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Erweiterte Soziale Plastik

Jeder Mensch ist Künstler. Jeder Mensch ist Kunstwerk. Jeder Mensch ist Körper.

Joseph Beuys kannte die Polyvagaltheorie nicht. Deshalb muss nun auch seine Auslegung der sozialen Plastik und des Satzes „Jeder Mensch ist Künstler“ erweitert werden. Vom erweiterten Kunstbegriff zum erweiterten Begriff der sozialen Plastik.

Beuys würde sich jetzt freuen. Zumindest spüre ich das 😉

Ein Mensch kann nur dann Künstler sein, sofern er genug Sicherheit erfährt, damit seine Überlebensmechanismen im Nervensystem (Kämpfen, Fliehen, Erstarren, Dissoziieren, Manipulieren) zur Ruhe kommen – und so Raum für Kreativität entsteht.

Nur so kann der Mensch erst begreifen, dass er selbst Kunstwerk ist, welches er Tag für Tag, Moment für Moment, formt. Durch seine Beziehungen und durch sein ehrliches Mitteilen. Im Miteinander. Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind.

Nur durch das Gewahrsein des eigenen Körpers und wie das Nervensystem funktioniert, haben wir die Möglichkeit und den Kontext zu verstehen, dass Sicherheit notwendig ist, dass der Künstler sein Potential ergreift und spürt, wohin es ihn ruft.

Vom Chaos der Überlebensmechanismen im Körper über die Aktion des ehrlichen Mitteilens in Gemeinschaft (lokale Gruppen) hin zur Formierung und Selbstregulierung des eigenen Nervensystems und der Benutzung und dadurch Ausreifung des ventralen Vagus.

Herr Beuys, ich ziehe meinen imaginären Hut in größter Freude 🙂

Unsichtbares

Der Wolkenatlas.

Unter der Dusche kam mir endlich ein Gedanke zum Vorschein, warum David Mitchell seinen Roman genau so nannte. Ich hatte mir den Film dazu einige Male angeschaut, ich kann ihn wirklich nur empfehlen – einer der meist unterschätzten Filme unserer Zeit. Cloud Atlas.

Nun. Wolken kommen und gehen. Egal ob und welche Wolken gerade vorüberziehen, ob dunkel oder hell, gefährlich oder sanft und schäfchenhaft. Einer ist immer da: der Himmel. Er gibt den Raum zur Entfaltung und die Zeit zum Vorüberziehen. Raumzeit. Das, was wahrnimmt.

Und jetzt Gedanken an die Raumzeit Albert Einsteins und den Gegenraum und die soziale Plastik Joseph Beuys. Und das nur am Rande. Der Rand des Unsichtbaren. Und des noch Unhörbaren. Was ruft? Parsifal.

Viel Freude und Beharrlichkeit beim Entdecken! Mäh!

Liebe Grüße und einen guten Start ins Wochenende, Julia