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Überreizt! Sich das eigene Tempo erlauben

Wie wichtig es ist, auf sich selbst und seinen Körper zu hören, habe ich heute Morgen wieder erfahren dürfen. Meine Woche war sehr erlebnisreich – unter anderem zwei Tage, an denen ich zusammen mit tausenden von anderen Kollegen fachlichen Input erhalten habe. Dort habe ich es geschafft, die Tage so hochsensiblengerecht wie möglich zu gestalten und mich in Reizbekömmlichkeit zu üben. Das hat ganz wunderbar funktioniert. Am Freitag dann noch ein themenvielfältiger Arbeitstag. Abgerundet wurde dieser Tag mit einem sehr guten Freund, Abendessen beim Italiener und einem Kinobesuch.

Die Quittung kam allerdings heute Morgen. Ich habe wohl die Eindrücke der Woche im Schlaf verarbeitet und zwar so, dass es ein recht unruhiger Schlaf war. Dann klingelte es recht früh an der Haustür und das Klingeln riss mich aus dem Schlaf – na toll! Ach du je – ich habe den Ablesetermin für den Heizungszähler vergessen. Uff – Adrenalin pur! BAM! Ich fühlte mich nicht in der Lage aus dem Bett zu springen und die Tür zu öffnen. Julia – alles gut – liegenbleiben! Plötzlich setzte das Gedankenkarussell ein. So ein Mist, jetzt hast du den Termin vergessen. Du wolltest dich doch darum kümmern. Selbstvorwürfe. Zukunftsdenken – hoffentlich kommt der Mensch nochmal, blablabla…

STOPP! Zum Glück bin ich Stoppschild-erprobt und weiß mittlerweile, welche meiner Gedanken produktiv sind und welche nicht.

Ich habe in mich hineingehört und gemerkt – ich sollte noch etwas liegenbleiben und mich ausruhen, die Augen fühlten sich noch schwer an. Gefühlt – gemacht. Der Kopf und meine Gedanken fühlten sich auch sehr träge an – das bedeutete für mich ein ganz langsames Tempo anzuschlagen, um meinen Morgen zu starten. Also gut – ich akzeptiere mich so, wie ich gerade bin. Und wieder der Bedürfnis-Check: Was fehlt dir oder was brauchst du jetzt? Ich habe es tatsächlich geschafft, alle Bürden und Todo’s abzulegen und mich meiner selbst bewusst zu werden. Da war er, der Draht zu mir selbst und meinen Bedürfnissen. Also gut – erstmal ins Bad und Fensterrunde. Danach meine samstäglichen 120 SitUps. Dann habe ich ganz entspannt und sehr, sehr langsam mein Frühstück zubereitet und gegessen. Ich war zwar langsam, aber ich war aktiv. Und mit dem Frühstück kam dann auch die Energie wieder in meinen Körper zurück – Schritt für Schritt. Ich habe mir selbst erlaubt, den Tag mit einem viel langsameren Tempo zu starten als normalerweise – und das war genau das Richtige in diesem Moment.

Diesen Blogbeitrag habe ich direkt nach meinem Lauf draußen an der frischen Luft und einer anschließenden eiskalten Dusche geschrieben – jetzt ist mein Kopf wieder frisch und mein Körper hellwach. Ein unglaublich gutes Gefühl – und mein Tempo ist wieder auf Normalniveau angekommen. Ich bin stolz auf mich! Denn das Wissen alleine über Hochsensibilität schützt vor Torheit nicht – wenn man sich das immer wieder vor Augen führt, dann steckt man solche Reizüberflutungen und (gefühlte) Rückschläge immer besser weg. Auch wenn sie sich nicht immer vermeiden lassen.

Im Übrigen hat heute Morgen nicht der Ableser für den Heizungszähler geklingelt, sondern die Feuerwehr, die die Weihnachtsbäume abholen wollte. Der Ableser kommt erst in zwei Wochen – danke Stoppschild!

Und gerade als ich diesen Beitrag abschicken wollte, klingelt mein Vermieter und drückt mir zwei Apfelkuchenstücke in die Hand – selbstgemacht versteht sich 😉

Eure Julia

Reblog: Haftet ihr auch schön am Boden?

Ein schöner Beitrag wie ich finde – aber lest selbst…

Heute geht es um ein Thema, das Hochsensible immer wieder beschäftigt, ob bewusst oder unbewusst: Erdung, Verwurzelung… Zugegeben es klingt leicht esoterisch. Für manche mag es vielleicht unwichtig erscheinen. Das ist es aber nicht. Es geht um einen ganz wichtigen Aspekt deiner hochsensiblen Veranlagung, der im Alltag wohl oft etwas untergeht. Die nervliche Überreizung ist […]

über Verlierst du leicht die Bodenhaftung? — HOCHSENSIBEL & TIEFGRÜNDIG

Mit der Machete im Annahmen-Sumpf: Ein Survival-Guide für Hochsensible

So – ich hab die Schnauze voll! Dieser Annahmen-Sumpf treibt mich noch in den Wahnsinn!!!

Das tapfere Nasenfräulein auf dem Beitragsbild stammt übrigens aus der Feder von Sabine Dinkel. Einen ganz lieben Dank an Dich!!!
Sabine hat nicht nur ein Talent fürs Zeichnen, sondern auch ein Talent, um Hochsensiblen wirksame Alltags-Tipps an die Hand zu geben, und das auf ganz liebe- und humorvolle Art und Weise. Sehr zu empfehlen!

Aber weiter im Text… Hier nun ein klitzekleiner Auszug aus meinem aktuellen Annahmen-Sumpf:

Annahme 1: Wenn ich noch länger mit meinem nächsten Blogbeitrag warte, dann will gar keiner mehr meine Beiträge lesen bzw. meinem Blog folgen. So nach dem Motto: „Die macht ja gar nix mehr. Pfui.“

Annahme 2: Wenn ich mir jetzt selbst Druck mache und heute unbedingt den Beitrag schreiben möchte, den ich schon seit Ewigkeiten im Kopf habe, dann fehlt mir die Kreativität und die Muße, die ich eigentlich bräuchte, damit es ein richtig guter Beitrag wird. <Ironie> Hallo Perfektion – schön, dass du auch mal wieder da bist. </Ironie>

Annahme 3: Wenn ich heute keinen Beitrag zustande bekomme, dann wird das nie was. <Ironie> Oh schön, die Pauschalisierung ist auch wieder mit im Boot – Guten Tag!“</Ironie>

Annahme 4: Ich habe schon so viele Kommentare und Ideen zu diesem Annahmen-Beitrag auf kleine Zettelchen geschrieben, dass es ein Ding der Unmöglichkeit ist, diese Gedanken strukturiert und nachvollziehbar aufzuschreiben. Das wird ein chaotischer Beitrag werden. Böh.

Kennt ihr das? Bei mir rattern am Tag die Annahmen auf Hochtouren nur so durch den Kopf. Immer und zu jeder Situation sind sie präsent – ob bewusst oder unbewusst. Manchmal hindern mich Annahmen auch daran, Dinge aktiv anzugehen. Schade eigentlich.

Seitdem mir bewusst ist, wie sehr mich dieser Annahmensumpf lähmt, blockiert und mich energielos hinterlässt, war mir klar, dass ich diesem Themenkomplex einen Beitrag spendieren muss.

Zuvor sei gesagt: Annahmen haben natürlich auch etwas Gutes. Sie erlauben mir, mich auf Situationen in der Zukunft vorzubereiten und so auf viele Eventualitäten reagieren zu können. „Geistig probehandeln“ nennt dies Petra Tomschi (HS-Coach). Man ist dann auch gedanklich in der eintretenden Situation flexibel, wenn man einen Plan B, Plan C oder was auch immer noch im Hinterkopf hat. Und es wirft einen auch nicht mehr so viel aus der Bahn. Wenn man in Gedanken den Ausgang einer Situation durchspielt, dann ist der Adrenalinausstoß in der eigentlichen Situation nicht mehr so hoch. Hochsensible mögen es nicht immer, überrascht zu werden.

Trifft man allerdings im Vorfeld zu viele Annahmen (wozu viele Hochsensible tendieren), dann kann es sein, dass man in der eintretenden Situation nicht mehr locker agieren kann, da der Kopf zu überfrachtet ist mit herumwuselnden Annahmen und so bei Überraschungen (angenehmer als auch unangenehmer Natur) nicht mehr natürlich reagiert. So, wie man eigentlich reagieren würde, hätte man nicht diese vielen Gedanken im Kopf. Im schlimmsten Fall kommt es dann tatsächlich zur selbsterfüllenden (Annahmen-) Prophezeihung.

Ein solcher Annahmen-Sumpf kann einen sehr schnell in die Überstimulation führen. Ein Domino-Effekt. Eine Annahme folgt auf die andere. Man fühlt sich allein durch seine eigenen Gedanken überwältigt. Na prima. Man ist für spontane Situationen nicht mehr offen und kann nicht mehr intuitiv reagieren.

Wenn man sich überwältigt fühlt, dann rutscht man von pro-aktivem zu re-aktivem Verhalten. Man nimmt sein Umfeld nur noch wahr und reagiert nur noch darauf. Man fällt sozusagen von einer aktiven in eine passive Rolle. Von Selbstbestimmtheit und -gestaltung keine Spur. Man schränkt sich selbst ein und verliert Intuition und seinen Gestaltungsspielraum.

Jetzt kommt die Machete ins Spiel. Jeder Hochsensible im Annahmen-Sumpf hat eine Machete in der Hand. Die Frage ist nur, ob man sie zu nutzen weiß.

Des Rätsels Lösung: von re-aktiv wieder zurück zu pro-aktiv. Schwingt die Machete und kämpft euch ans Ufer – dort seid ihr wieder handlungsfähig, habt besseren Zugang zu eurer Kreativität und Intuition und könnt wieder beschwingter durchs Leben gehen. Haha, so einfach ist es leider nicht – schön wärs, deshalb hier ein Versuch, wie man sich selbst am Schopfe packt und sich aus dem Sumpf befreit. Wichtig: Das Ganze stellt einen Veränderungsprozess dar und braucht Zeit. Es sind also Übung und Geduld gefragt.

Schritt 1: Anker setzen.

Es gibt Situationen, in denen ich schon so gelähmt, regungslos und voller Überstimulation bin, dass ich gar nicht mehr merke, im Annahmen-Sumpf gelandet zu sein. Eine ganz blöde Situation, denn ich komme gerade selbst nicht dazu, den Anker zu werfen. Mir der Situation bewusst zu werden. Eigentlich fatal. Es sollte sich jeder eines Tricks bewusst sein, sich selbst an diesen Umstand zu erinnern. Man kann natürlich einen nahen Menschen einweihen, der einen ab und an danach fragt, ob man wieder im Sumpf gelandet ist – aber den hat man ja nicht ständig um einen herum. Besser wäre es doch, man hätte einen Anker, der einen daran erinnert, ob man nicht unbewusst wieder den Annahmen-Sumpf durchwatet. Bei mir müssten diese Anker auch etwas flexibler sein – denn ein Anker über eine Woche am gleichen Ort wird bei mir zu einem unsichtbaren Anker.

Ich werde mir deshalb das Wort „Sumpf“ oder „Machete“ oder was auch immer auf einen PostIt-Zettel schreiben und diesen irgendwohin hängen, wo nur ich ihn regelmäßig zu Gesicht bekomme. Sei es mein Geldbeutel, mein Nachttisch, mein Smartphone, meine Gesichtscreme, … Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt 😉

Wenn ich merke, dass dieser Zettel meinen Kopf nicht mehr zum Reflektieren anregt, dann muss ein neuer Begriff her oder der Zettel muss an einen anderen Platz gehängt werden. Julia – du führst dich gerade selbst hinters Licht – das gefällt mir sehr gut, hihi 🙂

Perfekt – der Anker ist also gesetzt. Weiter geht’s.

Schritt 2: Die Machete nach oben schwingen.

Einige Hochsensible weisen eine Trägheit in der Tempoanpassung auf. Was bedeutet das? Ist man schon länger im Sumpf unterwegs und in einem lähmenden und langsamen Tempo, dann muss man erstmal wieder auf ein höher getaktetes Tempo kommen. Das geht auch von der anderen Seite: Hat man einen anstrengenden Arbeitstag hinter sich, mit vielen Meetings, Menschen und Gesprächen, hat viel organisiert, dann ist man auf einer schnellen Ebene unterwegs. Zuhause angekommen ist es für mich dann nicht möglich, mich sofort auf die Couch zu setzen und abzuschalten. Ich muss mein Tempo dann erstmal langsam herunterfahren – eine Art Decrescendo bzw. Ritardando machen – damit sich mein Körper und meine Seele wieder zu ihrem ureigenen Tempo zurückfinden. Denn nichts leichter für Hochsensible, als sich dem Tempo ihres Umfelds anzupassen 😉 Die Anpassung ist zwar bequem, aber auf Dauer nicht gesund.

So – ich komme jetzt zurück zur Machete. Die habe ich ja noch in der Hand und die hängt immer noch nach unten, nicht einsatzbereit. Es kostet mich jetzt etwas Überwindung und Energie, um den Impuls zu setzen, um sie nach oben zu schwingen. Ist die Machete erstmal in Bewegung, dann ist der Rest nicht mehr so schwer, wie man ihn sich vorgestellt hat.

Wie komme ich nun im Sumpf in Bewegung? Indem ich meine re-aktive Position in eine pro-aktive Position bringe. Aber nicht auf einen Ruck sofort etwas Weltbewegendes machen wollen, sondern in kleinen Schritten vorgehen. Auch darf das Tempo langsamer sein als sonst – ganz wichtig: erlaubt euch in dieser Phase euer eigenes Tempo und erlaubt euch, geduldig zu sein. Seid ganz in diesem Moment.

Nach dem Motto: „Der Weg entsteht im Gehen.“ (Antonio Machado)

In dieser Phase konzentriere ich mich z.B. auf eine ganz einfache Sache im Haushalt (die mit meinen eigentlichen Gedanken und Annahmen nicht unbedingt zu tun hat), z.B. die Tasse auf dem Wohnzimmertisch in den Geschirrspüler räumen, oder ein Sudoku lösen, oder meine Klopftechnik anwenden (EFT), oder einen Spaziergang machen, oder… Hier muss auch jeder für sich selbst herausfinden, ob diese Initialtätigkeit etwas Körperliches oder Mentales sein darf. Bei mir funktioniert beides 🙂

Schritt 3: Sich der Annahmen bewusst werden (sich bewusst werden, dass einen gerade zu vieles lähmt)

Das Gute in dieser Phase ist, dass man bereits die ersten beiden Phasen hinter sich hat – denn diese sind – zumindest für mich – gefühlt die anstrengendsten. Wenn man mal in Bewegung gekommen ist und allmählich zu seinem Eigentempo gelangt, dann ist das Bewusstwerden eigener Annahmen nicht mehr all zu schwer.

Hat man in dieser Phase Schwierigkeiten, sich im Kopf der Annahmen bewusst zu werden, dann kann man z.B. mit jemand Vertrautem über diese reden bzw. sich die Annahmen auf ein Blatt Papier schreiben. Für mich selbst ist es wichtig, ab und an per Hand etwas zu schreiben, dann ist mein Fokus besser bei der Sache als wenn ich nur tippseln würde.

Schritt 4: Annahmen validieren und versumpfen lassen (haha, da muss ich selbst lachen; Annahmen auflösen ist natürlich gemeint)

Nun schwingt eure Machete und kämpft euch durch den Sumpf! Eine Annahme nach der anderen klopfe ich nun auf ihren Wahrheitsgehalt ab und frage, ob dies tatsächlich so stimmt oder ob es mir überhaupt etwas bringt, diese Annahme beizubehalten. Denn manchmal haben Annahmen in der Tat ihre Daseinsberechtigung.

Es kann auch durchaus sein, dass ich beim Überprüfen meiner Annahmen mich aus meinem Schneckenhaus bequemen muss und auf andere Menschen zugehen muss, um mich abzusichern bzw. um klärende Fragen zu stellen. Aber das gehört zum Prozess dazu und hinterher ist man erleichtert.

Denn wie gesagt – die Tempoträgheit spielt hier eine große Rolle. Habe ich schon lange keinen Kontakt mehr zu meinem sozialen Umfeld gehabt und mich schon etwas isoliert, fällt es mir initial umso schwieriger, wieder einen Anfang zu machen. Aber das ist ganz normal. Hat man den Anschluss wieder gefunden bzw. hat man sein eigenes Tempo wieder gefunden, erledigen sich viele Sachen wieder wie von selbst.

Hier zwei Beispiele, wie man Annahmen abklopfen und sogar in positive Energie umwandeln kann.

Annahme 1: Ein guter Blogbeitrag kann nur dann entstehen, wenn ich selbst gut drauf bin und ich alle möglichen Details zum Thema gesammelt bzw. aufgeführt habe.
Reality-Check: Ist das wirklich so? Hm, eigentlich nicht, denn viele meiner Blogbeiträge sind erst dann entstanden, nachdem ich eine gewisse Not durchlitten hatte.
Hürde/Risiko: Ich vergesse wichtige Details.
Chance: anderen und mir selbst zu helfen, in ihrer/meiner Weiterentwicklung voranzukommen

Annahme 2: Ein komplexer Blogbeitrag kann nur dann angefangen bzw. zu Ende gebracht werden, wenn man im Vorhinein sämtliche Verschachtelungen und Verwirrungen durchdacht hat.
Reality-Check: Hm – man kann auch einfach mal loslegen und schauen, was einen erwartet und was sich ergibt.
Hürde: Die Mauer des Beginnens zu durchbrechen und evtl. tatsächlich in eine Sackgasse laufen.
Chance: Es können einem beim Schreiben noch neue Ideen (oder selbstgemalte Bilder 😉 ) kommen und am Ende hat man womöglich einen schönen, gelungenen und runden Blogbeitrag.

Fazit: Die wahre Kunst ist es, zu erkennen, dass man sich im Annahmen-Sumpf befindet und sein eigenes Tempo und seine eigene Weise des Seins wiederherstellt.

In diesem Sinne wünsche ich euch ein schönes Wochenende und wirksame Schwünge mit eurer Machete.

Chacka!

PS.: Wie sich unaufgelöste Annahmen verstricken und zu einem impulsiven Verhalten weiterentwickeln können (wenn man seine Annahmen unreflektiert annimmt) hat auch Kommunikationsforscher Paul Watzlawick mit der Geschichte vom Hammer auf den Punkt „geklopft“. Findet die Annahmen in der Geschichte 😉

Reizüberflutung: Hochsensible Kinder haben es im Alltag schwer

Ein knapp 4-minütiger Bericht über hochsensible Kinder auf Sat.1 Regional (Niedersachsen und Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein). (abgerufen am 15. Oktober 2015)

Nicht nur für Familien mit hochsensiblen Kindern interessant, auch Erwachsene (Hoch- als auch Normalsensible) profitieren von diesem Bericht. Ich persönlich finde ihn für kurze 4 Minuten sehr gelungen.

Leider finde ich es schade, dass Hochsensible als „Betroffene“ dargestellt werden. Die Fachexpertin hingegen spricht auch schön von Normalsensiblen, sehr gut. Was auch sehr gut erklärt wird ist die Abgrenzung der Eigenschaften von Hochsensibilität zu ADS oder ADHS.

Liebe Grüße, Julia

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  • Andrea Münsterberg, Fachexpertin
  • Normalsensible können in einzelnen Bereichen auch tief fühlen, aber sie haben eine freie Entscheidungsfähigkeit, wie sehr sie eintauchen wollen und wofür sie sich öffnen
  • AD(H)S-Kinder haben immer diese Symptome, auch im absoluten Ruhezustand (frei von Reizen und Druck). Wenn diese Symptome im Ruhezustand nicht da sind, ist es kein AD(H)S, in diesem Fall macht es Sinn, das Thema Hochsensibilität ins Auge zu fassen.

Mit Kloß im Hals und Scheuklappen auf!

Überstimuliert

Renne ich

Mit Kloß im Hals

Und Scheuklappen auf

Durch die Gegend.

Ständig fragend:

„Was fehlt mir gerade?“

Ein langsameres Tempo?

Weniger Reize?

Zeit für mich?

Mich selbst mögen! Das tue ich – ganz gewiss!

Die Langsamkeit ist gerade mein bester Freund,

Damit ich mir selbst treu bleibe!

Die Scheuklappen verhindern den Blick aufs große Ganze.

Verloren im Detail.

Zerstreut.

Der Kopf ist voll – gefühlter Nebel.

Wann kann ich diesen Nebel endlich wieder rückwärts lesen?

Vertrau dir selbst und tanke heute Kraft in der Natur.

© by me

Ausgeschlafen

Ein wahrer Glücksmoment 🍀. Ein warmes, wohliges Gefühl durchdringt den ganzen Körper. Es kribbelt überall. Das Blut versorgt noch jede auch so winzige Zelle mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen. Man hat das Gefühl, dass jede Zelle einen anstrahlt und danke sagt für diese wunderbare Regenerationszeit. Der Körper ist komplett regeneriert. Er liegt schwer und vollentspannt da und erfreut sich des Morgens. Das Herz schlägt langsam und geduldig. Insbesondere für einen Hochsensiblen ist das Ausgeschlafen sein Luxus pur.

Die letzten Tage habe ich nicht besonders regelmäßig geschlafen. Es waren zwar auch viele gute und intensive Schlafstunden dabei, aber nie so, dass ich morgens genau dieses Glücksgefühl hatte wie heute Morgen. Und dabei haben wir erst 8 Uhr. Ja, ich bin auch zeitig ins Bett gestern Abend und habe vorher noch bei meinem Lieblings-Spanier Tapas gegessen – allein – abschalten vom Wochentrubel. Ich war also in bester Einschlafstimmung. Dann habe ich noch etwas gelesen und bin mit meinem Lieblings-Kuschelhund im Arm sanft eingeschlafen. Hach, was für eine Nacht – herrlich!

Jetzt läutet es 8 Uhr und ich freue mich auf den Tag. Aber bitte aufpassen: Hochsensible (insbesondere High-Sensation-Seeker) neigen dazu, wenn sie wieder Kraft und Energie haben, diese sofort zu verpulvern! Nein, nein – trotz dieses innigen Wohlfühlens und der vermeintlich unendlichen Energie muss ich aufpassen, dass ich gerade heute nicht in die Überstimulation rausche.

Nachdem ich aufgewacht bin, bin ich noch eine zeitlang liegengeblieben. 10 Minuten habe ich diesem unbeschreiblichen Gefühl des Ausgeschlafen seins nachgespürt und bin erst dann aufgestanden. Jetzt starte ich erfrischt in den Tag und höre draußen schon die Vögel zwitschern – und ja, die Sonne ist auch schon da. Wenn ich ausgeschlafen bin, sind meine Sinne geschärft und ich bekomme alles sehr intensiv mit, so dass das Fühlen und Spüren gerade eine Wohltat für mich sind… In solchen Momenten bin ich unendlich dankbar dafür, hochsensibel zu sein.

Liebe Grüße und einen guten Start ins Wochenende wünscht euch
Julia

Wunderbarer Vortrag über Hochsensibilität

Hallo zusammen,

vor ca. einer halben Stunde bin ich auf einen ganz neuen, hochinteressanten und liebevollen Vortrag der Kinder-Yoga-Lehrerin Sabina Pilguj gestoßen. Diesen möchte ich unbedingt mit euch teilen. Warum? Weil er – vor allem den meisten Hochsensiblen unter uns – ein wunderbares Gefühl der Wärme, Herzlichkeit, Integrität und Wahrhaftigkeit gibt. Zumindest bei mir war das gerade so ein tolles Gefühl, was ich euch nicht vorenthalten möchte.

Viel Freude also beim Vortrag von Sabina Pilguj über Hochsensibilität – danke dafür!

Liebe Grüße und euch allen einen guten Start ins Wochenende,
Julia

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Eigene Notizen zum Vortrag:
– ich finde es sehr lustig, dass sich Frau Pilguj genauso über Rechtschreibfehler irritiert fühlt, wie ich es tue – manchmal springen mich Rechtschreibfehler regelrecht an – huiii… 🙂
– Schönes Wort: Seelenhygiene…
– Unterschied Hochsensibilität – Hochsensitivität
– Viele praktische Beispiele
– von der Stressspirale zur Angstspirale, geschwächtes Immunsystem zur Folge… (Cortisol)
– Bezug zu AD(H)S
– Bezug zu Burnout/Depression
– Speicherung der Gefühle, das Nichtverarbeiten der Gefühle kann sich in Muskelan-/verspannung auswirken!
– es gibt auch Michel-aus-Lönneberga-HSPs, ich glaube, ich kenn da mindestens einen 😉

Eigener Gedanke: Für mich persönlich ist Yoga oder die Achtsamkeitsübung zwischendurch auch mal ganz nett. Allerdings finde ich, dass sich Hochsensible, insbesondere High Sensation Seeker, auch Ausdauersport an der frischen Luft mit viel Natur für sich ausprobieren sollten, um langfristig Cortisol abzubauen. Yoga ist nicht jedermanns Welt… Ich muss mich auspowern – chackaaa 🙂