim Fachmann vorbeigekommen ist oder nicht. Ich war sogar schon bei meinem Hausarzt mit diesem Thema und meine mitgebrachten Infoblätter hat er dankbar entgegengenommen. Allerdings weiß ich nicht wirklich, ob es ihn tatsächlich interessierte – aber: er hat dann schon mal davon gehört. Das Wissen in diesen Fachkreisen ist leider noch unglaublich gering.

zu 2) Ist es vielleicht sogar besser, sie im Moment nicht zu erklären sondern evtl. auf einen späteren, passenderen Zeitpunkt zu verschieben?

Wenn ich das Gefühl habe, mein Gegenüber ist eher eine unsensible Person oder gar eine narzisstisch veranlagte Persönlichkeit werde ich mich hüten, Hochsensibilität zu erklären. Außerdem muss ich das Gefühl haben, dass die Situation jetzt für mich stimmig ist und ich auch in der Stimmung bin, das Ganze in Ruhe und mit Verstand erklären zu können. Die Zeit muss da sein und bei meinem Gegenüber muss ich das Gefühl haben, er hört mir zu – das Vertrauen und ein gutes Gefühl meinerseits muss da sein. Ansonsten komme ich nicht in die Erklärbär-Stimmung 🙂 Ich möchte schließlich auch auf Rückfragen antworten können. Und das kann ich nur, wenn ich voll bei mir selbst bin.

zu 3) Wem möchte ich Hochsensibilität erklären?

Ich persönlich habe schon diversesten Gruppen meine Bedürfnisse bzw. Hochsensibilität an sich erklärt. Meistens ist es ein Gespräch unter vier Augen – das ist mir am liebsten.

Ich selbst hatte das Bedürfnis, folgenden Personengruppen meine neu entdeckte Charaktereigenschaft näher zu bringen:

– meinen Eltern

– engen Freunden

– engen Kollegen

– meinem Chef

– unwissenden / schlafenden Hochsensiblen

– BurnOut / Depressionserkrankten (Vorsicht: hier soll nicht der Anschein entstehen, jeder an BurnOut oder Depressionen Erkrankte wäre hochsensibel. Dies ist nicht meine Absicht. Meine Meinung ist nur, dass es evtl. sinnvoll sein könnte, für sich zu schauen, ob man mit den Eigenschaften von Hochsensibilität etwas anfangen kann. Falls ja, eröffnet das einem ganz andere Ansichten, Möglichkeiten und bessere Heilungschancen.)

Ich selbst muss allerdings aufpassen, dass ich nicht zum Hochsensiblen-Papst mutiere – ich brenne gerade sehr für dieses Thema und bin versucht, die gesamte Welt damit zu beglücken, weil es mir selbst sehr viel gibt. Von daher: Ball flach halten, liebe Julia! Eine weitere Eigenschaft vieler Hochsensibler: Begeisterungsfähigkeit – jaja 😉

zu 4) Wie erkläre ich Hochsensibilität (falls ich mich dazu entschlossen habe, diese zu erklären)?

Man kann natürlich den Begriff an sich sofort verwenden, oder man benutzt Synonyme, wie wahrnehmungsstark, Vielfühler, feinfühlig, … oder man formuliert nur seine eigenen hochsensiblen Bedürfnisse ohne die Hochsensibilität oder Wahrnehmungsstärke ins Gespräch einfließen zu lassen.

Dann gibt es natürlich verschiedene Art und Weisen, wie man das Konstrukt der Hochsensibilität seinem Gegenüber am besten erklärt – man möchte ja, dass derjenige es auf seine Art und Weise versteht – das ist die große Kunst!

Es kommt darauf an, wem ich es erklären möchte, welche Auffassungsgabe dieser hat und ob er mit dieser Information überhaupt etwas anfangen kann.

Kreativen Menschen und anderen Hochsensiblen komme ich meist mit der Bildersprache, mit Metaphern. Diese erkläre ich ganz am Schluss dieses Beitrages, weil sie etwas ausführlicher sind.

Es gilt grundsätzlich die Regel: Mit kurzer Erklärung anfangen und warten – warten auf die Reaktion meines Gegenübers. Erst dann kann ich einschätzen, ob es denjenigen überhaupt interessiert, ob er Rückfragen stellt oder ob diese Situation ihm einfach nur peinlich ist und ich am besten schnellstmöglich das Thema wechsle. Auch schon passiert 😉

Die Art der Erklärung kann tatsächlich das Auswendiglernen des ersten Abschnitts dieses Blogbeitrages sein, der alle Fakten auf den Punkt bringt. Oder man kann sich auch an Elaine Arons DOES-Indikatoren entlanghangeln. Für mich persönlich ist das die Variante, um keine Punkte zu vergessen und das Thema etwas schwammiger zu halten. Wenn man anfängt, einzelne Punkte aufzuzählen, wie z.B. ich begeistere mich immer unheimlich für kleine Blümchen am Straßenrand oder ich bin immer zu aufgeregt, wenn ich neuen Situationen gegenüberstehe, dann besteht die Gefahr, dass mein Gegenüber diese konkreten Beispiele generalisiert und für sich das Thema Hochsensibilität sofort abhakt. Hier nun also das Akronym DOES von Elaine Aron (auch nachzulesen in der Masterarbeit von Markus Pilgerstorfer):

epth of Processing – Tiefe Informationsverarbeitung, tiefere Verarbeitung von inneren und äußeren Reizeinflüssen, langes Nachhallen positiver und negativer Erfahrungen/Ereignisse

O verstimulation – durch die erhöhte und intensivere Reizverarbeitung kommt ein Hochsensibler schneller in den Zustand der Überstimulation

E mpathy and Emotional Responsiveness – hohe Empathie, Einfühlungsvermögen für meine Mitmenschen; emotionale Berührbarkeit. Hochsensible zeigen stärkere Gefühlsreaktionen auf positive und auf negative Reize.

S ubtle to Stimuli – feinfühligere Reaktion auf sensorische Umweltreize, Sinnesreize – alles, was mit Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen zu tun hat – auf positive und negative Art und Weise

Seit ich dieses Akronym kenne, verwende ich dieses als eine Art Eselsbrücke, um Hochsensibilität zu erklären – ich finde es einfach sehr hilfreich.

So – hier kommen nun noch die Metaphern, die bildhaften Geschichten, mit denen man Hochsensibilität noch erklären bzw. sein Selbstverständnis dafür erhöhen kann – viel Spaß beim Lesen:

Knautschball

– Ein Schwamm, der alles aufsaugt, wirklich alles…

Auflösung in der digitalen Fotografie: Ein digitales Foto mit hoher, gestochen scharfer Auflösung benötigt in der Verarbeitung im Gehirn hohe Rechenleistung und viel Speicherkapazität. Diese Eindrücke stehen Normalsensiblen nicht zur Verfügung, weil diese Dichte und Intensität an Sinnesdaten ausgefiltert werden. Hochsensible Wahrnehmung ist angeboren und funktioniert bei jeder Reizwahrnehmung, was ein Ignorieren der hohen emotionalen Empfänglichkeit unmöglich macht.

Orangenplantage (Elaine Aron): Wenn ein Normalsensibler Orangen erntet, schüttet er alle gepflückten Orangen in eine Sortiermaschine. Seine Sortiermaschine besitzt genau 3 Löcher: Ein kleines, ein mittleres und ein großes. So – wenn ein Hochsensibler Orangen erntet, schüttet er auch alle in eine Sortiermaschine, die aber 16 Löcher besitzt. Es ist eine viel „feinfühligere“ Maschine als die des Normalsensiblen.

Erfühlen: Es ist wie wenn ich etwas Neues mit 50 Fingern auf einmal erfühle/erfahre – im Gegensatz zu einem Normalsensiblen, der „nur“ mit 10 Fingern auskommen muss…
–> Viel mehr Eindrücke in der gleichen Zeitspanne

Bienenstock: Stell dir einfach mal vor, dein Kopf wäre ein Bienenstock und die Blütenpollen, die von den Bienen in den Bienenstock transportiert werden, wären die Informationen, die tagtäglich auf dich einströmen.

Dein Bienenstock hat genau 3 Eingänge.
Die Bienen fliegen tagein tagaus mit ihren gesammelten Blütenpollen und Nektartöpfchen durch diese Eingänge durch und liefern ihren Ertrag an die anderen Arbeiterinnen ab, so dass dieser zu Wachs und Honig verarbeitet werden kann.

Ich funktioniere etwas anders:
Mein Bienenstock hat nicht 3, sondern 12 Eingänge.

Das bedeutet, dass in der gleichen Zeit 4 mal so viele Bienen in den Stock strömen.
Allerdings kann pro Bienenstock immer nur die gleiche Anzahl von Blütenpollen und Nektar verarbeitet werden – die Arbeiterinnen, die den Ertrag entgegennehmen, arbeiten in beiden Bienenstöcken auf die gleiche Art und Weise.

Deshalb kommt es in meinem Bienenstock früher zum so genannten Blütenpollenstau 🙂

Das bedeutet, irgendwann können keine Bienen mehr in den Stock fliegen: „Wegen Überfüllung geschlossen“. Zuerst müssen die Bienen im Stock „abgearbeitet“ werden. Erst dann ist der
Bienenstock wieder aufnahmefähig.

Bei deinem Bienenstock kann dies auch der Fall sein, aber dafür müssen die Bienen schneller in deinen Bienenstock fliegen 😉 Und das kann längere Zeit dauern…

Optional (falls mein Gegenüber noch mehr wissen möchte):

So, nun aber zu den verschiedenen Ebenen.

Die 3 Eingänge in deinem Bienenstock sind auf 2 Ebenen verteilt. Auf jeder Ebene wird eine andere Art von Blütenpolle abgegeben. (akustische und visuelle Reize)

Die 12 Eingänge in meinem Bienenstock sind auf 4 Ebenen verteilt. (akustische, visuelle, empathische und olfaktorische Reize, was auch immer)

Der Honig, der bei mir rauskommt, ist also aus einer größeren Vielfalt zusammengesetzt. Er schmeckt nicht unbedingt besser, aber er schmeckt anders.
Durch die Kombination dieser verschiedenen Blütenpollen bzw. Informationen bekomme ich so einen noch ganz anderen Eindruck von der Situation, in der ich mich gerade befinde, den andere einfach nicht sehen bzw. schmecken.

Bsssssssssssssssssssssssssssss…

So – genug herumgesummt für heute. Falls ihr meinen Erklärungen und Ausführungen noch etwas hinzufügen möchtet, gerne weiter unten im Kommentarbereich.

Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntag-Nachmittag,
Julia

PS.: HS-Coach Anne-Barbara Kern über das Outing ihrer Hochsensibilität

PPS.: The Happy Sensitive: How to get Others to understand your HS?

Ein anderer Giant hat sich aufgetan…

…warum habe ich diese Videos erst jetzt gefunden?

Eine ganz wunderbare Frau hat ihre Hochsensibilität und somit auch sich selbst entdeckt. Sie hat ganz tolle Videos gedreht mit Gedanken, die so jedem Hochsensiblen durch den Kopf rauschen.

Sie macht Mut – falls ihr also Zeit habt und etwas Kraft braucht, schaut sie euch an – einfach nur wundervoll! Sie ist herzlich, liebevoll, einfühlsam, lustig, witzig, ernst, tiefgründig und vor allem aber: STARK!

Was ist Hochsensibilität und wie geht man damit um?

Was ist Selbstliebe und warum ist sie wichtig?

Gefühle zulassen – in der Öffentlichkeit zeigen? Ja oder Nein…

Bewusst eine Maske tragen: Selbstschutz & Inspiration – Super!!!

Soziale Phobie, Depression, Dysmorphophobie & Hochsensibilität. Wieso bin ich so hässlich?

Zufälligerweise hat sie eine Schwester, die auch Julia heißt – sie hat ihr eine Botschaft hinterlassen…

Auch über andere Themen hat sich diese junge Frau geäußert – und das einfach nur auf authentische Art und Weise – wie z.B. Homosexualität – das wahre Glück – …

Mein Lieblingsspruch von ihr: „Lasst euch nicht in Schubladen stecken – lebt eure Individualität“ – hach, da geht mein Herz auf!!! Danke, liebe Sandra… Du weißt deinen Topf zu nutzen.

Liebe Grüße und weiterhin noch ein schönes Wochenende,
Julia

PS.: Erkennt jemand von euch Sandras Dialekt? Kommt sie aus dem Frrrrrankenland? Nürnberg?

Eine Hochsensible in den Bergen…

…oder: wie es einem High-Sensation-Seeker (HSS) gelingt, im Wanderurlaub die richtige Balance zu wahren.

Hallo zusammen,

am Sonntag kam ich von einem wunderschönen, verlängerten Wochenende in den Alpen zurück – es war eine Mädels-Wandertour im Berchtesgadener Land, wir waren zu fünft.

Im Folgenden versuche ich, einen kurzen Bericht zu schreiben, auf wertvolle hochsensible Momente einzugehen und ab und an ein Bild einzustreuen (zoomen könnt ihr mit Klick auf das Bild) – ganz unten kommt dann die Kurzversion mit den Punkten, die gut und die nicht so gut gelaufen sind. Ein guter Lerneffekt dann auch für mich 🙂

Also, los gehts…

Der Donnerstag begann schon sehr früh mit 5 Uhr losfahren. Deshalb bin ich schon um 4 Uhr aufgestanden, hatte nicht wirklich viel Schlaf – eigentlich ein Horror für jeden Hochsensiblen. Umso mehr hat es mich gewundert, dass ich nach mehr als 5 Stunden am Steuer sitzen noch so leicht und locker den Aufstieg zur Neuen Traunsteiner Hütte bewältigen konnte (von Oberjettenberg aus).

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Schön sieht es aus im Berchtesgadener Land, gell? 🙂 An der Hütte angekommen erstmal die Wasserspeicher des Körper wieder auffüllen, das tut richtig gut! Ganz wichtig: ich selbst habe, wenn ich mit mehreren Personen in Urlaub oder sonstwohin fahre, das Problem, dass ich meine, alles mitbekommen zu müssen. Und vor allem auch immer reagieren zu müssen. Es ist oft eine Grundanspannung da. Grundsatz: Keep cool! Erstmal auf die eigenen Bedürfnisse hören – jaja, das geht und ich darf das sogar 🙂 Dann fällt es mir auch später leichter, den anderen in Gesprächen zu folgen und mich auch Julia-typisch in Konversationen einzubringen, perfekt 🙂

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Unsere Hütte, die Neue Traunsteiner Hütte, liegt übrigens auf der wunderschönen und idyllischen Reiter Alpe – ein Ort, dem ich nur jedem Hochsensiblen ans Herz legen kann. Ruhe, Stille und Natur… Ach so – die Kühe bimmeln natürlich, aber das macht nix – und süß gucken tun sie auch – seht selbst…

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Der Aufstieg zu dieser Hütte ist übrigens nicht zu unterschätzen – es sind an die 1000 Höhenmeter zu bewältigen. Eine gewisse Grundkondition sollte also schon vorhanden sein.

So – nachdem wir dann unseren Durst gestillt hatten, ging es an die organisatorischen Dinge wie Bezahlung, Alpenvereinsausweis vorzeigen, Zimmer beziehen. Was sich hier für mich als ganz wichtig erachtet hat: Ruhe bewahren, aufpassen, mich ordnen. Früher habe ich mich durch die anderen durcheinanderbringen und ablenken lassen – oh, was macht die denn jetzt, oder wie auch immer… Schön auf mich selbst konzentriert ging es ab ins Bettenlager und ein schönes Plätzchen habe ich auch bekommen – sogar mit Fenster und Blick auf die Berge 🙂

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Besonders auf Berghütten kann es schon mal vor Menschen wuseln – je nach Zeit. Morgens und abends kann in den Waschräumen sehr viel los sein. Oder die lange Schlange beim Frühstück. Oder das gemeinsame Verlassen der Berghütte zur nächsten Wandertour, wo alle ihre Bergschuhe aus dem Schuhraum holen usw. Für mich gibt es nichts Schlimmeres, als mich durch Menschenmassen hindurchkämpfen zu müssen. Es geht natürlich schon irgendwie – aber wenn es sich vermeiden lässt, umso besser. Deshalb habe ich immer versucht, antizyklisch zu arbeiten 😉 Hat wunderbar geklappt. Ich habe immer zuerst die anderen vorrennen lassen und habe währenddessen andere Dinge erledigt, wie zum Beispiel meinen Rucksack für die nächste Wandertour gerichtet oder was auch immer.

Beim Frühstück morgens hatte ich auch eine sehr nette Situation. Alle waren schon mit dem Frühstück fertig und ich aß immer noch mein Müsli. Ich hatte meinen Rucksack schon fix und fertig gepackt, die anderen mussten alle nochmal ran. Es standen alle auf und einer Wanderin tat es richtig leid, dass sie mich da jetzt alleine sitzen lassen muss. Insgeheim war ich ja froh drüber, dass ich jetzt mal ein paar Minuten für mich hatte – ihr kennt das vielleicht. Daraufhin entgegnete ihr eine andere Mitwanderin, eine sehr gute Freundin von mir, die über meine Hochsensibilität Bescheid weiß, dass mir das gerade gar nichts ausmacht und hat sie einfach weggezerrt – hihi… Sie weiß gar nicht, was für einen großen Gefallen sie mir damit gemacht und mir so schnell zu meiner Ruhe verholfen hat, ohne dass ich noch weiter argumentieren musste 😉 Danke!

Der High-Sensation-Seeker in mir kam natürlich nicht zu kurz. Dafür sind ja die Berge da :-))) Im Hintergrund des folgenden Bildes seht ihr das große Häuselhorn (und das kleine rechts nebendran), welches ich am zweiten Tag erklommen habe. Kein einfacher Berg, aber interessant, da die Kletterei nicht zu kurz kam. Vorher waren wir noch auf dem Wagendrischelhorn. Am dritten Tag waren wir dann noch auf dem schönen Edelweißlahnerkopf.

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Die Schönheit der Natur kam natürlich auch nicht zu kurz. Dieses Mal hatte es mir irgendwie der Alpen-Mauerpfeffer (Fetthenne) angetan. Falls ich mit meiner Blumenbezeichnung falsch liegen sollte, gebt mir bitte Bescheid 😉

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Am dritten Wandertag begegneten mir 2 wunderhübsche Flockenblumen-Blüten, die ich natürlich unbedingt fotografieren wollte. Und schwups – kam ein Flattermann angeflogen. Das Ergebnis seht ihr hier…

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Mein letztes Bild ist übrigens ein Suchbild. Eine Kröte Ein Frosch hat sich versteckt 😉 Wer findet sie ihn?

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So, das wars mit meinem Bericht aus den Bergen. Es war ein herrlicher, erholsamer, bewusster, naturnaher und auch sportlicher Urlaub – wunderbar!

Euch allen wünsche ich einen guten Start in den Mittwoch und bis bald!

Eure Julia

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Zusammenfassung:

🙂   Hochsensible haben einen Blick fürs Schöne, für das noch so kleinste Blümchen am Wegesrand und die vielen Bienen und Hummeln und Schmetterlinge darauf; ich selbst habe gut daran getan, diese Momente in der Natur einfach nur bewusst zu genießen und mich nicht ablenken zu lassen – sich fallen lassen und schauen… Das gibt Kraft!

🙂   In der Stille, Einsamkeit und in der Natur tankt der Hochsensible Kraft und findet zu sich selbst.

🙂   Immer die eigenen Bedürfnisse im Blick! Ja, ihr dürft zu Egoisten werden. Das geht tatsächlich auch, ohne seine Nettigkeit und die schönen HS-Seiten zu verlieren 😉

🙂   Es ist gut, regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse zu besuchen. Vor allem, wenn man in die Berge geht. Ach so – und vor allem dann auch ein Erste-Hilfe-Päckchen parat zu haben 😉

🙂   Oh ja – auch Hochsensible können Massenlager bzw. Mehrbettzimmer überstehen – mit Ohrstöpsel und Schlafmaske ist man immer gut bedient.

🙂   Menschenansammlungen meiden wenn möglich. Antizyklisch arbeiten.

🙂   Es kann (!) sehr wertvoll sein, sein nahes Umfeld – also sehr gute Freunde, Eltern, den Partner – über Hochsensibilität zu informieren bzw. ihnen zu erklären, warum man so tickt wie man tickt. Das kann einem viele weitere Erklärungen und Diskussionen ersparen.

😦   Zu wenig Schlaf kann einem Hochsensiblen den ganzen Tag vermiesen. Darauf achten, bewusst und mit sehr viel Selbstliebe durch den Tag zu gehen. Ganz großen Wert darauf legen, sich selbst zu verzeihen – an solchen Tagen gelingt einem nicht immer alles so wie man es gerne hätte.

😦   Alkohol vor dem Schlafen gehen, selbst in Maßen getrunken, kann einem den Schlaf vermiesen (Zirben- und Marillenschnaps, waren beide sehr lecker, aber ich hatte in dieser Nacht nur 3-4 Stunden Schlaf)