Aufwachen! Hochsensibilität auch im Leistungssport…

Gerade lese ich Teresa Enkes Jahresbilanz von 2014 bezüglich der Robert-Enke-Stiftung.

Sie erwähnte u.a. nochmals Andreas Biermann. Daneben schreibt sie auch noch von anderen Sportlern, die mit Depressionen kämpfen bzw. zu kämpfen hatten. Ich machte mich auf die simple Suche und gab bei Google diese Sportler ein  mit zusätzlicher Verwendung des Wortes „sensibel“. Und was soll ich sagen? Alle betroffenen Sportler scheinen in die sensible Ecke „geschoben“ zu werden – alle diese Sportler könnten! hochsensibel sein. Beim Suchen bin ich so noch auf andere sensible Sportler mit der gleichen Problematik gestoßen.

Ganz wichtig: Hochsensibilität ist nicht gleichzusetzen mit der allgemein bekannten Sensibilität, der man eine gewisse Art von Schwäche zuschiebt. Hochsensibilität beschreibt eine Charaktereigenschaft, wo Menschen viel empfänglicher für Reize aller Art sind und um diese Reize zu verarbeiten viel mehr Zeit benötigen als andere Menschen.

Wäre es hier nicht Wert, den Aspekt der Hochsensibilität zu berücksichtigen und zumindest mal den Spielern selbst diese Karte zuzuschieben, dass diese sich mal selbst auf Hochsensibilität durchchecken könnten? Oder zusammen mit ihren Betreuern, Sportpsychologen, Psychiatern oder Psychotherapeuten?

Warum ist Hochsensibilität noch kein Thema im Profisport? Hallo? Aufwachen!

Das Problem der bisher noch geringen Akzeptanz bzw. des fehlenden Durchbruchs der Erkenntnis der Hochsensibilität liegt wohl an mehreren Faktoren. Dem Thema wird erst seit den 90ern nachgegangen. Hochsensibilität ist keine Krankheit, sondern eine Charaktereigenschaft, die 15-20% der Menschen in sich tragen. Hochsensibilität verstehen hochsensible Menschen am Besten. Sie vermarkten sich nur sehr ungern selbst – deshalb erfährt das Thema im Moment nur eine weite Verbreitung unter Hochsensiblen selbst, nicht unter dem Rest der Welt. Hochsensibilität kann außerdem im Moment nur durch Selbsttests festgestellt werden, nicht durch irgendwelche anderen wissenschaftlich belegte Methoden…

Hier nun meine Suchergebnisse, was ich über die oben erwähnten Sportler herausfand:

Constantin Braun – Eishockey – „Der Privatmann ist aber wohl weit sensibler als der öffentliche Braun.“

Frédérik Cabana – Eishockey – „Voll-Athlet Cabana gilt als Kämpfer, ist aber eine sensible Seele. Mit Ex-Trainer Benoît Laporte fand er nie eine Basis.​“

Lindsey Vonn – Ski Abfahrt – „Wir sind beide sehr ehrgeizig und sensibel. Wir spornten uns gegenseitig an und spendeten einander gleichzeitig Geborgenheit, das war eine Art familiäre Wärme, die wir uns gaben.“

Jan Simak – Fußball – „Dem sensiblen Profi, der 2002 zu Bayer Leverkusen wechselte und ein Jahr später noch einmal zu den Niedersachsen zurückkehrte, machten aber zunehmend psychische und Alkoholprobleme zu schaffen.“

Jan Frodeno – Triathlon – „Jan Frodeno: sensibler Ferrari

Mesut Özil – Fußball – „Wie Joachim Löw laut Welt erklärte, sei Özil grundsätzlich „ein sensibler Spieler, der viel Vertrauen vom Klub und vom Trainer braucht.“ “

Babak RafatiSchiedsrichter

Buchzitat „Ich darf weinen, denn dahinter steckt der psychische Druck der nicht ausgedrückten Gefühle. Und die müssen raus. Ich hätte das ruhig vor der Tat mal öfter tun sollen, einfach weinen. Männer dürfen weinen. Selbstbewusstsein bedeutet heute für mich, auch zu meinen Schwächen zu stehen, statt nur zu meinen Stärken. Mich dürften viele in unserer Gesellschaft deshalb vielleicht als einen schwachen Menschen ansehen, aber ich weiß nunmehr, dass ich stark mit Gefühlen bestückt bin und das ist bezaubernd. Menschen, die abgehärtet und vielleicht nicht so sensibel sind, werden entsprechend auch das Schöne im Leben nicht so intensiv empfinden können.“

Andere Artikel, die Sensibilität im Profisport aufgreifen:

Burnout im Profisport: Wenn die Psyche streikt – Focus

Krankheit im Leistungssport – Das Tabu gebrochen – Tagesspiegel

Fußball – Alles in Schwarz – Der Spiegel

Meine bisherigen Beiträge, die sich mit Hochsensibilität im Leistungssport beschäftigen:

Sebastian Deisler

Sensibilität im Spitzensport

Mesut Özil – hochsensibel?

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