Seelenfutter – mampf!

Wenn ich Hunger bekomme, dann knurrt mein Magen.
Wenn meine Seele kein Futter bekommt, dann spüre ich ein Gefühl von Heimweh.

Es tut etwas weh, so ganz genau beschreiben kann ich das gar nicht.

Irgendetwas zieht im Innern. Etwas tut weh, weil es nicht gesehen wird.
Weil es nicht raus darf.

Das Eigene wird nicht gesehen. Es möchte aber nach draußen.

Es kann dann nach draußen, wenn ich ihm eine Projektionsfläche biete.

Seelennahrung.

Etwas, das diesen Teil in mir abholt. Etwas, was diesem Teil entspricht.

Es kann die Natur sein.
Ein schöner Theaterbesuch.
Ein bewegendes Konzert.
Die Begegnung mit einem besonderen Menschen.
Etwas mit allen Sinnen genießen. Essen, Berührung, ein Spaziergang im Wald.
Der Ausdruck meines Innersten auf einem Bild.
Gedanken und Einsichten, die ich vorher noch nicht kannte.
Ein Lied vor mir hersummen, welches es noch gar nicht gibt.
Neues erfahren. Neues gestalten.
Ein Besuch in der Sauna.
In den Bergen sein. Mit vielen Blümchen, Tieren, Gipfeln.
Das Staunen in der Weite.

Das ist Futter für meine Seele.

Meistens etwas ganz Einfaches.

Die Kunst ist, mich im richtigen Augenblick diesem zuzuwenden.

Inspiration.

Mensch!

Coach A: „Ich sehe den Menschen als Ganzes.“

Coach B: „Oh ja, ich sehe auch den Menschen als Ganzes.“

2 Coaches, 2 Haltungen. Eine davon mit der Absicht, zu geben. Eine davon mit der Absicht, etwas zu bekommen.

Blogger A: „Mensch! Coach A…“ *

Blogger B: „Mensch! Coach A…“ *

2 Blogger, 2 Haltungen.

Mensch, wie ist deine Haltung?

* Eine ewige Wiederkehr des Potentials, die eigene Haltung mit jeder neuen Entscheidung überprüfen und ändern zu dürfen. Carpe momentum.

Der Elefant im Raum zwischen Reiz und Reaktion

Jeder hat schon einmal etwas von dem Elefanten im Raum gehört. Gestern hatte ich einen solchen in einem Gespräch zum Ausdruck gebracht – was einiges an Überwindung kostete, weil die Worte dafür nur schwer zu finden waren – eine innere Prägung oder Gefühle zu fassen zu bekommen, grenzt – zumindest für mich – schon fast ans Unmögliche. Ich hatte jedoch keine andere Möglichkeit, sonst wäre ich geplatzt.

Mir ist beim Radfahren die Idee gekommen, diesen Elefanten mit dem Zitat von Viktor E. Frankl und eine meiner Erkenntnisse der letzten Tage zu verbinden. Hier das Zitat: „Zwischen Reiz und Reaktion gibt es einen Raum. In diesem Raum haben wir die Freiheit und die Macht, unsere Reaktion zu wählen. In unserer Reaktion liegen unser Wachstum und unsere Freiheit.“

So – jetzt stelle man sich einen solchen Elefanten in unterschiedlichen Räumen vor. Im ersten Raum – im Bild unten ganz unten dargestellt, hat so ein Elefant nicht wirklich viel Platz. Da ist es sehr ungemütlich und eng. Aber immerhin ist die Reaktion dann schneller vorbei – jedoch mit einem Ergebnis, welches meine Intuition und mein Automatismus wie immer sofort ausgespuckt haben. Zack – da ist es wieder, das alte Muster und die alte Leier. Der Elefant ist so nicht wirklich kleiner geworden und tänzelt wieder wie gewohnt im Raum hin und her. Hmpf! Wie wäre es jedoch, ich würde dem Elefanten mehr Raum geben – also mehr Platz zwischen Reiz und Reaktion? Das habe ich gestern gemacht – und das auszuhalten war für mich wirklich eine Meisterleistung – denn dadurch bin ich bei mir selbst geblieben. Das hat einiges an Kraft gekostet – aber nur so kann ich mich zeigen und kann gesehen werden. Ich habe mehr Zeit, mich darauf zu konzentrieren, wie ich den Elefanten beschreibe und auf welche Art und Weise. So kann ich meinem inneren Impuls – das, was wirklich in mir drinnen ist und mir nicht anerzogen wurde – viel mehr Raum, Vertrauen und Sicherheit geben, da zu sein.

Aus alt mach neu…

Fängt man damit an, den Elefanten zu sehen oder gar ihn anzusprechen, so verwirre ich mich oder mein Gegenüber im ersten Moment, es tut manchmal innerlich auch weh. Dafür wird der Elefant im Raum kleiner und es entsteht dafür 3mal so viel Raum der Verbundenheit und Menschlichkeit. Herzraum. Man merkt das im eigenen Körper, es lösen sich Dinge und es kann einem im Nachhinein so richtig schön warm werden. Hier durchzugehen tut langfristig gesehen gut und ich werde mir selbst und meinem Gegenüber bewusster. Puuuh…

Und wenn man das sehr genau macht, dann kann es sein, dass der Elefant einem ein ganz leises „Törööö“ ins Öhrchen haucht…

Schlaft schön und bis zum nächsten Mal,

Julia

„Erst der Mut zu sich selbst wird den Menschen seine Angst überwinden lassen.“ Viktor E. Frankl

Bergführerin in Not…

…oder: wie sich in einer Situation Stärke und Schwäche zugleich zeigen können.

Welch phantastische Landschaft! Die Brenta – ein wunderbares Fleckchen von UNESCO-Welterbe breitet sich vor mir aus und auf – und mein Herz scheint verloren 🙂

Steile Felsmassive ragen empor und liegen zu meinen Füßen – die gegen Mittag aufsteigenden Nebel hüllen den Dolomitenfels in ein faszinierendes Naturspektakel. Und dann haben wir auch noch sowas von Glück mit dem Wetter… (als es die eine Woche zuhause so unglaublich heiß war, hatte ich mich in die Berge verkrümelt 😉 )

Ich bin in einer Gruppe unterwegs. Wir sind zu sechst inklusive einer Bergführerin. Irgendwann verriet sie uns, dass sie die 3. ausgebildete Bergführerin Deutschlands sei. Sie erschien mir in vielen Situationen als starke Frau, die weiß, was zu tun ist und die auch weiß, was sie will.

Das sollte sich ändern.

Denn am letzten Abend machte ihr eines ihrer Knie zu schaffen. Das hatte sich wohl schon im Laufe des Tages angekündigt – als wir noch mitten im Sentiero Bocchette Alte unterwegs waren – einem der Höhepunkte der Brenta mit wunderbaren Ausblicken und fröhlichen Kletterstellen. Nun schwoll leider ihr Knie an und die Bedenken auch. Am nächsten Tag hatten wir kein großes Programm mehr – „nur“ noch die Wanderung zur Seilbahn ohne Kraxelei. Doch auch für eine solche Strecke muss der Körper in der Lage sein, durchzuhalten. Und mit angeschwollenem Knie kann einem da der Spaß vergehen. Vor allen Dingen, wenn man sie abends laufen gesehen hat. Oh je…

Nun, was tun? Ich überlegte insgeheim schon, ihr den kompletten Rucksack abnehmen zu wollen. Nee, das ist wieder mein Retter-Automatismus der sich meldet. Zack – war die Idee da und zack – stieg mein neuer Steuerungsmechanismus ein: Ist es wirklich das, was der Situation und der Gruppe nun am ehesten hilft?

Nein. Nochmal überlegen.

Am Ende machte ich ihr abends in der Runde das Angebot, dass sie uns gerne schwere Sachen aus ihrem Rucksack geben könnte, die wir dann in unseren Rucksäcken verteilen. Sofern sie das überhaupt wollte. So wusste sie von unserer Hilfsbereitschaft und sie konnte selbst entscheiden, ob und wieviel sie bereit zu geben war. Denn nur sie konnte einschätzen, was ihr Körper zu tragen in der Lage war.

Auf einmal kam ein ganz wichtiger Satz aus ihrem Mund:

„Ich kann doch so schlecht Hilfe annehmen.“

Was für ein starker Satz. Was für ein Satz! Er drückt Schwäche und Stärke zugleich aus. Stärke deshalb, weil sie den Mut hatte, genau das auszudrücken und somit ihr Innerstes zu offenbaren und sich verletzlich zu zeigen.

Ich sagte ihr sofort: „Oh ja, das kenne ich nur zu gut.“

Wenn beide Seiten in der Lage sind, zum einen bedürfnisorientiert und würdevoll Hilfe anzubieten und zum anderen Hilfe anzunehmen – dann ist das eine WinWin-Situation. Da ist keine Schwäche mehr – da ist nur noch Stärke. Aber nur, wenn man genau hinschaut und entsprechend kommuniziert.

Warum manche Menschen so schlecht Hilfe annehmen können?

Vielleicht weil man früher nie landen durfte. Beim anderen im eigenen Sosein nie landen durfte. Die eigene Verletzlichkeit nicht gesehen werden wollte und die Hilfe anders ausfiel, als man sie eigentlich gebraucht hätte.

Vielleicht ist das ein Grund, warum man gerne lieber nur stark erscheint als sich in seiner Verletzlichkeit zu zeigen. Weil man damals überfahren wurde und es einem nicht erlaubt wurde, sich schwach zu zeigen. So wie man gerade ist. Als Mensch lebendig. Ganz.

In dieser Situation strahlte die Bergführerin eine etwas schüchtern daherkommende Liebenswürdigkeit aus. Irgendwie ein schöner Moment.

Das Ende vom Lied? Nach dem Abendessen verteilte sie im Zimmer ihre schwersten Dinge aus ihrem Rucksack: Ich nahm ihre Steigeisen, Julian durfte das Seil tragen (im übrigen war er – glaube ich – sehr stolz darauf 😉 ) und Barbara bekam noch irgendwelche Karabiner & Co. in die Hand gedrückt.

Am nächsten Tag liefen wir dann ganz langsam los und keine 15 Minuten später waren wir schon fast wieder im normalen Wandertempo unterwegs. Das Knie der Bergführerin hatte sich wieder „eingewandert“ und so kamen wir alle munter an der Seilbahn an.

Ich war mit einer wunderbaren Gruppe unterwegs, habe neue Menschen kennengelernt und vor allen Dingen neue Berge und ein neues Körpergefühl.

So darf es weitergehen 🙂

Euch allen einen guten Start in die neue Woche und liebe Grüße,
Julia

Absichtslos oder doch nur lose Absicht?

Oder: When „Magic“ happens…

Für mich ist das größte Glück auf Erden in der Begegnung mit einem Menschen, eine Seite in ihm oder ihr zu erspüren, die er/sie selbst bisher noch nicht kannte und die ein gewisses Erstaunen hervorruft.

Ein unglaublich schöner Moment. Voller Kreativität, Schöpfertum und neuen Möglichkeiten.

Manchmal gehe ich jedoch genau mit diesem Ziel in eine Begegnung hinein – mit dem Ziel, einen genau solchen Moment erfahren zu wollen. Mit vollster Absicht. Die aber ganz leise und trügerisch daherkommt. Im Untergrund mitwabert. Und hinterher dann die Enttäuschung, wenn ich keine Magie und Verbundenheit gespürt habe. Wie denn auch?!?

Ich wünsche mir für mich selbst, dass ich in zukünftigen Begegnungen so absichtslos wie möglich hineingehen und etwas entstehen, passieren lassen kann, was noch nie zuvor dagewesen ist. Das wünsche ich mir. Von Herzen. Meine Neugier ist kurz vor dem Platzen vor Freude 😉

Einen guten Start in die Woche Euch allen mit Begegnungen voller Wunder und Überraschungen!

Alles Liebe,
Julia

Wie albern!

Eigentlich müssten die Schwalben Schwalbern heißen.

Ich war heute auf Inlinern unterwegs und zum ersten Mal in meinem Leben fiel mir auf, dass die Schwalben sehr, sehr nahe über den Gerstenfeldern herumjagen. Und mit welch einer Freude und Heiterkeit :-))) Ganz schön albern sah das aus!

Dabei waren sie auch noch sehr geschwätzig. Schw-aetzig-albern also.

Meine Vermutung ist ja, dass sie über den Feldern nicht nur ihr Abendessen zu sich nehmen, sondern insgeheim lassen sie sich ihren Bauch von den Gerstengrannen kitzeln. Vielleicht haben sie dabei auch einfach nur gekichert, die Schwalbern.

Wie albern! 😉

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